Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 2 – Bane

Wo ist Batman?

Wo ist Batman?
(Superman-TAS, S02E02; Original „Knight Time„)

©Warner Bros. Entertainment

Superman erfährt, dass Batman schon seit geraumer Zeit verschwunden ist und die Verbrecher Gothams mittlerweile die Stadt unter sich aufteilen. Bei einem Besuch beschließen er und Robin nach Bruce zu suchen und gleichzeitig die Verbrechenswelle in Gotham eindämmen zu wollen. Also schmeißt sich Clark in den Batsuit und durchkämmt mit Robin die Stadt. Bei Nachforschungen verdächtigen die beiden schnell den Mad-Hatter. Als sie diesen aufsuchen, treffen „Batman“ und Robin auch auf den Riddler und Bane.

Und wieder zitiert er die Ereignisse aus Knightfall: „Ich hatte schon befürchtet, dass ich dich nie wieder sehe, Batman. Und dann hätte ich doch nie gewusst, wie es ist, dein Rückgrat mit meinen Händen zu zermalmen.“

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Der umkostümierte Superman wird (dank verbessertem Venom-Gemisch) anfangs von Bane und dessen enormen Kräften überrascht (der Riddler hilft auch etwas mit). Doch er ist eben Superman und prügelt Bane buchstäblich das Venom aus dem Kopf. ENDE

Zumindest für Bane. Supes und Robin kommen dann dahinter, dass Brainiac Bruce Wayne entführt hat (Weltvernichtungspläne und so) und sie können natürlich den Tag noch retten.

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Bis auf die ärgerliche Synchronumbesetzung in der deutschen Fassung (alle Figuren, einschließlich Batman wurden von anderen Sprechern vertont), ist die Episode sehr zu empfehlen. Es gibt einige lustige Anspielungen und Sequenzen in dieser Fish-out-of-water-Story. Bezüglich Bane gibt es aber keine Weiterentwicklung.

Das geschieht erst wieder in

Batman: Gotham Adventures #15:
„Cash ’n the Hood“

Bane überfällt in Gotham innerhalb von 2 Monaten mehr als ein Dutzend besonders gut gesicherte Banken und gibt sich dabei nicht einmal Mühe, unentdeckt zu bleiben. Das ist wohl auch nicht so ganz so einfach. Wir erfahren nämlich, dass der Verbrecher knapp 2 m groß ist, ca. 155 kg wiegt und so schwer zu übersehen sei … naja. Trotzdem will es dem Dynamischen Duo nicht gelingen, eine Spur zu ihm zu finden.

Doch bei einem der nächsten Einbrüche können sie ihn endlich aufspüren und überraschen. Gleichwohl entkommt Bane, aber der Fahrer des Fluchtwagens stellt sich (vorerst unfreiwillig) einem Verhör zur Verfügung.

Batgirl, Robin und Batman schwingen danach schnell zur Lower East Side und finden Bane im einzig renovierten Gebäude der Gegend, umringt von einer Schar Kinder. Die scheinen sich allerdings eher von den spitzohrigen Eindringlingen gestört zu fühlen und rufen Bane sogar zu Hilfe. Als Batman Bane dann während des Kampfes nach draußen befördert, beschweren sich auch einfache Leute aus der Nachbarschaft. Der einstige Killer habe zuletzt viel Gutes getan für die Gegend; er habe die Kinder aufgenommen und sowohl sie als auch die Armen versorgt.

Doch der dunkle Ritter bleibt hart und führt Bane der Polizei zu. Er ist nicht überzeugt von Banes plötzlichem Sinneswandel und fragt ihn, was er mit der Robin Hood-Nummer vorhabe. Nun, vielleicht sei sein Herz ja auch gewachsen, meint der Hüne. Oder aber, er habe eine Legende geschaffen, die während seiner Inhaftierung wachse und gedeihe und ihm so für später hunderte oder gar tausende loyale Anhänger sichere.

Bei einem Gespräch mit der gesamten Batfamily lässt Batman durchblicken, für wie gefährlich er diesen Schachzug hält. Immerhin habe Bane das ganze Geld an die Armen verteilt, habe Kindern ein Zuhause gegeben, sie eingekleidet und ernährt. Im Gegensatz zu seinen sonstigen Gegnern habe Bane den Wert wirklicher Verbündeter erkannt.

Doch Alfred gibt zu bedenken, dass ebenso die raue Kindheit Banes ihn dazu gebracht haben könnte, Anderen dieses Schicksal ersparen zu wollen. Und Robin wirft ein, vielleicht sei Bane einfach auf der Suche nach einer eigenen Familie. … Schweigen in der Bathöhle und ENDE.

Diese Geschichte und vor allem die letzten Szenen gestalten die Figur Bane etwas komplexer und fügen ihr neue Aspekte hinzu, die der Leser auch teilweise für sich interpretieren bzw. entscheiden muss. Der Charakter wird in der vorliegenden Story wiederholt infrage gestellt. Dabei geht es u. a. um einzelne Eigenschaften (z. B. eben Intelligenz), aber vor allem um Banes Motivation über verschiedenste Situationen hinweg. Es gibt sogar ein paar Panels, in denen Tim Drake offen und vielseitig über die Beweggründe Banes für die Bankraubserie spekuliert. Das ist quasi das Leitmotiv der Geschichte. Und der Leser muss schlussendlich entscheiden, welcher Version er folgen will.

Diese Story wird übrigens wieder aufgegriffen in

Batman: Gotham Adventures #52:
„Hard Knock Life“

©DC Comics

Bane hat sich eine Schar treuer Kinder gesichert, welche anfangs u. a. dafür sorgen, dass er nach einem Bankraub nicht festgenommen werden kann. All diese Kinder (welche er selbst als „Soldaten“ bezeichnet), werden von ihm gut versorgt. Sie haben Kleidung, Essen, ein Dach über dem Kopf und vieles mehr. Endlich gibt es jemanden, dem sie nicht egal sind, der sich um sie kümmert.

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Im Verlauf der Story erleben wir, wie ein neuer Junge in Banes Haus aufgenommen wird. Umgehend ist klar – das ist Tim Drake undercover. Schnell freundet er sich mit dem „leitenden Kind“ (leider erfahren wir nie seinen Namen) in Banes Truppe an. Der Junge berichtet Bane direkt und organisiert Nachschub und Versorgung. Anhand verschiedener Ereignisse versucht Tim den Jungen davon zu überzeugen, dass Bane sich keinen Deut um die einzelnen Kinder schert, sondern ihm lediglich daran gelegen ist, eine schlagkräftige und loyale Armee um sich herum aufzubauen. Dabei faselt Bane selbst vom Recht des Stärkeren und hinnehmbaren Verlusten. Doch die Treue der Kinder zu ihrem Erlöser bleibt ungebrochen.

Schließlich wird Bane in einen Kampf mit Batman verwickelt und nimmt dabei in Kauf, dass seine Nummer 1 ertrinkt. Daraufhin wenden sich die Kinder von ihm ab und Bane ist wieder allein. Wie gewonnen ….

©DC Comics

Rein chronologisch (und zum vierten Mal in Deutschland anders, dafür endlich mit südamerikanischem Akzent synchronisiert) geht es für Bane erst 2003 – also 4 Jahre nach Beendigung der BTAS weiter im Direct-to-Film

Batman – Rätsel um Batwoman
(Original: Batman: Mystery of the Batwoman)

©Warner Bros. Entertainment

Ärgerlicherweise trifft die sprachliche Umbesetzung hier auch gewohnte Charaktere wie Robin oder Commissioner Gordon. Aber das nur am Rande.

Inhaltlich haben wir es mit einer mysteriösen neuen Verbrechensbekämpferin im grauen Fledermauskostüm zu tun, welche gerade die Kreise der derzeit vereinten Gothamer Unterwelt (namentlich Pinguin, Rupert Thorne und Carlton Duquesne) empfindlich stört. Die Gangsterbosse wollen natürlich die Identität von Batwoman herausfinden, genauso wie das Dynamische Duo. Innerhalb der Handlung tauchen mehrere Frauen auf, die unter der Maske stecken könnten und der Zuschauer ist (mitsamt aller im Film Beteiligten) zum Rätseln angehalten.

Bei fortgeschrittener Handlung treffen wir nun auf Bane, welcher zur „Lösung des Problems“ von Thorne (erneut) und vom Pinguin angeheuert wurde. Erstaunlich, dass ausgerechnet Thorne und Bane wieder zusammenarbeiten. Sie scheinen die alten Differenzen (Verrat bzw. geplante Ermordung) ja gut überwunden zu haben … sind eben Geschäftsmänner.

Interessanterweise eröffnet der Auftrags(!)killer auch gleich damit, dass ER nun die Bedingungen diktiere: „Ich unterstehe Niemandem“.

©Warner Bros. Entertainment

Der Showdown findet auf einer Luxusjacht statt. Bane schnappt Batwoman und übergibt sie dem Schurkentriumphirat. Batman stürmt rechtzeitig herein und verwickelt die Bande in einen Kampf. Die Fledermäuse können fliehen und Bane lässt das Schiff Kurs auf internationale Gewässer nehmen. Schließlich lässt Batwoman die Jacht explodieren und während sich alle anderen in Sicherheit bringen, verwickelt (der nun mit Venom vollgepumpte) Bane den dunklen Ritter in den Finalkampf. Beide müssen ordentlich einstecken. Doch Batman handelt nach dem „der Klügere gibt nach“-Motto und verlässt das sinkende Schiff, bevor es auf die nahende Brücke trifft. Bane hingegen kann nicht mehr rechtzeitig fliehen und stürzt augenscheinlich in sein feuriges Grab.

©Warner Bros. Entertainment

Und wer nun die rätselhafte Batwoman ist und wie die ganze Geschichte endet, das erzählen wir an anderer Stelle. Ein Fazit spare ich mir auch, denn Bane fällt hier seine gewohnte Rolle als Auftragsschläger (mit Planungsgeschick) zu. Sein Auftritt ist kurz und bietet Altbekanntes.

Eigentlich sollte der Abgesang auf Bane an dieser Stelle auch größer sein, immerhin haben wir ihn ziemlich sicher in den Tod stürzen sehen. Doch wir wissen aus der (einige Jahre zuvor produzierten) Batman Beyond Serie, dass der giftige Schurke das überlebt haben muss.

 

Batman Beyond:
„Tödlliches Gift“ (S01E09; „The Winning Edge“)

Wie Mr. Freeze ist Bane einer von 4 ehemaligen Batman(-TAS)-Gegner, die den Sprung in die Zukunft „geschafft“ haben. Hierbei ist „geschafft“ allerdings nur ein Euphemismus.

Inhalt:

Eine neue Droge überschwemmt Gotham und macht auch vor Terrys Schule nicht halt. Als Batman bei einem Raubüberfall auf einen seiner (aufgepumpten) Mitschüler trifft und die Auseinandersetzung verliert, beginnt er sofort mit den Nachforschungen. In der Bathöhle erweist sich die Zusammensetzung der Snapper (eine Art Drogen-Pflaster zur Verabreichung des Steroids) als deutlicher Hinweis auf Venom (oder wie es hier plötzlich heißt: „Wehnoohm“?) … und damit auch auf Bane.

Batman sucht den seit 20 Jahren untergetauchten Schwerverbrecher auf einer abgeschiedenen Insel auf. Bruce warnt Terry noch vor einem seiner brutalsten Gegner vor, doch Bane ist für niemanden mehr eine Gefahr. Zerstört durch den jahrelangen Gebrauch der Venom-Droge, ist der völlig ausgemergelte Mann angewiesen auf ein Beatmungsgerät und einen Pfleger. So endet also der Batmanbrecher – als ein jämmerlicher Schatten seiner selbst.

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Um die weitere Geschichte kurz zu halten: Banes Pfleger, Jackson Chappell, hat irgendwann die Venom-Formel von ihm erfahren und vertickt seitdem das Steroid auf der Straße. Zwischen ihm und Batman kommt es zum finalen Kampf, in welchem Chappell ähnlich besiegt wird, wie Bane einst in „Kampf der Giganten“ – per Überdosierung seines eigenen Gifts.

©Warner Bros. Entertainment

Tödliches Gift“ hat größtenteils die Gefahren des Drogenge- und missbrauchs zum Inhalt, was natürlich eine gute Sache ist. Für uns ist an dieser Stelle v. a. der Werdegang von Bane wichtig und der alte, kaputte Mann in seinem Beatmungsstuhl ist der letzte Eindruck, den wir vom einstigen hünenhaften Killer erhalten. Zwar findet Bane noch für einige wenige Panels in späteren Batman Beyond Comics Platz, aber nur als Erwähnung oder als schlichtes Stand-In. Neue Erkenntnisse sind daraus nicht zu entnehmen.

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