Retro-Review: Suicide Squad 1 & 2 (2020) „Blutspuren” und „Die letzte Mission”

Spaß, Action und auch was fürs Herz – in zwei Panini-Bänden fackeln Tom Taylor, Bruno Redondo, Daniel Sampere und Adriano Lucas ein Feuerwerk der guten Laune ab und versuchen dabei gleichermaßen, ihre Charaktere ernst zu nehmen, von denen sie eine beachtliche Anzahl gleich mal neu kreieren (oder umbringen … oder so). Willkommen zu einer Suicide Squad-Review von „Blutspuren“ und „Die letzte Mission“.

Titel: Suicide Squad 1 (2020): Blutbad
Suicide Squad 2 (2020): Die letzte Mission
Original: Suicide Squad #1 – 11

Story: Tom Taylor
Zeichnungen: Bruno Redondo, Daniel Sampere
Farben: Adriano Lucas

Verlag: Panini
Seiten: 140 (Band 1)
164 (Band 2)

Preis: 17,- € (Band 1)
19,- € (Band 2)

VÖ: 24.11.2020 & 11.05.2021


Als der Kollege Visual Noise hier seine Review zu „Suicide Squad: Jagd auf Harley Quinn vorlegte, der wohl auch einige Parallelen zum David-Ayer-Film von 2016 aufweist, erinnerte mich das daran, dass ich ja zwei ganz ähnliche Bände ungelesen im Regal stehen habe. Empfohlen wurden sie im Zuge des Releases von „The Suicide Squad”. Und ja, es gibt ein paar Parallelen zum Film. Die dürften allerdings eher zufällig sein und sind überhaupt nicht der Rede wert.

Das Kreativteam ist es aber sehr wohl. Ich weiß nicht, ob ich schon mal erwähnt habe – ich liebe Tom Taylor. Ich liebe ihn und zusammen mit Bruno Redondo und Adriano Lucas (vor allem bei Nightwing) liebe ich ihn noch um ein Vielfaches mehr. Ich bin ein Fanboy dieses Dreiergespanns.

Wie also kann es sein, dass mir nicht erinnerlich war, dass diese drei Comicgötter (ich finde schon noch krassere Superlative) diese Suicide Squad-Serie geschrieben haben?! In welcher geistigen Umnachtung hab ich denn bitte diese beiden Bände ungelesen ins Regal legen und dort vergessen können … Sichtbar!?

Naja, jetzt hatte ich sie ja in der Hand und die drei größten Comicschaffenden aller Multiversen (seht ihr), müssen nun zeigen, dass meine unverhältnismäßige Anbetung zu jedem Zeitpunkt kritiklos standhält. Let’s Go!

©DC Comics

BAND 1: „BLUTSPUREN”

In „Blutspuren“ wird die Suicide Squad angesetzt auf die Revolutionaries, eine Gruppe junger Terroristen mit Superkräften. Die befinden sich in einem heiklen, umkämpften Gebiet, so dass US-Regierung als auch die Justice League nicht eingreifen können (oder wollen). Also muss es mal wieder Amanda Wallers Schlägertrupp lösen. Diese Task Force X hier besteht aktuell aus Deadshot, Harley Quinn, Magpie, Shark, Cavalier und Zebra-Man. Aber gewöhnt euch nicht zu sehr an diese Leute, der Teamname ist Programm.

„Das hier ist die mieseste Suicide Squad die es je gab.”

– DEADSHOT

Doch unter der Leitung des bald neuen (und psychopathischen) Leiters der Einheit, Lok, findet alsbald eine eher unfreiwillige Rekrutierung statt, die der Squad einige neue und interessante Charaktere beschert. Und wenn ihr glaubt, ihr wisst jetzt schon, was passiert?! Fehlanzeige – das Ganze nimmt eine ganz andere Richtung als ursprünglich gedacht.

©DC Comics

Blutspuren“ zeigt schonungslose Brutalität ohne Kompromisse. Die Task Force X ist immerhin auch eine geheime Regierungstruppe; schlecht erzogene Soldaten, wenn man so will. Und Shark ist leider nicht der sanftmütige (naja, ihr wisst schon) Fresssack, den ihr aus The Suicide Squad kennt. Er ist eben auch nicht der bekannte King Shark, sondern ein ganz anderer Charakter. Der hier fackelt nicht lang.

Das Ende des ersten Bandes vermag man anfangs nicht vorherzusagen, er ist durch und durch unterhaltsam und trieft vor Blut. Aber das sind nicht die einzigen Qualitätsmerkmale, sondern die Story und auch die neuen Charaktere sind gleichermaßen spannend wie leichtfüßig zusammengeschrieben. Am Ende fragt man sich (der eine gespannt, der andere womöglich eher ratlos), wo all das noch hinführen soll. Darüber gibt dann Band 2 Aufschluss.

BAND 2: „DIE LETZTE MISSION”

©Panini Comics Deutschland

Im ersten enthaltenen US-Heft geht es mit der neu zusammengewürfelten Truppe nach Gotham City und das ruft natürlich eine uns bekannte Fledermaus auf den Plan. Das ist sehr unterhaltsam geschrieben und wunderbar gezeichnet. Man fliegt nur so durch die Geschichte. Das gilt auch für den Rest des Bandes. Wir bekommen noch ein paar persönliche Einblicke in Leben und Motivation, vor allem eines zentralen Charakters, der sich später auch noch als äußerst clever erweisen wird. Und ab dann steigt die Spannungskurve an. Obwohl, nicht ganz, denn Taylor schafft es, in das blutige Geschäft und die eigene Mission der neuen Squad eine unterhaltsame wie smarte Unterbrechung einzubauen. So vorhersehbar er manchmal schreibt, so kann er einen doch immer wieder überraschen.

Zu allem Überfluss fackelt er danach alles ab, was er aufgebaut hat. Kein Charakter ist sicher, die Suicide Squad macht in diesem Run ihrem Namen alle Ehre.

Das Ende bietet dann ein würdiges Finale für die gesamte Story. Zudem ist sich Taylor nicht zu schade, hier auch noch mal tief in den Annalen und der bunten Figurenkiste der DC Comics zu kramen, um so eine abermalige Wendung herbeizuzaubern, die sicher die wenigsten auf der Rechnung hatten.

©DC Comics

GESAMTWERTUNG

Insgesamt bleibt der Ton des Runs über alle Hefte hinweg ungefähr gleich. Die Tempowechsel und die Twists sind angemessen und die Geschichte fließt vorm Leser schön dahin. Mehr sollte man sich dann aber auch nicht erwarten; ist vielleicht auch schwierig bei so einer Truppe wie der Suicide Squad, wo es eben darum geht, dass keine wirkliche Verlässlichkeit einzieht. Die Story ist rund und bietet ein paar schöne Highlights, viel mehr dann aber auch nicht. Mir persönlich fehlte etwas der Bezug zu den v. a. neuen Figuren. Das mag an einer falschen Erwartungshaltung gelegen haben, oder dass ich – als alter Dino- und Paninileser – ja durchaus Kenntnis vom etwas tieferen DC-Kosmos habe und mir lieber neue Rekruten aus dieser Richtung gewünscht hätte. Die ganz neuen Söldner sind auch in Ordnung und bringen eine durchaus frische und wendungsreiche Story mit, aber für ein „das werde ich in zwei Jahren bestimmt noch mal aus dem Schrank ziehen“, reicht es bei mir einfach nicht. Dennoch bin ich froh, dass die zwei Bände gelesen haben, denn sie haben mich jederzeit gut unterhalten.

FAZIT

MARIAN MEINT

Spaß, Action und auch was fürs Herz, das bekommt man hier auf jeden Fall. Aber ist das Ganze DER Suicide Squad Titel, den man im Regal stehen haben muss? Leider nicht. Das liegt ausgerechnet an dem, was diese Bände auch interessant macht – an den neuen Charakteren. Irgendwie wünscht man sich doch ein paar gewohnte Gesichter aus den hinteren Reihen der DC Rogues Gallery für das Team. Hinzu kommt, dass gerade Deadshot und Harley lange Zeit ziemlich blass bleiben. Aber wenigstens bekommt der gute Floyd mit Band zwei ausreichend Rampenlicht. Abgesehen davon hat man einen unterhaltsamen und spannenden Titel vor sich, der mit Band 2 sogar noch mal ordentlich Gas gibt. Deshalb gibts ne Leseempfehlung für alle Freunde brutaler Unterhaltungsaction. Und Leute – Zebra-Man ist einfach Bad Ass, ich sag’s euch!


Bei Panini sind beide Bände noch zu haben.

Suicide Squad 1 (2020): Blutbad

Suicide Squad 2 (2020): Die letzte Mission


Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

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