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Warner: Warum BVS vorgezogen wurde

Unter dem Titel ‚BATMAN v SUPERMAN gegen CAPTAIN AMERICA: Der Superhelden-Showdown, bei dem jeder gewonnen hat‘, veröffentlichte Entertainment Weekly einen Artikel über den neuen Starttermin von Zack Snyders Filmprojekt und hatte die Chance, bei Warner anzufragen, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte.

BATMAN v SUPERMAN‘ gegen ‚CAPTAIN AMERICA‘:
Der Superhelden-Showdown, bei dem jeder gewonnen hat

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Es war ein gelungenes Jahr für Marvel. Korrektur: es war ein großartiges Jahr für Marvel. Zuerst startete ‚Captain America: The Winter Soldier‘ erfolgreich im April und ist bislang in den USA der erfolgreichste Blockbuster des Jahres, der seinen Vorgänger aus dem Jahr 2011 mit 92 Prozent überflügelte. Dann, letzte Woche, Guardians of The Galaxy startete mit einem gigantischen Wochenende an den Kinokassen und hat jetzt schon mehr eingespielt als der Winter Soldier nach fünf Tagen. Und wann das nicht schon genug Gründe zum Feiern wären, bekam Marvel nun wohl das schönste Geschenk überhaupt: Warner Bros. lies verlauten, dass BATMAN v SUPERMAN: Dawn of Justice von ihrer Platzierung am 6. Mai 2016 abrückte und damit einem potenziellen Eröffnungswochenende-Showdown mit dem nächsten Captain America-Sequel aus dem Weg ging.

Dieser Meldung folgte Hohn und Spot: Warner Bros. und DC Comics haben gezuckt. „Grunz, grunz, grunz!!! WB ist die feige Sau!!! ertönte es aus dem stets eloquenten Internet. „Sie haben eine Woche bis nach der Comic Con mit dieser Ankündigung gewartet um so dem Marvel-Fanboy-Gelächter aus dem Weg zu gehen“, wird ein weiterer Kommentar zitiert.

Dass Warner Bros. direkt danach Starttermine für neun weitere DC Superheldenfilme bis ins Jahr 2020 bekannt gab, half dabei kaum. „Alle haben dabei die Augen verdreht“, meint ein Branchen-Insider, welcher in Marvel-Kreisen angesiedelt ist. „Es mutet fast so an, als wolle man zwanghaft einen künstlichen PR-Krieg oder Starttermin-Krieg heraufbeschwören. Aber sie kommen mit einem Messer zu einer Schießerei. Guardians stellt nun Marvels zehnten Nummer 1-Film dar und hat gleichzeitig neuen Terrain beschritten. Ein Waschbär und eine Truppe an Außenseitern. Dann kam am Montag die Ankündigung von Sony, man möchte weibliche Superhelden verfilmen und wenig später kommt DC mit unbenannten Datierungen bis ins Jahr 2010 daher – und dabei gleichzeitig die Übernahme von Fox ablehnten und ihren Jahresbericht veröffentlichten. Hier sollte man nicht an einen Zufall glauben.“

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Das mag ja alles stimmen, aber da gibt es noch andere Aspekte: Dawn of Justice auf den 25. März zu legen – einem Monat, der traditionell als Kinokassen-Todeszone betrachtet wird – könnte sich als brillantes Manöver herausstellen. „Es entstand der Eindruck, Warner hätte den Schwanz eingezogen, aber letztendlich wird der Klügere gewinnen“, sagt Paul Dergarabedian, Senior Media Analyst für Rentrak. „Sie haben nun einen unglaublich großen zeitlichen Vorsprung bevor der Marvel-Film startet. Den Film auf einem eher unkonventionellen Termin zu legen wird sich für Warner Bros., die Kinobesitzer – die bevorzugt Filme mit langer Laufzeit zeigen – auszahlen. Und das Publikum wird einen wirklich coolen Film schon im März sehen können.“

Diese Strategie mag unüblich erscheinen, aber ist auch nicht beispiellos. Im März 2012 startete der erste Teil der ‚Hunger Games‘ mit einem 152 Mio. Dollar-Einspiel am ersten Wochenende und spielte insgesamt 408 Mio. Dollar ein – und bewies der Branche damit, dass „Sommer-Filme“ nicht zwangsweise im Sommer oder der Weihnachtszeit gezeigt werden müssen. Andere Beispiele sind Warner Bros.-Filme wie ‚Gravity‘ und ‚The LEGO Movie‘, die beide an unüblichen Monaten (Oktober und Februar) zu Hits wurden.

„Die Realität sieht so aus, dass es kein wirklich schlechtes Wochenende für einen Filmstart gibt“, sagt Dan Fellman, Warner Bros. President of Domestic Distribution. „Wenn man sich den diesjährigen Sommer betrachtet, dann gab es sehr viele Filme. Einer nach dem anderen. Angefangen bei Spider-Man, zwei Wochen später Godzilla, dann Maleficent, dann Edge of Tomorrow, Jump Street und Transformers. Und was alle diese Filme gemeinsam haben ist, dass keiner davon mehr als 250 Mio. Dollar eingespielt hat. Wir werden 2016 die ersten sein, was sehr wichtig ist. Und wir haben dann sechs Wochen, bevor Captain America startet.“

Allerdings hätte sich Warner Bros. erst gar nicht selbst in diese Situation bringen müssen. Marvel hatte sich als erstes auf den 6. Mai reserviert, auch wenn es zunächst ein noch unbenanntes Superheldenprojekt war. Warner Bros., mit seinen größten Superhelden der Comicgeschichte bewaffnet, zeigten sich unbeeindruckt, als sie Dawn of Justice ursprünglichen Starttermin vom Juli 2015 abzogen. „Wenn man sich die Situation im Nachhinein betrachtet, sah es damals für uns so aus – und vielleicht war auch unsere Beobachtungsgabe nicht gerade die beste – als würden sie bis dahin keinen Film zustande bekommen“, beteuert Fellman. „Wir dachten, sie würden vielleicht daran festhalten, aber letztendlich nicht abliefern können. Aber das änderte sich.“

Was sich änderte war, dass ‚Winter Soldier‘ mit guten Kritiken und mehr als 713 Mio. Dollar weltweit das Gesamteinspiel von ‚Man of Steel‘ überflügelte. Und als Marvel dann bekannt gab, dass Cap 3 dieser bislang unbenannte MCU-Film für den 6. Mai sein soll, wurde diese Machtprobe ernst – und für beide Seiten potenziell sehr kostspielig. „Niemand kann solch ein Szenario für sich entscheiden“, sagt Dergarabedian. Letztendlich wird Warner Bros. Entscheidung realistisch gesehen beide Parteien um 100 Mio. oder mehr reicher machen, als wenn sie sturrköpfig an ihren Waffen festgehalten hätten und es im Mai ausgetragen hätten.

Justice_League_Group

DC und Marvel müssen diesen Kampf an einem anderen Tag austragen. Marvel kann es sich dabei mit seinen reihenweise Blockbuster, welche die Branche neu formierten, dabei bequem machen. Mit Dawn of Justice steht für DC eine Menge auf dem Spiel, mit dem Druck ein Super-Superfranchise zu etablieren, welches es mit den Avengers aufnehmen kann.

Abschließend meint Fellman, dass einige der bislang noch unbenannten DC-Filme Ende diesen Monats bekannt gegeben werden. Und er gab auch zu verstehen, dass das Justice League-Abenteuer früher kommen könnte, als die meisten denken. Mag das bedeuten, dass man das Momentum von Dawn of Justice 2016 ausnutzt und mit einer baldigen Fortsetzung und weiteren Charakteren anschließt, anstatt wie üblich zwei oder drei Jahre zu warten? „Auch wenn es noch nicht offiziell verkündet wurde“, meint Fellman, „klingt das nach einer ziemlich guten Annahme.“

Quelle: EntertainmentWeekly.com

Batcomputer
Gründer und Chefautor von Batmannews.de. Batman-Fan seit 1987.

9 Kommentare

  1. Raptor sagt:

    Dawn of Justice wird alles Platt machen!!!! Die beiden besten und erfolgreichsten Superhelden treffen aufeinander!

  2. H3llNuN sagt:

    Ist zwar unwarscheinlich, da es aber Back2Back gedreht wird vielleicht möglich:
    2016 gibt es 2 DC Termine, der erste könnte Dawn of Justice und der zweite Justice League sein.

  3. Captain Harlock sagt:

    Wenn ein Film interessant ist, dann wird sich das Puplikum ihn auch ansehen,
    ganz egal in welchem Monat auch immer er erscheint.

    Die Qualität ist ausschlaggebend, nicht der Zeitpunkt !!!

  4. Katze sagt:

    Hab ich natürlich gar nix dagegen 🙂

  5. SladeWillson sagt:

    Diese Arroganten Marvel Typen werden sich wundern!!!

  6. Suspiria sagt:

    Ich verstehe diesen Pseudo-Konkurrenzkampf eh nicht. Beide Studios haben Ihre eigenen Helden und Ihre eigenen Projekte.
    Es ist ja nicht so als wenn man gleichwertige Produkte auf den Markt bringen würde, wo sich der Kunde entscheiden müsste welches er Kaufen soll.
    Nur wenn beides gleichzeitig läuft, könnte man ja entscheiden welchen man ansieht, und der andere Film wäre zum gleichen Zeitpunkt der Verlierer. Somit ist schon der Zeitpunkt entscheidend.

    Finanziel sind jetzt beide Gewinner, den kleinkrieg um den Starttermin hat Marvel gewonnen.

  7. Katze sagt:

    Es ist auch lächerlich.
    Weil beide das gleiche Genre bedienen.
    Ich bin auch sicher das Marvel und DC selbst kein Problem
    Miteinander haben sondern eher froh um den anderen sind.
    Das kleingeistige kommt Dan eher von einzelnen Fans die sich in
    Der Anonymität des webs in Sicherheit fühlen
    Und jeglichen Respekt gegenüber anderen vermissen lassen.
    Das sind so Leute die einen Ben affleck schon 2,5 Jahre vor dem Film
    Als schlechteste Wahl ever abtun müssen
    Weil sie das Gefühl Haben das ihr Geschmack repräsentativ für die Welt ist.
    Ist eben so ne Krankheit die das anonyme mit sich bringt.
    Und früher als man noch geköpft wurde wenn man nicht des Königs Meinung war
    Hätten alle geschwiegen ;).
    Naja Charakter hatt man oder man redet sich eben welchen ein.
    Ich für mich seh da gar kein Problem.
    Marvel und DC bedienen meine Wünsche , manche mal mehr manche weniger.
    Marvel hatt einen sehr guten Job gemacht und liegt nun eben vorne.
    Und jetz will DC auf der Welle aufspringen was ja nur uns zugute kommt.
    Aber ja, Mann kann einen Schritt zurück wagen und das Bild aus grösserer Distanz
    Im ganzen betrachten ,
    Oder man kann wie ein Neandertaler direkt davor stehen und dabei die hälfte übersehen .
    Weil der einzige Unterschied den intelligente und weniger intelligente Menschen haben
    Ist die Geschwindigkeit wie sich ihr Horizont verbreitet

  8. The Mini ROCK sagt:

    Marvel hat in letzter Zeit aufgeholt, aber WB braucht sich nicht verstecken.
    Wie viele gute Filme machten sie in den 70-er, 80-er und 90-er.
    Geschweige denn die Noltrilogie.

  9. Tremor sagt:

    Bemerkenswert guter Artikel: Gründlich und gut recherchiert. Gratuliere.
    Der (ausgefallene) Konkurrenzkampf erinnert an das noch gar nicht so alte Duell zweier Schneewittchens.
    Da ich eher „Marvelianer“ als „Warner-Bruder“ bin, freue ich mich auf die Rückkehr des Captains zwar mehr, werde mir aber auch den Kampf der Titanen nicht entgehen lassen.
    Insgesamt kann man wohl sagen, dass 2015 für Fans leichter Kinokost wohl das beste Filmjahr aller Zeiten wird.

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