Neuerscheinungen, News und Previews 12/2020

Previews & News

Und damit läuten auch wir den letzten Monat dieses anstrengenden Jahres ein, welches auch im Comicbereich zu so einigen Verwerfungen geführt hat, v. a. bei DC Comics.

Wir erinnern uns zurück an den August. Da hatte (die mit 169 Milliarden Dollar in der Kreide stehende) Konzernmutter AT&T radikal mehr als 600 Mitarbeiter bei Warner Bros. und DC entlassen. Diese Entlassungswelle wird in den Staaten mittlerweile als „DC-Blutbad” bezeichnet. Am 14. November nun endeten die Verträge nach der dreimonatigen Kündigungsfrist. Genau zu diesem Zeitpunkt kamen weitere Entlassungsgerüchte auf.

Das wirkte etwas schräg, denn nach dem neuen GM Daniel Cherry III hatte man erst ein paar Tage zuvor Marie Jarvins zur neuen Editor-in-Chief (Chefredakteurin) ernannt. Das war überhaupt notwendig geworden, weil man beim „Blutbad” vor allem Einschnitte in DCs Führungsriege vorgenommen hatte. Jarvins leitet nun also ein Unternehmen, bei welchem die wichtigsten und erfahrensten Mitarbeiter am nächsten Tag nicht mehr “auf Arbeit kommen”.

Trotzdem wurden bei WarnerMedia/DC Comics tatsächlich weitere Mitarbeiter entlassen (erneut auch in Schlüsselpositionen). Dieser Schritt ist wenig nachvollziehbar und führte auch innerhalb der Branche zu einigem Kopfschütteln.

Im Batcast #103 haben auch wir uns mit der aktuellen (Superhelden-)Situation bei WarnerMedia und DC Comics auseinandergesetzt. Das Fazit: Es bleibt schwierig.

Pandemie, Massenentlassungen, der Bruch mit dem Vertriebsmonopolisten Diamond, neue, eigene Vertriebsform mit völlig ungewohnten Bestell- und Abrechungskonzepten für die wichtigen Direktkunden (sprich Comicshops), die plötzliche Vorverlegung der eigenen Comicreleases vom in den Staaten gewohnten Comic-Wednesday auf Dienstag, ein unausgereiftes Digitalkonzept, ein unklarer Non-Continuity-Kurs für das Folgejahr und … und … und … . DC Comics (bzw. AT&T) hat sich mit all dem keine Freunde bei Kunden und Mitbewerbern gemacht und reichlich Kritik und Verständnislosigkeit geerntet.

Wenn die noch vor Corona geplanten diesjährigen Hit-Titel wie „Death Metal”, „Three Jokers” oder „Joker War” 2021 langsam im kollektiven Fanerleben abkühlen, stellt sich die Frage, womit DC weiter Kunden binden und dazugewinnen will. Konstruktive Antworten bleibt das Unternehmen derzeit schuldig.

©DC Comics


©DC Comics

Ein herausragender Titel ist allerdings für die Jahresmitte „schon” gesetzt. Am 08.06.2021 wird der dritte Teil der bei Kritikern wie Fans hoch geschätzten Reihe „Batman: Earth One” erscheinen, wie DC nun angekündigt hat.

Geoff Johns und Gary Frank haben es endlich geschafft, den Band fertig zu stellen. Nächsten Sommer wird der zweite Teil schon 6 Jahre alt sein.

Band Nummer 3 wird daran anschließen: Harvey Dent, Catwoman, Bruces Ahnen, die neue Bürgermeisterin, Batmans wachsendes Netz aus “Agenten und viele weitere Handlungsstränge werden den Rahmen bilden für Batmans Kampf gegen eine neue, gut organisierte und extrem gut bewaffnete Bande von Kriminellen, die Gotham terrorisiert. Streicht euch also den Juni schon mal rot im Kalender an!


Dass wir so lange auf die Fortsetzung warten mussten, kann u. a. daran liegen, dass Geoff Johns zuletzt einen anderen Fanliebling fertiggestellt hat: „Batman: Three Jokers”.

Damit nicht genug – während sich die Kritik in Lobpreisungen ergeht und allein Heft #1 bereits Mitte August 300.000 Mal verkauft worden war, denken Johns und Zeichner Jason Fabok schon laut über ein Sequel zur Erfolgsserie nach. Was auch immer man davon inhaltlich halten mag – bezüglich des düsteren Eingangsszenarios hier ist das eine gute Neuigkeit.

Erfolgsautor Johns hat bei DC eine Achterbahnkarriere hinter sich gebracht. Zuletzt hatte der Verlag die Veröffentlichung seiner Arbeit mit Gary Frank und Brad Anderson namens „Geiger” abgelehnt, womit diese bald bei Image ein neues Zuhause fand (Zusammenfassung bei Screenrant). Schön also, dass das offenbar nicht das Ende von Johns Arbeit bei DC markiert.


In Deutschland müssen wir hingegen immer noch etwas auf Die Drei Joker warten. Der erste Band wird erst im März erscheinen. Worauf wir uns in der ersten Jahreshälfte 2021 noch freuen können, hat uns Panini schon in seiner Programmvorschau verraten.


In der Zwischenzeit wenden wir uns doch einem weiteren bekannten Namen bei DC Comics zu – Tom King.

Dessen langjähriger Batman-Run wurde ja verlagsseitig jäh unterbrochen. Dafür bekam er die Zusicherung, seine Batman-Geschichte in einer zwölfteiligen Miniserie zu Ende führen zu dürfen. Diesen Monat erscheint die erste Ausgabe von „Batman/Catwoman” (worüber wir bereits hier berichtet hatten) und kurz vor der Veröffentlichung spendieren sie uns noch zwei neue Cover sowie einen unmaskierten Blick auf Andrea Beaumont. Im Interview mit Entertainment Weekly verrät Zeichner Clay Mann, dass er bei King insistiert habe, diese Figur (bekannt aus dem B:TAS-Film: „Batman und das Phantom”) über die Miniserie in den regulären Kanon einzuführen.


Während Eines beginnt, muss das Andere enden. Dan Jurgens nimmt mit Batman Beyond #50 im Dezember seinen Hut, womit nicht nur sein langer Run (von insgesamt 67 Ausgaben) am Batman der Zukunft endet, sondern auch die Serie selbst abgeschlossen wird.

Heutzutage muss das aber zum Glück nichts heißen. DC hat in diesem Jahr so einige Serien auf dem digitalen Weg beendet, weitergeführt oder neu aufgelegt.

©DC Comics  | Variant Cover Batman Beyond #50

©DC Comics

So wird es zum Beispiel den Super-Sons, namentlich Damian Wayne und Jon Kent, gehen. Die beiden hatten als Team eine in den Staaten recht erfolgreiche Serie, kamen auch nochmal für eine Mini-Serie und diverse Graphic Novels für jüngere Leser zusammen. Hauptautor für Superboy und Robin war lange Zeit Peter J. Tomasi.

Der darf nun auch die neue Digital First Reihe „Challenge of the Super Sons” schreiben, die zunächst auf 14 Ausgaben angelegt ist. Die übliche Ankündigung, wann das Ganze als Print-Version erscheinen soll, bleibt der Verlag jedoch bisher schuldig.

Inhaltlich wird Tomasi, gemeinsam mit Zeichner Max Raynor, eine zusammenhängende Story abliefern. Selbstverständlich ist die gesamte Justice League (und damit auch die Väter der beiden Junghelden) vom Tode bedroht und nur die Supersöhne können alle retten. Klar!

Die erste Ausgabe erscheint am 14. Dezember 2020 bei den üblichen Digitalhändlern.


Auch für Damians Vater bleibt es spannend. Nach den Ereignissen des „Joker War” ist einiges anders in Gotham, Bruce Waynes und Batmans Welt. Der Fortgang der regulären Serie im März 2021 (nach „Future State”) kann also durchaus interessant werden.

Doch Hauptautor James Tynion IV reicht das nicht. In seinem eigenen Newsletter ließ er verlauten, dass er offenbar an einem Batman-Spin-Off arbeitet, zusammen mit niemand geringerem als Guillem March. Weitere Details bleibt er bisher schuldig. Wir halten euch auf dem Laufenden.


Apropos „Future State”: Neben den Solicitations für Februar 2021 hat DC Comics eine weitere Ausgabe des Promo-Magazins „DC Nation” herausgebracht. Beides gestattet uns einen näheren Blick auf das kommende Event „Future State”, welches die ersten beiden Monaten des kommenden Jahres vollständig für sich einnehmen wird. Das grobe Konzept hatten wir schon einmal hier zusammengetragen. Wer sich für die Zukunftsdesigns und erste Seiten aus einzelnen Heften interessiert, dem sei ein Blick in die oben verlinkte Ausgabe empfohlen.

©DC Comics

Bleeding Cool News hat aus den „DC Nation”-Infos eine Timeline extrahiert. Für Batmanfans geht es dabei offenbar gar nicht allzuweit in die Zukunft. Die maßgeblichen Hefte für den Batman-Strang finden in den Jahren 2025 – 2027 statt. Daher dürfen wir wohl auch damit rechnen, dem Großteil der bekannten Bat-Family in der nahen Zukunft zu begegnen.

Die anderen Serien aus den Superman– und Justice League-Erzählebenen reichen teilweise wesentlich weiter. Zeitliche Höhepunkte bilden dabei wohl Swamp Thing (Jahr 4500), Black Adam (Jahr 82020 – kein Schreibfehler) und schließlich Immortal Wonder Woman (Am Ende der Zeit).

Eine Frage bleibt bisher allerdings ungeklärt – in welcher Zeit findet „The Next Batman” statt?

©DC Comics


Damit uns von der Zukunft nicht allzu schwindlig wird, werfen wir einen Blick in die weite Vergangenheit Batmans und verknüpfen diese gekonnt mit der Gegenwart:

©DC Comics

Gerade wurden 2 Originalausgaben der legendären Detective Comics #27 versteigert, eine für 850.000 $ (Bewertung 6.0) und die andere für sage und schreibe 1,5 Millionen Dollar (Bewertung 7.0). Damit ist das Heft neuer Rekordhalter unter den jemals verkauften Batmancomics. Unsere Review zum Heft gibt es hier.

Dennoch ist das erste Abenteuer des Dunklen Ritters nicht der teuerste Comic, der je versteigert wurde. Das bleibt nach wie vor eine mit 9.0 bewertete Ausgabe von Action Comics #1 (und damit Supermans erstem Auftritt), die 2014 über Ebay für 3,2 Millionen Dollar versteigert wurde.


Ein weiterer Meilenstein der Batman-Historie dürfte „Batman: A Death in the Family” von Jim Starlin, Jim Aparo, Mike DeCarlo & Adrienne Roy sein. Weil diese Art Geschichten immer wieder Abnehmer finden, bringt DC Comics im Feburar 2021 eine Deluxe Version im Hardcover-Format.

Das allein wäre uns keine News wert gewesen. Der Inhalt der Deluxe-Version verspricht allerdings etwas gänzlich neues. Neben der eigentlichen Story aus den Heften Batman #426 – 429 & #440 – 442 enthält der Band noch die Ausgaben der New Teen Titans #60 – 61 von Marv Wolfman und dann noch eine kleine Sensation.

Einige werden es nicht mitbekommen haben – im März diesen Jahres (zu Robins 80. Geburtstag) hatte DC die bisher unveröffentlichten Seiten des alternativen Storyverlaufs zu „A Death in the Familyenthüllt; jene, auf denen Jason Todd überlebt hat. Diese Seiten werden nun ebenfalls in dem neuen Deluxe-Band mit veröffentlicht. Wie das Ganze dann genau aussieht und ob bzw. wann diese Version nach Deutschland kommt, ist uns noch nicht bekannt.

©DC Comics

Zum Schluss noch eines fürs Auge und eines fürs Herz:

Im kalifornischen Burbank (mittlerweile Hauptsitz von DC und Warner Bros.) wurde kürzlich eine Bronze-Statue von Batman enthüllt.

©DC Comics & Visit Burbank

Sie ist Jim Lees Darstellung von Batman aus der Hush-Storyline nachempfunden, ist fast 2,30 m groß und wiegt etwas mehr als 270 kg.


Für den versöhnlichen Abschluss reichen wir noch ein Sneak Peek aus Tom Taylors Nummer 8 seiner Serie „Injustice: Year Zero” nach. Dort findet die in den Comics (und weiteren Medien) ständig gewachsene Beziehung von Poison Ivy und Harley Quinn ihren Höhepunkt, als sich die beiden in Las Vegas das Ja-Wort geben. Masel tov!

©DC Comics


 

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Schiller
Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

1 Kommentar

  1. Avatar Lars sagt:

    Vielen Dank auch diesen Monat wieder für die vielen und ein Teil traurigen News. Ich bin gespannt wie sich das auch auf Panini auswirken wird.

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