Review: TRINITY PAPERBACK 3: „Finstere Pfade“

Die Outlaws kommen in den dritten TRINITY-Paperback und auch ein Teil der Justice League Dark tritt auf den Plan, um Circe das Handwerk zu legen. Diese hat die richtig böse Form der Lazarusgruben gefunden, nennt sie Pandoragruben und sieht dort die Möglichkeit, Macht zu gewinnen, indem sie besondere Personen hineinstößt.

Enthaltene Titel:
Finstere Pfade / Dark Destiny #1-4
Was die Zukunft bringt / Old Acquaintance

Autor*in: Rob Williams
Künstler*in: V. Ken Marion

Verlag: Panini
Seiten: ca. 116
Softcover: 14,99 €
Status: fortlaufende Story

Erschienen am 17.07.2018

© Panini Comics Deutschland

(Review zum Paperback 1 und 2)

HANDLUNG

Das Kreativteam wurde stark verkleinert. So müssen sich Rob Williams als Autor und V Ken Marion als Zeichner für die abgedruckten Stories verantworten. Immerhin führen sie die spannende Idee aus dem zweiten Paperback fort. Red Hood, Bizarro und Artemis, die (mehr oder weniger) Antagonisten der Trinity sind, wurden von der Hexe Circe in die Pandorasprudelquelle der Hölle gestoßen und dämonisch transformiert. Um dieser magischen Entwicklung entgegenzuwirken, holt sich die Trinity Unterstützung von dem egoistischen Charmebolzen John Constantine, der professionellen Magierin Zatanna und Deadman, der als Geist kurzeitig andere Körper bewohnen kann. Diese drei sind Teil der Justice League Dark und sollen die Dämonen austreiben. Doch die schändlichen Kräfte der Pandoragruben sind zu mächtig und fordern mehr als nur ein Opfer. Constantine sieht sich gezwungen, die Kämpfe der Trinity zu überlassen, während er Circe persönlich aufsucht, um sie von ihrem Vorhaben abzuhalten.

Es wird also mächtig geprügelt und stur aneinander vorbei gesprochen. Circe sollte zudem eine tiefgreifende Motivation erhalten, deren dramatische Geschichte aber in acht Panels lediglich angedeutet wird. Dies ist immerhin konsequent in der Nichterzählung. Denn es fehlt auch eine ganze Hand voll an Antworten für das finale Kapitel. Dieses kann ich mir in dieser Form nur schemenhaft zusammenreimen.

Zum Schluss gibt es noch den unabhängigen One-Shot WAS DIE ZUKUNFT BRINGT / OLD ACQUAINTANCE. Dazu sei lediglich gesagt, dass die Terroristengruppe Kobra verschiedene Fahrzeuge in der Stadt mit Bomben versehen hat und sie durch Gotham fahren lässt. Punkt 0 Uhr zu Silvester sollen die dann hochgehen. Ach ja – Deadshots Tochter soll noch in einem der Fahrzeuge sein, denn die verspielte Schlange des Bösen möchte ihn „mit diesem kranken Versteckspiel quälen.“ Wer hier eine überzogene unseriöse Comichandlung mit mutierten Riesenschlangen vermutet, darf sich bestätigend auf die Schulter klopfen.

WORT & BILD

Marion hat seine visuell stärksten Bilder, wenn er sie durch viel Schwarz akzentuieren kann. Leider nutzt er diesen Vorteil in FINSTERE PFADE / DARK DESTINY zu selten, selbst wenn er sich schon der Justice League Dark bedienen darf. Zudem neigt er dazu, in kleineren Darstellungen auffällig deformierte Gesichter zu zeichnen. Allerdings macht er das durch seine großartige Mimik-Gestaltung in größeren Zeichnungen wieder mehr als gut. Gerade bei Circe scheint er sich besondere Mühe gegeben zu haben und zündet ein bewegliches Mimenspiel-Feuerwerk über das komplette Paperback hinweg.

Wer die Figur Bizarro aus dem Superman-Kosmos nicht kennen sollte, ist hiermit gewarnt. Bizarro formuliert alles in rudimentärer Sprache und dann auch noch ins Gegenteil verkehrt. Da wird der Lesefluss durch Sätze wie „Dämonen-Bizarro nicht essen Seele auf.“ oder „Das nicht schmerzt.“ schon mal von einem ungläubigen Stirnrunzeln meinerseits begleitet. Die schlimmsten Sätze kommen allerdings nicht von Bizarro. Es sind die unerträglichen sexuellen Anspielungen von Constantine gegenüber Zatanna, die einen den Kopf schütteln lassen. Ja, sie hatten (mehrmals) was miteinander. Aber das sollte deutlich subtiler vermittelt werden können. Und schon gar nicht mit frustrierter Altherren-Attitude, die dann auch noch erfolgreich zu sein scheint. Um dem Ganzen die grenzwürdige Vollendung zu verpassen, erinnert die Darstellung von Constantine durch die Kombination von Wort und Mimik stark an Guy Gardner. Wer die Ursprünge dieser Green Lantern in der Justice League noch nicht kennt, sei das zweifelhafte Vergnügen in den Justice League Comics ab 1987 von Keith Giffen zu empfehlen. Guy Gardner – richtig unangenehm.

Bei so viel Magie und wieder anderen Charakteren ist es natürlich nicht verwunderlich, dass Batman erneut nicht besonders heraussticht. Mit dem dämonischen Red Hood bekommt allerdings auch Batman ausnahmsweise einen größeren Auftritt, den er leider häufig durch uncoole Situationsbeschreibungen füllt. Dennoch bleibt der Kniff, weitere vertraute Charaktere gegen die Trinity zu stellen, nicht belanglos.

FAZIT

Die spannende Überlegung einer Trinity des Bösen aus dem zweiten Sammelband verpufft ebenso wie das Finale mit schlechten Sprüchen und ein paar Ungereimtheiten. Wer im Übrigen Lex Luthor als Teil des ehemaligen Schurken-Trios vermisst, wird auch in diesem Band nicht mehr fündig. Und nachdem fast jede Figur einmal in den Pandorapool der Unterwelt ein- und wieder aufgetaucht ist, ist der Reiz dieser teuflischen Idee abgenutzt und damit auch alle Dämonenfratzen gesehen. Die Erkenntnis, dass Ra’s al Ghul eigentlich am wenigsten von der ganzen Geschichte wusste, lässt auch mich daran zweifeln, ob ich nicht ein großartiges Detail übersehen habe.

Der bisher schwächste Teil der TRINITY-Reihe ist aktuell nicht mehr bei Panini verfügbar. Sollte er allerdings wieder lieferbar sein, erfahrt ihr es als erstes hier.


1 von 5 Sternen

“You wanna get nuts? Come on! Let’s get nuts!” – Bruce Wayne (1989) / Lego Batman (2017)

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