Review: Jurassic League

I’ve got the eye of the raptor, a biter
Stomping through the briar.
‚Cause I’m here for justice, and you’re gonna hear me roar
Louder, louder than a T-Rex
‚Cause I’m here for justice, and you’re gonna hear me roar.

frei nach Katy Perrys „Roar”

Titel: Jurassic League
Original: Jurassic League #1 – 6

Story: Daniel Warren Johnson, Juan Gedeon

Zeichnungen & Tusche: Juan Gedeon, Rafa Garrés, Jon Mikel

Farben: Mike Spicer

Verlag: Panini
Seiten: 156
Preis: 19,- € (Softcover)

VÖ: 21.02.2023


Es gibt so einige Dinge, mit denen man das innere Kind befrieden kann. Wer diese Seite regelmäßig aufsucht, weiß bereits, eines dieser Dinge ist Batman. Für die Meisten dürften da auch andere Superhelden eine Rolle spielen, nicht zuletzt die Justice League. In meinem Fall trifft das offenbar auch auf Dinosaurier zu. Ab der ersten Ankündigung von „Jurassic League“ war ich Feuer und Flamme für dieses Projekt und allen, denen es ähnlich geht, widme ich diese Rezension. Zuvor bedanken wir uns noch bei Panini, die uns ein dinotastisches Review-Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

INHALT

Weit vor unserer Zeitrechnung werfen uns Daniel Warren Johnson und Juan Gedeon in ein prähistorisches Universum, in dem Dinosaurier nicht nur die Welt beherrschen, wie wir es aus Büchern und Filmen kennen, sondern wo auch einige von ihnen als aufrecht gehende und sprechende dominante Spezies durch den Dschungel stapfen und brüllen.

Der Fokus der Geschichte liegt dabei zunächst bei dem Allosaurus Batwalker, dem sich rührend um eine menschliche Siedlung kümmernden Brachiosaurus Supersaur und der von Visionen geplagten Triceratopsdame Wonderdon.

Die Geschichte nimmt zunächst nur allmählich an Fahrt auf und fügt nach und nach noch mehr schräge Dino-DC-Anleihen hinzu. Mehr Informationen könnten bei dem dünnen Handlungsbogen tatsächlich als Spoiler gelten. Daher muss die Prämisse dieses Mal als Inhalt reichen.

©Panini Comics Deutschland | DC Comics

WERTUNG

Macht das Spaß? Zu Beginn auf jeden Fall. In unserer Reingeschaut-Rubrik schrieb ich damals zum ersten Heft:

Den Spagat zwischen abstruser WTF!?-Thematik und ernsthafter Heldenerzählung bewältigen [die Autoren] übrigens spielend. Allein, wenn Wonderdon (Dianas Dino-Entsprechung) ihre Waffen und Rüstung anlegt und schließlich in voller Montur in einem großen Panel präsentiert wird, bin ich einfach hin und weg. Das ist gleichzeitig amüsant, spricht aber auch tiefe kindliche Anteile in mir an. […]

Ich habe mich insgesamt köstlich amüsiert. Die letzten 5 Seiten sind einfach nur pure 90er-Jahre Superhelden-Nostalgie. Mit dem Comic fühlt man sich wieder wie ein Achtjähriger, der mit strahlenden Augen vorm TV einen hanebüchenen Cartoon nach dem anderen inhaliert. Das Heft war keine Enttäuschung, so viel ist mal sicher. Und die letzte Seite ist … vielversprechend.

Ich habe nun US-Heft #1 insgesamt drei- oder viermal gelesen und ich würde diese Kritik genauso wieder schreiben. Aber ab der zweiten Ausgabe befindet sich dieser Band im freien Fall. Das hätte ich im Leben so nicht kommen sehen, doch das ist echt nicht mein Comic.

©Panini Comics Deutschland | DC Comics

Dabei schien alles so perfekt – die Justice League, Dinos und ein mehr als solides erstes Heft. Doch zur Mitte hin flacht die Story unverhältnismäßig ab und fängt sich später auch nur partiell. Jetzt bin ich durchaus für Blödsinn und Substanzlosigkeit zu haben, doch dann muss die Geschichte wenigstens unterhaltsam sein und das ist sie verblüffender Weise ab da einfach nicht mehr (bzw. kaum noch). Für erfahrene DC-Leser wird die Story erschreckend einfallslos wirken. Einzig spannend ist die anfängliche Einführung von Welt und Charakteren und später werden noch die weiteren Transformationen bekannter DC-Charaktere für diese Welt interessant, aber das war es dann auch schon. Auch wenn ich Daniel Warren Johnson und Juan Gedeon nichts Böses will, aber der Großteil der Geschichte besteht aus heißer Luft.

©Panini Comics Deutschland | DC Comics

Bleibt noch das Artwork – das hat ja schon so manche generische Story in ungeahnte Höhen gehievt. So ist das mit den Zeichnungen von Gedeon zwar nicht ganz, gefallen haben sie mir aber trotzdem. Allerdings dürfte sein Stil nicht für jeden etwas sein.

Leider wird Kapitel 3 dann plötzlich von Rafa Garrés gezeichnet und das ist … nicht schön. Ich mag nicht nur sein Artwork nicht, sondern auch diesen unschönen Stilbruch nicht, einfach mittendrin. Dort werden vor allem auch neue Charaktere eingeführt, was nicht sonderlich günstig ist, wenn man panelweise nicht erkennen kann, was da geschieht oder wer gerade agiert.

Für wen ist also diese seltsame Mischmasch-Kreatur namens „Jurassic League“? Ich weiß es nicht. So sehr ich es mir auch wünsche, ich könnte niemandem guten Gewissens diesen Comic empfehlen; wahrscheinlich nicht mal den kleineren Dinofans.

©DC Comics

FAZIT

MARIAN MEINT

Mit „Jurassic League“ erhält man zunächst den unbeschwerten Nonsens, den man erwartet; der anfangs auch noch Spaß macht, dann aber kaum Entwicklung zeigt.

Am Ende ist dies ja eine Justice League-Nacherzählung mit Dinos. Die könnte man abgedreht, spannend oder sauwitzig schreiben. Nichts von dem ist hier wirklich passiert; allerhöchstens in Ansätzen. Die Handlung ist äußerst vorhersehbar und erfährt durch die drögen Dialoge keinerlei Aufwertung. Nach dem schrecklichen Mittelteil geht es zwar mit Artwork und Story nochmal kurz bergauf, aber wer schon einige Superhelden-Comics gelesen hat, wird hier nichts Neues mehr finden. Neuleser wiederum werden sich fragen, was all das wohl soll. Alles in allem ist der Band insgesamt leider wirklich unterwältigend.

Was einst als vielversprechender Stern am prähistorischen Firmament erschien, entpuppt sich als ein Meteor der Belanglosigkeit, der alles zerstört, was zuvor mit einem charmanten Einstieg und ansprechendem Artwork aufgebaut wurde. Somit sind auch diese Dinos zum Aussterben verdammt. Schade!


Wer den Urzeit-Ligisten dennoch eine Chance geben will, erhält hier noch den Shop-Link für Panini:

Jurassic League


DISCLAIMER

Für die vorliegende Review wurde uns jeweils ein Rezensionsexemplar von Panini Comics Deutschland zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank!

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Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

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