Nach einem weiteren Trailer und Hintergrundinfos zu „Clayface“, äußert sich nun der Regisseur James Watkins bei den Kollegen von Deadline zu dem Horrorfilmprojekt aus dem Hause DC.
Wie der Regisseur zu „Clayface“ gekommen ist:
„DC kam auf mich zu und sie schickten mir das Drehbuch von Mike Flanagan, was sich wirklich sehr interessant gelesen hat. Im Kern handelt die Story von einem Monster. Sie behandelt Themen wie Identität, die Frage nach unserem Wesen und den Aspekten, durch die wir uns definieren. Es dreht sich alles um einen Mann, der sich eine Karriere aufgebaut hat, die im weiteren Verlauf zerstört wird und die er wieder zurückzugewinnen möchte. Das hat etwas sehr Menschliches, mit dem man sich identifizieren kann. Auf der anderen Seite hat die Geschichte etwas Mythisches, das fast an klassische Erzählungen anknüpft wie zum Beispiel die Story um „Frankenstein“ oder Horrorgeschichten mit Gestaltwandlern (wie dem Skinwalker oder Werwolf). Mit DC habe ich mich häufig ausgetauscht und auch wenn sie auf mich zugekommen sind, musste ich gewissermaßen erst mal beweisen, dass ich auch was anbieten kann mit dem sie etwas anfangen konnten.“

„Als ich an Board kam, hatte ich eine Vielzahl an Ideen mit im Gepäck, die ich ihnen präsentieren konnte. Ich sagte: „Hier haben wir Gotham, und so würde ich es gerne gestalten wollen.“ Die Gespräche liefen ähnlich ab, wie ich sie mit Blumhouse, Couper Samuelson und Jason Blum über „Speak No Evil“ geführt habe. So teilte ich ihnen damals mit, in welche Richtung ich mit dem Film gehen möchte und sagte, wenn ihr das genauso seht, sollten wir zusammenarbeiten. Wenn nicht, ergibt es keinen Sinn für mich, bei dem Projekt dabei zu sein, denn das wäre für uns alle dann suboptimal. Es ist enorm wichtig, mitzuteilen, welche Vision man mit dem jeweiligen Film verfolgen möchte und sie dann entscheiden zu lassen, ob sie diesen Weg auch mitgehen möchten. Ich erinnere mich an ein Zoom-Meeting, das ich mit den Verantwortlichen von DC abhielt, wo ich ihnen ziemlich eklige Bilder gezeigt habe, die sich selbst ein James Gunn mitunter nicht anschauen konnte. Letztendlich konnte ich sie von meinen Ideen überzeugen und bekam das „GO“.
Die Inspirationen für „Clayface“

„Ich ließ alles mit einfließen – Basil Karlo, Matt Hagen und alle anderen Varianten; einige inspirierende Ideen kamen aus den unterschiedlichsten Comics. Für Fans, die tief in die Materie eintauchen möchten, gibt es auf alle Fälle einige Anspielungen zu entdecken. Mir persönlich ging es in erster Linie darum, dass ich den Emotionen dieser Figur tiefer auf den Grund gehen kann. Was mich an den früheren Versionen am meisten angesprochen hat, waren die Traurigkeit, Melancholie und die tiefe Qual, die den Figuren innewohnen. Dem Ganzen wollte ich eine tragische Dimension hinzufügen und aufzeigen, wie Matt Hagen Abweisung erfährt und wie er versucht, seinen eigenen Stiefel durchzuziehen. Die Dualität von Clayface ist wirklich sehr faszinierend: Irgendwo fungiert er als Antiheld, ohne dabei nur ein Bösewicht zu sein.“
James Watkins‘ Gotham City

„Es war mir ein großes Anliegen, dass unser Gotham City echt wirkt. Deshalb haben wir auch in Liverpool gedreht. Wenn ich an Filme denke, die mir sehr am Herzen liegen, wie zum Beispiel „Die Fliege“ von David Cronenberg, in dem ein Mann quasi zu einer Fliege mutiert, was unmöglich ist, aber durch den Film wahrhaftig und glaubwürdig vermittelt wird. Genau das strebe ich auch für unseren Film an. In Hinblick auf unser Gotham haben sich James Gunn, der Szenenbildner James Price, unser Kameramann Rob Hardy und meine Wenigkeit ausgiebig mit Straßenfotografien von New York aus den 1970ern bis 1990ern beschäftigt. Die Farbpalette erkennt man sofort, nicht nur den Kodachrome-Stil, sondern auch das Lebensgefühl und die Texturen der Stadt sowie die Kostüme und Farbpalette. Unser Gotham soll einen verfallenen Eindruck machen. So verwendet Rob LEDs anders als es seine Kollegen tun. Uns schwebte für unseren Film ein düster-romantischer Look vor. Rob dreht zwar digital, kann aber seine Bilder wie analoges Material wirken lassen. In unserem Film ist viel von diesem schmutzig/orangen Natriumlicht vorhanden, das sich fast durch den ganzen Film zieht und dadurch eine ziemlich dichte Atmosphäre schafft.“
Einfluss von Brian De Palma im „Clayface“-Trailer

„Im Trailer gibt es einen speziellen Moment, der sofort ins Auge springt und auf „Carlitos Way“ anspielt. Rob und ich haben uns häufig über Brian De Palma unterhalten, so ist seine Kameraführung immer gut durchdacht und sehr sparsam eingesetzt, außerdem sticht sie durch ihre brutale Qualität hervor.“
Der Unterschied zu Filmen wie „The Substance“ und „Joker“
„The Substance“ und „Joker“ sind zwei ausgezeichnete Filme, aber in unserem Film erzählen wir eine andere Geschichte, die darüber hinaus auch in einem ganz anderen Universum angesiedelt ist. „Clayface“ hat eine ganz andere Stimmung. Die Story, die wir um Matt Hagen ausgearbeitet haben, soll für sich alleine stehen und ich finde sie darüber hinaus wirklich spannend, weil sie das Publikum an einer aufregenden Reise teilhaben lässt. In unserem Film sind wirklich viele eklige und blutige Szenen zu sehen, aber er hat auch einen sehr emotionalen Kern, der ihm Tiefe verleiht. Der Gedanke daran, dass man dann irgendwann im Kinosessel sitzt und die Reaktionen des Publikums mitbekommt, hat etwas sehr Tröstliches.“
Tom Rhys Harries als Clayface

„Unsere Castingdirektorin und ich haben uns viele wunderbare Leute angesehen. Dann betrat Tom den Raum, dessen vorherige Arbeit ich zu diesem Zeitpunkt nicht kannte, dessen Probelesung ich aber dennoch sehr interessant gefunden habe. Ich ließ ihn ungefähr noch viermal vorsprechen, wo er auch an gemeinsamen Lesungen mit anderen Schauspielern teilnahm. Toms Gesicht erinnert tatsächlich ein wenig an die Figur Clayface. Ein ähnliches Phänomen habe ich auch mit James McAvoy erlebt, einem großartigen Schauspieler, der kleine Nuancen nutzt, um zwischen einer schelmischen und einer diabolischen Ausstrahlung zu wechseln. Das habe ich auch bei Tom beobachten können, der in einem Moment die Verletzlichkeit eines Straßenjungens bzw. Waisenkinds darstellt und im nächsten Moment ein manisches Lächeln aufsetzt, das einem durch Mark und Bein geht. All das schafft er, ohne unglaubwürdig zu wirken. Für mich war er einfach Matt Hagen und wenn man einmal diesen Eindruck, kommt man von diesem nur noch sehr schwer weg.“
Der Kinostart ist für den 23. Oktober 2026 in den US-Kinos geplant. Hierzulande soll er am 22. Oktober an den Start gehen. Produziert wird der Film von Matt Reeves und Lynn Harris sowie ihrer gemeinsamen Produktionsfirma 6th & Idaho Productions. Auch die DC-Studios-Chefs James Gunn und Peter Safran sind als Produzenten mit an Bord. Regie führt James Watkins.



hat der graue Höhergrund beim Test einen bestimmten Grund? ich finde es deutlich schwerer zu lesen.