Batman Rejected Teil 6: Batman – Year One

Fast gleichzeitig mit der Entwicklung des ‚Batman Beyond‘-Projekts, brachte Warner Bros. ein komplett konträres Projekt ins Rollen. Anstatt die Zukunft des Dunklen Ritters zu zeigen, dachte man mit einer Filmadaption von Frank Millers Kult-Comic ‚Batman: Year One‘ Fuss zu fassen. Zumindest lies man sich diese Option offen. Im Januar 2000 fragte man Drehbuch-Autor Scott Rosenberg (‚Con Air‘, ‚High Fidelity‘) an, ein Drehbuch zu verfassen. Aus zeitlichen Gründen musste Rosenberg ablehnen.

Darren Aronofsky, welcher zunächst für eine Adaption von ‚The Dark Knight Returns‘ vorgesehen war, war hingegen Feuer und Flamme für dieses Projekt und auch Warner Bros. sah in ihm den richtigen Regisseur für das Batman-Franchise. Nachdem er seinen Film ‚Requiem for a Dream‘ fertigstellte, unterschrieb er im September 2000 offiziell für ‚Batman: Year One‘. Sein Haus-und Hof-kameramann Mattew Libatique und Komponist Clint Mansell waren ebenfalls gesetzt. Nach seiner (erfolglosen) Arbeit an einer ‚Ronin‘-Verfilmung gab es für Aronofsky nur einen passenden Drehbuch-Autoren: Frank Miller sollte mit ihm erneut zusammen das Drehbuch zu seiner eigenen Comickreation schreiben.

Für ‚Year One‘ nahm sich Aronofsky Filme wie ‚Taxi Driver‘, ‚French Connection‘, ‚Serpico‘ und ‚Death Wish‘ zum Vorbild. Der Film sollte ein Reboot der Batman-Reihe darstellen und ging völlig neu an den Batman-Mythos heran: „Der Film basiert nur lose auf der Comic-Vorlage“, erklärte Aronofsky. „Vergesst alles was ihr über Batman wisst! Alles! Wir kreieren hier etwas völlig neues.“

So kam es dann auch, das die Drehbuch-Entwürfe von Miller und Aronfosky herzlich wenig mit dem Comic ‚Year One‘ zu tun hatten:

Die Geschichte wird aus der Sicht Bruces anhand eines Voice-Overs erzählt. Darin sind nicht nur Bruces Gedanken zu hören, sondern auch Briefe an seinen Vater.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern lebt Bruce Wayne auf der Straße und wurde von dem farbigen Werkstattbesitzer Big Al und seinem Sohn Little Al aufgenommen. Bruce hat sich zu einer gestörten Persönlichkeit entwickelt in der die Wut brodelt und nur darauf wartet, Rache an den Mördern seiner Eltern zu nehmen. Bruce ist Mitte 20 und lebt in einem heruntergekommenen Apartment über der Werkstadt. Von dort beobachtet er das Kommen und Gehen der Nutten, Zuhälter und korrupte Polizisten im gegenüberliegenden Bordell (Cathouse).

Später lernen wir noch Detective James Gordon kennen, der mit der Korruption seiner Kollegen jeglichen Ranges im Gotham City Police Department kämpft. Doch Gordon ist der Korruption überdrüssig und zieht des öfteren Selbstmord in Betracht.

Bei seinem ersten Auftritt als selbsternannter Vigilant trifft Bruce auf den schmutzigen Cop Campell, der mit der ‚Misters Selina‘ in dem Freudenhaus spricht. Doch die Begegnung endet tödlich für den Polizisten und Bruce entkommt nur knapp als mutmasslicher Mörder. Bruce wird klar, das er an seinen Methoden arbeiten muss und legt sich einen Umhang und eine Hockey-Maske an. Doch schon bald entwickelt er in einem verlassenen U-Bahn-Schacht unterhalb der Werkstatt ein weitaus stilisierteres und funktionaleres Kostüm, provisorische Gadgets und Waffen, sowie ein provisorisches ‚Bat-Mobile‘, welches er aus einem schwarzen Lincoln Continental baut.

In seiner neuen Verkleidung als ‚The Bat-Man‘ beginnt Bruces Krieg gegen das Verbrechen. Den Namen erhält er aufgrund seines Ringes, auf dem die Initialen von Thomas Wayne – T.W. – eingraviert sind und ein fledermausähnliches Zeichen in den Gesichtern der Verbrecher als Druckspur hinterlassen. Er kämpft sich von den Straßen Gothams zu den oberen Rängen wie Commissioner Loeb und Bürgermeister Noone hoch.

Gordon nimmt sich leicht widerwillig dem ‚The Bat-Man‘-Fall an, welcher ihn auch in das Arkham Asylum führt. Dort trifft er kurz auf den Joker. Auch zum Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent führt kurzzeitig die Spur.

Im Finale kämpft ein schwerverletzter Batman gegen Loeb. The Bat-Man rettet sich aus der Situation, in dem er Loeb ein Messer in’s Auge rammt. Der inzwischen maskenlose Vigilant rettet danach Gordons Frau. Dies wird von Gordon beobachtet – unglücklicherweise ohne seine Brille. Von diesem Moment an ist klar, das die beiden in Zukunft als Verbündete gegen die Korruption und das Verbrechen in Gotham City kämpfen werden.

Gleichzeitig sind die Verantwortlichen bei Wayne Enterprises auf der Suche nach dem verloren geglaubten Erben des Wayne-Vermächtnisses. Bruce hatte 15 Jahre lang Anspruch auf das Erbe. Little Al und auch Bruce finden heraus wer er wirklich ist, nimmt sein Erbe an und bezieht Wayne Manor. Der Öffentlichkeit wird erklärt, das Bruce die letzten 15 Jahre die beste Ausbildung in den besten Schulen Europas genoss.

Die letzte Szene zeigt Selina wie sie in einem hautengen schwarzen Kostüm eine Diamanten-Kette stiehlt. Der Alarm geht an. Sie flüchtet über die Dächer Gothams.

Das komplette Script kann hier nachgelesen werden.

Das Drehbuch wurde mehrfach überarbeitet und schlug verschiedene Richtungen ein. So war zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Pinguin der Hauptgegner und Red Hood hatte seinen ersten Auftritt, welcher als Joker enden sollte.

Das Projekt schritt sehr schnell voran. Es wurde eine Produktionsfirma damit beauftragt Entwürfe für die Hauptfiguren des Films zu entwerfen und Vorschläge für ein Batmobil zu erarbeiten:

Zu einem Casting kam es nie, aber während der Entwicklungsphase sah die Gerüchteküche Brad Pitt in der Hauptrolle und Aaron Eckhart in der Rolle des Detective Gordon. Schauspieler die sich selbst in’s Gespräch brachten waren Val Kilmer, Ben Affleck, Keanu Reeves und Christian Bale. Kilmer würde es aber nur machen wenn „es lustiger umgesetzt“ werden würde. Für Bale hingegen würde mit der Rolle „ein Traum wahr werden“.

Grünes Licht wurde dem Projekt letztendlich nicht erteilt. Laut Aronofsky war den Verantwortlichen das Drehbuch zu gewalttätig. Ein R-Rated Batman-Film würde keine Familien und Kinder ansprechen. Interessanterweise kamen die Gewaltspitzen nicht von Miller, sondern von Aronofsky. Daraufhin machte der Regisseur den Vorschlag zwei verschiedene Filme in die Kinos zu bringen: den günstig produzierten Aronofsky/Miller ‚Year One‘ und einen Film, der mehr Familientauglich war. Das Studio lehnte den Vorschlag ab.

Die Wachowski-Brüder sollten das Projekt übernehmen und tatsächlich schickten sie ihre Vorstellungen in einer kurzen Zusammenfassung an Warner Bros. Das Regie-Gespann konnte sich allerdings aufgrund der Weiterführung der ‚Matrix‘-Reihe nicht weiter darum kümmern. Warner  fragte bei Aronofsky an, ob er das Projekt auf Basis der Wachowski-Vorstellungen umsetzen würde und lehnte ab. Somit gab Warner Bros. das Projekt frei und schrieb einen Pitch aus, bei dem sich Autoren und Regisseure mit ihren Vorstellungen um einen Batman-Neustart bewerben konnten.

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