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BatCast #28 – Batman v Superman: Kritik, Teil 3

Das Finale unserer großen ‚Batman v Superman: Dawn of Justice‘-Besprechung. Nach den Charakteren und der Story des Films, widmen wir uns heute den noch offenen Punkten des Films.

Den Anfang machen die eingestreuten Cameos: Sinnvoll oder konstruiertes Erzwingen eines DC-Universums? Dann die Frage, ob dieser Batman töten darf und wie es überhaupt zu diesem Codex des Dunklen Ritters kam. Wir streifen den Soundtrack, die deutsche Synchro, bauen auf die Ultimate Edition und blicken anschließend in die Zukunft des DC Filmuniversums. Im Nachgang gibt es noch eine Fan-Kurzkritik von Felix Wollner.

00:00:00 Intro
00:01:04 Cameos
00:33:25 Knightmare-Sequenz
00:49:19 Darf Batman töten?
01:26:09 Der Soundtrack
01:32:21 Die deutsche Synchro
01:34:27 Gut und schlecht
01:45:48 Hoffnung in die Ultimate Edition
01:57:58 BoxOffice
02:07:03 Die Zukunft des DC-Universums
02:17:26 Der nächste Batman-Film
02:24:50 Das Ende?
02:28:34 Fan-Review: Felix Wollner

BatCast-Theme von Benjamin Müller

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Disclaimer: BatCast ist ein Podcast-Projekt von Fans für Fans. Batmannews.de und der BatCast stehen nicht in Verbindung mit Warner Bros. oder DC Comics.

Batcomputer
Gründer und Chefautor von Batmannews.de. Batman-Fan seit 1987.

23 Kommentare

  1. Avatar YellowEyeDemon sagt:

    Man merkt ihr seit mit TDK aufgewachsen also eher Batman Film und nicht Comic Fans. :/ Früher wurden nicht alle Handlungsstränge sofort aufgelöst sondern man musste jede Woche die Heftchen kaufen um bei der Story zu bleiben. Da wurden manche Handlungen sogar in anderen Comics weiter erzählt und genau so hat Snyder den Film auch angelehnt. Leider hatte WB nicht den Mut den Film in der Original Fassung ins Kino zu bringen.

    • Ehrlich gesagt, kann ich deine Punkte nicht ganz nachvollziehen. Wer unsere Casts kennt, weiß, dass die meisten von uns nicht mit TDK „aufgewachsen“ sind, sondern wenn überhaupt mit Tim Burtons „Batman“ und ein Teil von uns mehr oder weniger regelmässige Leser der Comics seit den 90ern sind. Wir sind also sehr wohl mit dem Medium Comics vertraut.

      ‚Batman v Superman‘ in einen direkten Vergleich zu Comics zu stellen ist gewagt. Es ist ein anderes Medium mit eigenen Regeln – ein Film muss für sich funktionieren und auch für sich stehen können.

      Und klar kann man Querverweise auf noch kommende Events integrieren (ein Punkt, den wir auch aufgriffen haben, wenn man nicht nur in die ersten 45 Minuten reinhört), was ja Marvel eindrucksvoll bewiesen hat. Nur BvS hat dies in unseren Augen nicht elegant genug gelöst und diesbezüglich Fingerspitzengefühl missen lassen und dadurch bezüglich Dramaturgie seine Fokussierung auf das Wesentliche eingebüßt.

      Manche Filme haben nur eine Chance – und die hat BvS meiner Meinung nach nicht gut genug genutzt, sondern man wollte es in seiner jetzigen Form zu vielen Leuten gleichzeitig recht machen und auf Doomsday komm raus ein neues Universum etablieren.

    • Avatar RexMundi sagt:

      Kann ich auch nicht nachvollziehen. Die meisten aktiven Comicleser (zu denen ich auch gehöre), die ich kenne, mögen diese zerstückelten Storylines überhaupt nicht. Gerade deshalb gibt es ja immer die Paperbacks, die Ominbus-Varianten usw.

      Ob Snyder das auch genauso geplant hat, halte ich für höchst spekulativ. Woher willst du das wissen? Das passt überhaupt nicht zum Medium Film. Zudem ist davon auszugehen, wenn er versucht hätte, etwas höchst experimentelles zu machen, dann wäre auch damit geworben worden (wie jetzt bei Hardcore, bei Victoria letztes Jahr oder selbst bei 300, als Snyders Stil noch neu und aufregend war).

  2. Avatar Felix sagt:

    @YellowEyeDemon
    Wobei Comics/Bücher auch andere Medien sind. Buchverfilmungen werden oft ja auch von den Lesern kritisiert. Ich denke, dass Filme als Filme funktionieren sollten. Sicherlich können einige Dinge erst in späteren Filmen fortgesetzt werden, allerdings wurde hier einfach zu viel in einen Topf geworfen. Ich denke, dass da auch das Problem liegt. Snyder & Terrio sind mMn nach dem Prinzip „Schaut mal wen wir alles so haben und was noch auf euch zukommt“ verfahren und das ging eben nicht auf.

  3. Gerd Gerd sagt:

    Hallo, ich wollte Euch nur mal zu euren Podcasts gratulieren.

    2 Sachen habe ich noch für Euch, die Ihr vielleicht in die Überlegungen einbeziehen könntet.

    1.) MoS war und ist für mich kein Superheldenfilm sondern immer ein tatsächlich ernst gemeinter SF-Film mit einem First Contact Szenario. Und dafür finde ich Ihn auch konsequent umgesetzt. Geschuldet war dieser Ansatz ja Christopher Nolan geschuldet, der ja versucht hat einen pseudo-realistischen Batman zu schaffen.

    2.) Die Hauptproblematik bei BvS für mich ist die Tatsache, das das Studio zu viel reingeredet hat. Nach dem vermeintlich mauen Box Office von MoS wollte man auf Teufel komm raus einen Hit haben und musste Batman und den Beginn der Justice League intergrieren. Das merkt man auch dem Drehbuch an, ursprünglich als MoS 2 geplant musste es jetzt noch mehr liefern. Dann stellt das Studio fest: Oh der Film wird aber jetzt zu lang, das geht ja gar nicht, macht den kürzer damit wir eine Vorstellung mehr pro Tag haben. Kurz vor Release kriegt man es mit der Angst zu tun und kündigt sofort den Ultimate Cut an. Von daher mache ich da Snyder die wenigsten Vorwürfe.

    Natürlich muss man den Ultimate Cut erst einmal abwarten.

    Just my 2 cents………

  4. Avatar M.U.10 sagt:

    Stimme ich Gerd zu, MoS kann man eigentlich nicht zum DC Extended Universe zählen. Damals hatte man sich an die Dark Knight Filme orientiert. Snyder sagte nach MoS auch selbst das Superman für die JL noch nicht bereit ist und sie erst noch mindestens einen Film machen müssen. Weiß nicht ob der Ultimate Cut den Film soviel besser aussehen lässt, mich würde die ursprüngliche Version Batman v Superman – MoS 2 mehr interessieren…! Das ganze andere Zeug hätte man dann viel behutsamer und nicht so hektisch in der JL einbauen können…

    BATCAST war wie immer klasse, habe mich sehr gefreut gestern Abend und mir alles sofort angehört…

  5. Gerd Gerd sagt:

    Gerade Henning bemängelt immer die Charakterisierung von Superman in MoS. Ich bin auch Superman-Fan (Schon seit 1974 :)), gehe aber auch immer open minded an neue Interpretationen heran. Schon als MoS angekündigt wurde, sagte man, das man es nicht mit einem Comic Superman zu tun bekommt. Von daher auch der Titel, das verweigern des Namens (erst die Soldaten nennen ihn dann ja Superman).

    Und wie gesagt, es ist die Geschichte eines Aliens das mit unvorstellbaren Kräften auf die Erde kommt. Und ich finde daher auch die Charakterisierung der Kents folgerichtig und logisch. Erstens müssen sie fürchten, das ihnen „Ihr“ Sohn weggenommen wird, wenn seine Identität bekannt wird, von eventuellen Bestrafungen an Ihnen mal abgesehen.

    DIe zweite wichtige Erkenntnis, die Menschen werden/würden vor so einem „Wesen“ Angst haben, bzw. es fürchten. Von daher passt das alles zusammen inclusive des von vielen kritisierten Opfertodes Jonathan Kents. Clak bekommt von seinen Adoptiveltern keine moralische Unterstützung sondern wird dazu angehalten, seine Kräfte und Fähigkeiten geheim zu halten. Letztendlich steckt da aber nur die Angst vor dem Verlust des Kindes dahinter.

    Und dann kommt Jor-El dazu, der in Clark/Kal-El schon von Anfang an den Anführer, den Erlöser, das leuchtende Vorbild sieht und auch genau das verkündet. Aber ausser diesen Sprüchen eines Holograms bekommt Clark/Kal-El keinerlei Hilfestellung. Von daher ist dieser zweifelnde/grübelnde und depressiv wirkende Superman nur logisch.

    Und hier spielt BvS ja auch noch gekonnt seinen MoS2 Ursprung aus. In einer Welt, die permanent zwischen gottgleicher Verehrung und Ablehnung schwankt kann man auch nach 18 Monaten noch keinen moralischen Kompass entwickeln. Erst seine Beziehung/Fokussierung auf Lois Lane gibt ihm den nötigen Halt, zumindestens weiter zu machen. Lois wird daher zum wichtigsten Bindeglied zur Menschheit. Snyders Superman erinnert von seiner Charakterisierung eher an Dr. Manhattan aus Watchmen, einem gottlgeichen Wesen, das sich immer mehr von der Menschheit entfernt.

    Ich bin fest davon überzeugt, das die Doomsday Geschichte auch schon in MoS 2 Bestandteil des Drehbuchs war genauso wie Supermans Tod. Nur war hier der Hauptgegner halt Lex Luthor.

    Denn durch seinen Tod bringt er für alle Menschen erkennbar das ultimativste und menschlichste Opfer das man aufbieten kann. Gleichzeitig werden damit seine 2 prägenden Väter getötet. Der Superman der wiederkehrt ist befreit vom moralischen Ballast den ihm seine Eltern mitgegeben haben und kann seinen eigenen moralischen Kompass aufbauen und idieser ist geprägt von der Hoffnung und Liebe Lois Lanes.

    Der neue Superman braucht auch keine Geheimidentität mehr (ein Konzept das bei Superman schon immer für eine gewisse Lächerlichkeit gesorgt hat), Clark Kent ist Superman ist Clark Kent.

    Snyder hat da wunderbare Parallelhandlungen eingeführt und gezeigt, die von den meisten leider übersehen werden. Das gleiche macht er auch mit Batman. Indem er Batman Martha Kent retten lässt, lässt er ihn auch seine eigenen Eltern im übertragenen Sinn retten. Der Batman der während des Films zu sehen ist, befindet sich immer noch in einem Rachefeldzug den er nicht gewinnen kann, dieser Batman ist resigniert und ohne Perspektive. Die Rettung Marthas dient hier dazu Batman einen moralischen Kompass zu geben. Er ist dann cnicht nur der dunkle Rächer, der durch die Straßen zieht und Verbrecher zur Strecke bringt, er begreift dadurch, das es hörere Ziele gibt, für die es sich lohnt zu kämpfen.

    • Henning Henning sagt:

      Gerd, danke für Deinen wirklich interessanten Kommentar! :) Ich bin ebenfalls schon lange Comic-Fan (Ok, einige Jahre kürzer als bei Dir definitiv :) ) und bin immer „open minded“, was Neuinterpretationen oder auch Elseworlds-Storys betrifft. Allerdings gefällt mir nicht automatisch jede dieser Neuinterpretationen und mit der Superman-Interpretation von MoS und BvS habe ich so meine Probleme.

      Für mich liegt der Knackpunkt bei dieser Aussage:

      „Snyders Superman erinnert von seiner Charakterisierung eher an Dr. Manhattan aus Watchmen, einem gottlgeichen Wesen, das sich immer mehr von der Menschheit entfernt.“

      Denn damit hast Du definitiv recht! Jedoch hat genau das mit Superman im Kern nur noch sehr wenig zu tun. Superman handelt altruistisch und genau das macht ihn aus. Er könnte alles tun, was er will und möchte. Aber er setzt seine Kräfte für das Gute ein. Weil er dies möchte und weil er eben so erzogen worden ist. Letzteres Element existiert in MoS leider nicht wirklich, da die Kents hier andere Motive zeigen. Liegt aber auch am grundsätzlich düsteren und pessimistischen Welt- und Menschenbild, das Synder zeichnet.

      „Gleichzeitig werden damit seine 2 prägenden Väter getötet. Der Superman der wiederkehrt ist befreit vom moralischen Ballast den ihm seine Eltern mitgegeben haben und kann seinen eigenen moralischen Kompass aufbauen und idieser ist geprägt von der Hoffnung und Liebe Lois Lanes.

      Der neue Superman braucht auch keine Geheimidentität mehr (ein Konzept das bei Superman schon immer für eine gewisse Lächerlichkeit gesorgt hat), Clark Kent ist Superman ist Clark Kent.“

      Wieso aber ein auferstandener Superman nun von allem „moralischen Ballast“ befreit wäre, erschließt sich mir nicht. Seine moralischen Prinzipien und seine grundsätzlichen Werte dürften doch unverändert sein, oder?

      Eine Geheimidentität benötigt Superman ebenso wie jeder andere Superheld, der auf der Erde noch ein Privatleben führen möchte. Denn seine Dienste werden ansonsten rund um die Uhr gefordert und verlangt werden. Ein Leben bzw. eine Beziehung zu führen, wird dann faktisch unmöglich. Von der Gefahr für die Menschen, die er liebt, mal ganz abgesehen. Ohne Geheimidentität laufen diese mit einer großen Zielscheibe auf dem Rücken herum (wie bereits in BvS gesehen). Dann wird in jeder zukünftigen Geschichte gefragt werden, warum nicht zuerst die Menschen im „privaten Umfeld“ des Helden attackiert wurden.

      „Und wie gesagt, es ist die Geschichte eines Aliens das mit unvorstellbaren Kräften auf die Erde kommt. Und ich finde daher auch die Charakterisierung der Kents folgerichtig und logisch. Erstens müssen sie fürchten, das ihnen „Ihr“ Sohn weggenommen wird, wenn seine Identität bekannt wird, von eventuellen Bestrafungen an Ihnen mal abgesehen.“

      Das ist doch immer die Geschichte von Superman. Deswegen waren und sind andere Charakterisierungen der Kents für mich nicht verkehrt oder siehst Du das anders? :) die Sorgen und Ängste der Kents sind eigentlich auch in jeder Interpretation dieselben, aber daraus ergibt sich nicht zwingend dieselbe Charakterisierung wie in MoS.

      Aber ich finde Deinen Gedanken interessant, MoS nicht als Comic-Verfilmung anzusehen. Dann wären meine Probleme mit der Charakterisierung von „Superman“ sehr wahrscheinlich nichtig :)

      Beste Grüße
      Henning

  6. Gerd Gerd sagt:

    Hallo Henning,

    erstens, ich mag auch alle Superman Variationen wie sie erschaffen worden sind. Meine Lieblingsinterpretation ist bis heute der John Byrne Run, der ja schlussendlich in „The Death of Superman“ sein Ende fand. Ich fand die Idee, das Jonathan und Martha noch leben, sowie die starke und selbstbewusste Charakterisierung von Clark einfach erfrischend und modern. John Byrne hat die Figur insofern verstanden, als das nicht Superman der Charakter ist, sondern Clark Kent der sich als Superman verkleidet und gutes tut.

    Insofern liebe ich auch die Fernsehserie Lois und Clark, weil die genau das präsentiert hat. (Mein Gott, was würde ich für eine Neuauflage dieser Serie mit modernen technischen Mitteln alles geben…)

    Ich gebe auch zu, das ich bei meiner Erstsichtung von MoS wahrscheinlich genauso vor den Kopf geschlagen war, wie Du. Ich habe erst nach mehrmaligen Sehen den Film unter dem Blickwinkel eines SF-Filmes für mich neu entdeckt. Ich sehe in heute noch nicht mal mehr als „Elseworld“ Story an, dafür ist sein realistischer Ansatz einfach zu stark im Vordergrund. Die ganze Zerstörungsorgie, das Verhalten der Kents etc. machen unter diesem Aspekt, also eines First Contacts dann auch Sinn. Und daraus ergibt sich auch der fehlende moralische Kompass für Clark Kent/Kal-El, seine Adoptiveltern wollen ihn verstecken, sein leiblicher Vater erwartet von ihm, das er ein Erlöser wird.

    Die vielgescholtene Jesus Mythologie wird von Zack Snyder bewusst ad absurdum geführt. Es gibt diese tolle Szene in der Kirche vor dem Fenster, dieser kleine Dialog mit dem Pfarrer, dem er sich offenbart. Alleine schon das Schlucken des Pfarrers, wie er erfährt, wer da vor ihm steht sagt eigentlich alles. Und dann kommt noch der mehr als lahme Rat, er müsse einfach Vertrauen haben.
    Das ist für mich schon beinahe Filmkunst. Und dann macht Snyder das von Jor-El gewünschte Symbol der Hoffnung kaputt, er zeigt einen Superman der scheitert, der nicht überall sein kann, einen Superman der die Entscheidung treffen muss, Milliarden oder nur ein paar Hundertausend Menschen sterben zu lassen und zum Schluss zwingt er ihn auch noch dazu, den letzten Überlebenden seines Planetens, seiner Rasse zu töten. Damit hat Snyder MoS jegliche Superheldenmythologie beraubt und ihn in der richtigen Welt verankert. Deswegen ist dieser Superman eher nachdenklich und reserviert.

    In einer realistischen Welt hätte so ein Charakter kaum die Möglichkeit einen moralischen Kompass ohne fremde Hilfe zu finden. Insofern fungiert Lois im Prinzip als Psychologin, die ihn BvS zumindestens schon mal auf Kurs gebracht hat.

    Und hier mache ich Warner einen ganz großen Vorwurf, anstatt Snyder seinen MoS2 drehen zu lassen, der meiner Meinung nach mit dem Tod von Superman geendet hätte (wahrscheinlich sogar endgültig) musste jetzt unbedingt ein DCEU her, auf Teufel komm raus. Insofern halte ich BvS deswegen sogar für ein kleines Kunstwerk, weil er es tatsächlich, wenn auch teilweise sehr schräg, von diesem realistischen Ansatz weg zu kommen, damit wir jetzt ein Fantasyuniversum erleben können.

    Besser wäre es gewesen einen Comichafteren Superman in JL neu einzuführen, die Originstory kennt ja sowieso jeder, wahrscheinlich wird das sogar passieren, durch die Auferstehung Supermans, die ja auch in den Comics zeitweise für eine Charakterveränderung gesorgt hat.

    Viele Grüße
    Gerd

    • Henning Henning sagt:

      „Meine Lieblingsinterpretation ist bis heute der John Byrne Run, der ja schlussendlich in „The Death of Superman“ sein Ende fand. Ich fand die Idee, das Jonathan und Martha noch leben, sowie die starke und selbstbewusste Charakterisierung von Clark einfach erfrischend und modern. John Byrne hat die Figur insofern verstanden, als das nicht Superman der Charakter ist, sondern Clark Kent der sich als Superman verkleidet und gutes tut.

      Insofern liebe ich auch die Fernsehserie Lois und Clark, weil die genau das präsentiert hat. (Mein Gott, was würde ich für eine Neuauflage dieser Serie mit modernen technischen Mitteln alles geben…)“

      Wir sind uns einig :) Der Run von John Byrne ist fantastisch und die Serie liebe ich ebenfalls.

      Zum Rest muss ich sagen, dass ich das alles nachvollziehen kann und in sich schlüssig finde. Allerdings stellt sich mir dann auch die Frage, wozu es die Figur „Superman“ noch braucht. Denn von dieser ist außer ihren Kräften, dem Namen und den Eckdaten (Settings & Namen) nicht mehr viel zu sehen. Beim von Dir beschriebenen „First Contact“-Aspekt Szenario bräuchte es keinen Superman. Letztendlich haben wir mit MoS (wenn wir ihn so interpretieren) dann doch eine Elseworld-Geschichte….diese können ja auch in der Realität spielen :)

      Ich hätte diese ganze „First Contact“-Geschichte gerne in einer Entwicklung zu einem Superman, den wir kennen, münden gesehen. Dann wäre ich wohl auch mit MoS versöhnt worden. Leider gibt es diese Entwicklung auch in BvS nicht.

      • Gerd Gerd sagt:

        Hallo Henning,

        ich kann Dich verstehen, so hatte ich mir das ja auch ursprünglich erhofft, leider glaube ich, hat uns Warner da einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht, mit ihrem Wunsch dieses DCEU zu schaffen.

        Trotzdem mag ich diese Fassung von Superman, sie ist in ihrer Form eigenständig und einmalig.

        Snyder kann ich nicht dafür verantwortlich machen, ich glaube der hatte schon einen Plan und das er Comicverfilmung kann hat er mit Watchmen eindrucksvoll bewiesen. Ich glaube einfach, das zuviel von ihm verlangrt wurde.

        Wenn man ihn in den Interviews ja sieht, scheint er mächtig abgebaut zu haben, der sieht ja 10 Jahre älter aus, wie er ist.

  7. Eddy the Duck Eddy the Duck sagt:

    Ich hatte bisher leider noch keine Zeit mir den Podcast anzuhören…wird wohl erst am WE bei einem langen Spaziergang mit dem Hund etwas;)

    Aber einige Punkte und Argumente von Gerd finde ich gut und teile sie auch. Speziell die nachfolgende These ist sehr spannend:

    „Snyder hat da wunderbare Parallelhandlungen eingeführt und gezeigt, die von den meisten leider übersehen werden. Das gleiche macht er auch mit Batman. Indem er Batman Martha Kent retten lässt, lässt er ihn auch seine eigenen Eltern im übertragenen Sinn retten. Der Batman der während des Films zu sehen ist, befindet sich immer noch in einem Rachefeldzug den er nicht gewinnen kann, dieser Batman ist resigniert und ohne Perspektive. Die Rettung Marthas dient hier dazu Batman einen moralischen Kompass zu geben. Er ist dann cnicht nur der dunkle Rächer, der durch die Straßen zieht und Verbrecher zur Strecke bringt, er begreift dadurch, das es hörere Ziele gibt, für die es sich lohnt zu kämpfen.“

    …würde ich genau so unterschreiben und sogar noch einen Schritt weiter gehen. Ich denke, dass die Rettung Marthas und das Ende der Konfrontation mit Superman die “ ideologische Seele“ von Batman gerettet hat. Allein die Tatsache, dass Batman am Ende Luthor nicht brandmarkt und bei der Beerdigung von Clark indirekt zugibt, dass er im Unrecht war („Ich habe ihn im Leben enttäuscht…“) zeigt für mich die Entwicklung der Figur bzw. die Wiederentdeckung seines inneren Kompasses.

    Zum Thema, ob Batman töten darf:
    Wie gesagt, ich habe den Podcast noch nicht gehört, daher verzeiht es mir bitte, wenn es bereits erwähnt wurde….aber es brennt mir ein wenig unter den Nägeln :D
    Für mich als riesen BatmanFan ist diese Frage nicht erheblich, vielmehr interessiert es mich, wie es dazu kommen konnte. Bisher wird Batman in der Regel als „Held“ dargestellt, der es schafft seine Schlachten erfolgreich zu gestalten, speziell was seine Ideologie betrifft. Der Affleck Batman scheint aber ein gescheiterter „Held“ zu sein, vielmehr scheint er die Grenze von „Held“ zu Gesetzesbrecher überschritten zu haben. Ob Batman einen körperlichen Kampf verliert oder nicht, ist in meinen Augen nicht so relevant, wie der ideologische Kampf. Und diesen hat er Stand jetzt verloren…In meinen Augen sind die Konsequenzen dieser Niederlage aber logisch…Vielmehr hat die dunkle Seite Überhand gewonnen (vll in Form des Jokers?), was ich persönlich schon sehr gut finde, da es eine komplett neue und unverbrauchte Interpretation des Charakters ist. Wenn man sich die Vita des Charakters anguckt und sieht, was Verluste aus ihm gemacht haben bzw. zu was sie ihn getrieben haben, finde ich es nur allzu sinnig, dass er nach dem Verlust Robins jegliche Ideologie über Bord wirft, um sine Ziele zu erreichen…Das sind natürlich alles Punkte, die in diesem Film nicht behandelt werden und gerade da besteht für mich der Reiz des DCU …ich möchte unbedingt sehen, wie Batman scheitert, ich möchte unbedingt sehen, was passiert ist, damit Batman seine eigenen Werte vergisst, ich möchte unbedingt sehen, wie aus dem Helden der Kriminelle wurde…

    • Henning Henning sagt:

      Hierzu noch einige Gedanken:

      Ist Batman tatsächlich der Kriminelle, als den er sich selbst sieht? Lässt der Film diese Interpretation zu bzw. ist sie logisch anhand dessen, was wir im Film sehen?

      Denn es scheint nach wie vor ein Bat-Signal zu geben, mit dem er gerufen werden kann und gerufen wird. Supermans Satz „Next time they shine your light in the sky….“ lässt keinen anderen Schluss zu. Arbeitet die Polizei hier mit einem Verbrechensbekämpfer zusammen, der seine ideologischen und ethischen Grundsätze verloren hat und tötet? Weiß die Polizei davon oder tappt sie ebenso im Dunklen wie die Zuschauer von BvS? :D

      Aber es wäre schön, wenn die Solo-Filme über Batman vor den Ereignissen aus BvS spielen und genau diese Geschichte erzählen würden. Denn das wäre richtig guter Stoff für ein Charakterdrama :)

      P.S.: Für die Zukunft machen wir Casts niemals kürzer als 2 1/2 Stunden, damit Dein Hund unser größter Fan wird :D

      • Eddy the Duck Eddy the Duck sagt:

        Hey Henning:)

        meine subjektive Meinung: Batman ist ein Krimineller und ein Großteil der Polizei hat sich von ihm entfernt. Wird für mich in der Szene deutlich als er die asiatischen Geiseln befreit und die beiden Polizisten eher negativ auf ihn reagieren. Aber vermutlich gibt es noch Polzisten, die zu ihm halten, weil er in der Lage ist das zu tun, was sie nicht tun können bzw. dürfen, schließlich lassen die Wärter in zum Schluss ohne großen Aufwand zu Luthor.
        Zum Tham Bat-Signal werde ich vermutlich erst nach der Sichtung des Ultimate Cuts und der Rolle von Jane Malone eine Meinung haben…es könnte ja schließlich auch sein, dass andere „Helden“ den Pfad der Tugend, afgrund von „Ereignissen“, verlassen haben ;) Stand jetzt habe ich es aber so interpretiert, dass Batman das Bat-Signal slebst dort anmontiert hat.

        Neben meiner Comic Leidenschaft bin ich auch ein großer Film/Serien Fan, der einen gewissen Anspruch an das Gesehen hat. Auch wenn BvS meinen Anspruch nicht gänzlich befriedigen kann, stehe ich dem Film sehr positiv gegenüber und finde es unheimlich spannend im Dunkeln zu tappen;) Hatte auch selten soviel Spaß daran, mir Gedanken über den weitern Verlauf zu machen bzw. eigene Theorien aufzustellen;)

        P.S. :D…neben langen Spaziergängen am Strand bei Sonnenaufgang, gibt es für unseren Hund nichts größeres als euren Podcast :) Da meine Freundin auch sehr angetan ist von Batman, sind wir ein Haushalt der sehr im Zeichen der Fledermaus steht:)…und Dank des tollen PodCasts haben wir immer neuen Stoff, den wir kontrovers Zuhause diskutieren können:)

      • Gerd Gerd sagt:

        Hallo Henning,

        das mit dem Bat-Signal ist so eine Sache, die ich auch noch nicht einordnen kann. Mein erster Gedanke war, das er selber dieses Licht anmacht um den Verbrechern Angst zu machen.

        Mein zweiter Gedanke geht da eher in Richtung Ultimate Cut, die Rolle von Barbara Gordon ist noch unklar, evtl. wird dadurch auch geklärt was mit Comissioner Gorden ist. Meine Vermutung geht dahin, das nicht die Polizei an sich, sondern Jim Gordon dieses Signal nutzt. Das war auch schon in den Comics so, es gab Zeiten da war Jim Gordon der einzige Polizist der mit Batman zusammengearbeitet hat.

      • Eddy the Duck Eddy the Duck sagt:

        Gerd das sehe ich genauso ;)

  8. Wiesslo23 Wiesslo23 sagt:

    Immer wieder so geil euch zu hören, und hier auch diese mega Feedbacks zu lesen… Ich gönne es mir meist in der Badewanne nach einen verlorenem Fussballspiel um mich auf zu muntern. Hatte auch bei FB schon geschrieben das es schade ist das das Thema BVS jetzt Castmässig zu den Akten gelegt ist weil das ganze Thema noch sooo umfangreich ist.
    Wenn ich allein hier schon die Idee lese das ein Batman Solofim den Weg des scheiterns Batmans zeigen könnte – indizien sind ja da, denke auch SQ wird da was anreisen – da bekomme ich Gänsehaut.
    Was ist wenn Snyder/Warner uns wirklich erstmal hinter das Licht führen und die richtige Bombe erst noch platzt… Und dann ja berücksichtigt das ein Nolan ja durchaus seine Finger noch im Spiel hat, ist mit in den Credits aufgefallen und im Intro.
    Weil iwas muss da im verborgenem sein, Afflack als Fanboy mit eigener Bathöhle hätte doch sonst eine solche Darstellung auch gar nicht zu gelassen oder?

    Zum Thema Batsignal:
    Die Gegend dort wirkte sehr verlassen, glaube auch nicht das es auf einem AKTIVEN Polizeirevier steht.
    Könnte in dem Zusammenhang sogar Supermans Andeutung mit dem Signal Ironie sein?
    Kenne den Wortlaut nicht mehr aber das hätte charme, so nach dem Motto die Stadt hat sich gegen dich gestellt und selbst wen sie dich rufen, bleib zu Hause….

    Bekomme schon wieder richtig bock aufs Kino…

    • Avatar Pat sagt:

      Hey Wiesslo,

      danke für die netten Worte. Sowas freut uns natürlich, wenn wir neben der Batmanleidenschaft noch eine Aufmunterung sind. :)

      Zu den Akten gelegt ist der Film vorerst, aber wir freuen uns schon im Sommer den „Ultimate Cut“ zu sehen. Denn der Film beschäftigt uns ebenso wie Dich. Vorallem durch das große Potenzial wird es spannend zu sehen, wieviel der „Ultimate Cut“ aufwerten wird.

      Außerdem bin ich bei der „Justice League“ gespannt, inwieweit wir durch Gordon erfahren, was für ein Verhältnis Batman zur Polizei hat, das wird spannend mit anzusehen sein. Möglicherweise wird es auch einfach eine oder mehrere Rückblenden. Besonders interessant fände ich eigentlich einen Gordon, der pensioniert ist und mit Batman schon einige Abenteuer erlebt hat. Vielleicht kennt er die wahre Identität unseren Helden. :)

      Beste Grüße,
      Patrick vom Batcast

  9. Avatar BANE2012 sagt:

    Servus Leute, ich möchte noch etwas hinzufügen, leider wird die ganze Zeit um das „töten“ von Batman diskutiert, aber das gleiche macht Superman im Bruce Wayne’s „Traum“ oder „Zukunft “ Sequenz. Darf das Superman auch aus dieser Hinsicht?

    • Eddy the Duck Eddy the Duck sagt:

      Moin Bane;)
      bei dieser Traumsequenz handelt es sich ganz klar um eine Comicanspielung, die u.U. in der Zukunft oder in einer Parallelwelt spielt. Supermans Handeln in dieser Sequenz ist abhängig von der Art wie er zurück kommt…ferner ist der Satz von Flash („Lois, sie ist der Schlüssel“) ganz entscheidend.

      Entweder wird Superman von Darkseid zurückgeholt und instrumentalisiert (zum Töten abgerichtet)–> Lois wäre hier der emotionale Ankerpunkt, der ihn „rettet“, somit der der positive Schlüssel.

      Oder: Lois kommt ums Leben (ganz klare Comic Leseempfehlung: Injustice!) und Superman verschiebt so sehr seine eigenen Werte, damit sowas nie wieder passiert, er erichtet quasi seinen eigenen Polizeistaat. Was er jedoch nicht merkt, dass er sich zu einer Art Diktator ernennt und „Verbrecher“ schon bestraft, bevor sie ein Verbrechen verübt haben. Sieht er Batman als einen Verbrecher und tötet ihn deshalb? Macht er Batman für den Tod von Lois verantwortlich? Ist Lois ein Kollateralopfer durch einen Gegner von Batman? —> hier wäre Lois der negative Schlüssel, der durch die Verlustangst von Superman zum Katalysator für seine Emotionen wird.

      Da es sich bei dieser Sequenz aber um „Zukunfsmusik“ handelt, ist es in meinen Augen auch nicht wichtig, ob er da tötet oder nicht;)
      Es lässt aber mein Nerdherz höher schlagen und weckt eine enorme Vorfreude auf die kommenden Filme, wenn ich solche Comicanspielungen sehe :) Aber da kommen wir wieder zum Thema Guter Film/Fanservice:)

  10. Eddy the Duck Eddy the Duck sagt:

    …Ist einer von euch zufälligerweise im bereitsgesehen Forum unterwegs? …Hammerhart wie schlecht die den Film da machen…Bin dort seit Jahren auch ein fleißiger Leser, aber seit einiger Zeit vergeht mir die Lust :/….

  11. Avatar RexMundi sagt:

    Aaaaaaahaaaaa, da also ist mein Kommentar (und Link) zu Snyders Erklärungsversuch (bezgl. Killing Batman) gelandet … im Batcast :).

    Die für mich beste Folge der BvS-Cast-Trilogie mit den sehr gut aufgelegten 4 Amigos :D

    Zu Batmans Taten in BvS habe ich 2 Sachen:

    1. Kleine Rechtskunde:
    Das, was Batman in diesem Film tut, als fahrlässig zu bezeichnen, halte ich für fahrlässig ;) und trifft juristisch höchstwahrscheinlich nicht zu. In BvS nimmt er „billigend in Kauf“, dass Menschen getötet werden, u. a., weil er mit einer Projektilwaffe auf Menschen schießt. Das wird (u. a. in der deutschen Rechtsprechung) als „Eventualvorsatz“ bezeichnet. Würde der ihm nachgewiesen (das gelänge hier, anhand des umfangreichen Videomaterials :) ), heißt der Straftatbestand „Mord“ (dadurch ist Batman de facto ein „Mörder“), mindestens aber „Totschlag“. Fahrlässigkeit habe ich in dem Film bei Batman kaum sehen können; er handelt in jeder Kampfsequenz kalkuliert (sonst wäre der auch schon lange tot oder querschnittsgelähmt ) und mit Hochrisikoabsicht für alle Anderen. Einzig in der Supermanszene vergisst der sich plötzlich völlig, was, wie ja von euch schon besprochen daher teils auch nicht nachvollziehbar ist.
    Marthas Rettung würde übrigens Mord gerade noch ausklammern, da ein mind. mittelmäßiger Anwalt hier die Handlung als „Nothilfe oder Notwehr“ verkaufen kann (was sie mMn auch ist).
    Nolans Batman, der den Joker durch einen Tunnel verfolgt und dort Autos an der Seite wegsprengt tötet Andere, wenn er das überhaupt tut (es gibt keine Szene dazu) höchstens fahrlässig, weil das Ziel – ziemlich eindeutig – die Verfolgung ist. Würde er gleichsam unmittelbar auf den Joker oder andere Menschen schießen, läge der Fall ähnlich wie oben beschrieben. Baleman scheint aber das Ziel zu verfolgen, möglichst wenig Kollateralschäden zu verursachen und das spricht gegen einen (Eventual)Vorsatz.

    2. Mich stört dieser Snyder-Batman (auch, wenn ich ihn auf einer anderen Ebene ziemlich cool finde). Batman ist in BvS – wie gerade angeführt – relativ klar ein Mörder oder Totschläger. In den Comics der letzten Jahre ist er das so explizit nicht. Hilfeleistungen zu unterlassen oder jemandem im Affekt halb tot zu prügeln ist nicht ok, aber eben auch kein Mord oder eine andere kalkulierte oder in Kauf genommene Tötung.
    Mich hat das bei Burton (seltsamerweise) auch nie gestört und mit diesem Batcast habt ihr die Frage aktualisiert, warum das so ist. Ich habe für mich folgende Antwort gefunden: Burton hat schon diese Welt und Figur ernsthaft in das Filmmedium übersetzt, aber es fühlt sich rundherum an, wie eine Comic-/Fantasyverfilmung (Batman Returns evtl. auch wie Horror). Durch die Nolantrilogie scheint DC/Warner aber eine Art Realismusschiene zu fahren. Ähnlich wie Gerd oben, sehe ich MoS als einen guten Science Fiction Film, der versucht(!), sich ernsthaft und mit möglichst viel Realismus der Frage zu nähern, was passiert, wenn hier DER Superman auf den Plan tritt. BvS geht dann sogar noch einen Schritt weiter und verstärkt diese (pseudo-)realistische Anbindung, indem er erstens die Kritik der realen Fans direkt darstellt und kommentiert und damit gleichzeitig realistisch wirkende Konsequenzen daraus zieht. In dieser dort dargestellten Welt, welche der unsrigen viel näher ist, als irgendein Burtonkonstrukt, kann Batman existieren. Unabhängig von den fantastischen Elementen, wirkt aber eben dadurch seine Gewalt auch viel realistischer und unmittelbarer (gleiches geschieht mit Überraschungsmomenten, Atmosphäre und Humor in der Nolantrilogie). Der Kontext ist hier bei der Betrachtung vorrangig, nicht das Maß der Gewalt an sich. Eine bestimmte Atmosphäre schafft auch bestimmte (unterschiedliche) Gefühlslagen. Ansonsten wäre das, als würde ich „Edward mit den Scherenhänden“ mit „Ex Machina“ vergleichen.
    Die (Comic)Figur Batman bietet an sich eine große Projektionsfläche mit vielen Auslegungsmöglichkeiten (daher wird er auch so breit angenommen). Dennoch ist es wichtig, wenigstens EINE Grenze scharf zu zeichnen, v. a., wenn man ihn in eine „realistischere“ Welt hineinversetzt (ansonsten hat man eben einen fledermausigen Punisher und der kommt ja jetzt bei der Masse nicht so überragend an, wie eben Batman). Dann sind doch seine Prinzipien umso wichtiger. Dermaßen explizit zu töten, führt allein schon im Film alles ad absurdum, was Bruce in BvS den Metwawesen vorwirft. Für ihn selbst gibt es ja auch keine Grenzen, kein Halten mehr. Er ist eine selbsternannte Precrime-Einheit mit Tötungsabsicht. Dadurch wird auch seine eigene Philosophie unsinnig . (vom Jokerparadoxon ganz zu schweigen) .. bla bla .. meine Eltern … bla bla … ! Warum ist er nochmal Batman? Ist er überhaupt noch Batman, jemand mit einer nachvollziehbaren Agenda oder ist er nur der klügste Psychopath der Ostküste? Einer, der schulterzuckend Kriminelle niedermäht, weil er „dem Verbrechen“ den Krieg erklärt hat?!
    Bernd sagte, dass Batman in der Supermanszene bereit gewesen sei, seine Grenzen zu überschreiten; ich behaupte, der Film vermittelt einem, dass er überhaupt keine Grenzen mehr hat. Während der Film an Fahrt aufnimmt, steigt auch die (zunächst nur innere) Raserei Batmans, bis sie schließlich in dem unvermeidlichen Kampf gipfelt. Das KANN man so machen, gefallen muss einem das aber nicht.
    Sowohl in den Comics, als auch in (einigen ausgewählten) Folgen der Animatedeserien erleben wir einen reflektierten Batman, der sich mit seinen Entscheidungen nie 100%ig sicher ist, einer, der lange und manchmal schmerzhaft abwägt und dann eben die Entscheidungen trifft, die er für unablässig oder notwendig hält. Die bewegen sich meistens alle im strafbaren Bereich, sind aber aus Entscheidungsprozessen entstanden, die sich die Figur nicht leichtgemacht hat und die für die meisten von uns (Nichtpsychopathen) nachvollziehbar sind. DAS ist das Gebrochene, was ihm Leser und Zuschauer abnehmen können; was ihn menschlich und einordenbar macht. In BvS verhält er sich wie ein 19jähriger, vollgepumpter Testosteronkrimineller mit zu viel Geld, Gadgets und einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung. Und das wird nicht mal konsequent fortgesetzt: Bei der Szene am Grab mit WW scheint er seinen ganzen Wahnsinn völlig abgeschüttelt zu haben … No way. Dieser Batman ist eine typische Figur á la Zack Snyder (den ich wirklich mag): sieht geil aus, hat coole Moves, fühlt sich erstmal gut an, aber wenn man näher kommt verpufft das alles und der Charakter ist eine leere Hülle ohne Geschmack.

    Ich freue mich auf Afflecks Batman und ich halte ihn für schlau genug, etwas vom Gas zu gehen und uns einen Dunklen Ritter zu präsentieren, mit dem die Meisten ihren Frieden schließen können.

  12. Avatar bjoern sagt:

    So, ich hoffe das liest noch jemand. :-)
    Hab ihn mir gerade nochmal angeschaut und dabei sind mir noch ein paar Sachen aufgefallen. Ganz davon abgesehen, dass mir der Film mit jedem mal besser gefällt. :-)

    1. Warum geht Clark nicht auf die Suche nach seiner Mutter als Luther ihm sagt, dass er sie entführt hat?
    Luthor sagt zu Clark „Bring mich um und sie ist tot“ und „Flieg weg und sie ist tot“.
    Ich denke damit ist für Clark klar, wenn er sich auf die Suche machen würde wäre sie tot.

    2. Evakuierung der Stadt
    Das Militär sagt ja während Clark mit Doomsday in den Weltraum fliegt, dass sie die Stadt evakuiert haben. Als ich die Szene heute gesehen habe, sah es für mich so aus als ob das auf Superman und Doomsday bezogen war.

    3. Ring für Lois
    Nach der Sichtung heute ist meine Theorie zu dem Ring folgende:
    Als Clark mit seinem Vater spricht auf dem Berg, sagt sein Vater er hat gelernt damit zu leben als er seine Mutter kennen gelernt hat. Ich denke Clark hat daraufhin den Ring zu sich nach Hause geschickt, weil er in diesem Moment erkannt hat, wie wichtig Lois für ihn ist und der Ring sollte eine Überraschung sein bei einem Besuch „zu Hause“. Wie wir wissen kommt es ja nie dazu, deshalb hat ihn Martha dann Lois so überreicht.

    4. Zeitungsbericht über Luthor
    Als Perry am Ende die Zeitung aufschlägt sieht man neben dem Bild von Clark auch das von Luthor und darunter steht, dass ein SWAT Team das Raumschiff gestürmt hat. Das passt zu der zusätzlichen Szene die wir vor kurzem sehen konnten.

    Ach und mir ist ein nettes kleines Detail aufgefallen. In der Wohnung von Scott Mc Nairys Character hängt ein Bild an der Wand, welches das Cover der ersten Ausgabe von „Action Comics“ darstellt. :-)

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