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Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 2 – Bane

Batman & Robin Adventures #12

Batman & Robin Adventures #12
„To live and die in Gotham City

(auf deutsch in Dinos „Batman Adventures #25„)

Am Anfang lernen wir Giovanni kennen, einen jungen Ladendieb, welcher sich schnell als der Versorger des in Gotham gestrandeten Bane herausstellt.

Nach allem, was wir aus „Kampf der Giganten“ wissen, wirkt es jedoch befremdlich, den millionenschweren Auftragsmörder in so einer hilflosen Position zu sehen. Per Rückblende erfahren wir jedoch, wie es unmittelbar nach der letzten TAS-Episode weiterging: Thorne begnadigt Candice, ordnet aber den Mord Banes an. Candice verrät ihren „Geliebten“ und lässt ihn – vermeintlich tot – in einer Gasse am Hafen liegen.

Giovanni findet den Hünen, nimmt ihn mit zu sich nach Hause und versucht ihn dort wieder aufzupäppeln. Banes aktueller, immens geschwächter Zustand rührt vom Entzug der Venom-Droge her. Doch nach nicht allzu langer Zeit ist auch dieses Leiden überwunden und Bane sinnt auf Rache. Kurzerhand entführt er (gemeinsam mit seinem neuen Gefährten) Rupert Thorne samt Candice nach einem Opernbesuch.

Das Verschwinden des Gangsterbosses führt schließlich zu Unruhen in Gothams Unterwelt. Und damit wird es ein Job für das Dynamische Duo. Doch ähnlich wie in „Kampf der Giganten“ überrascht Bane Robin auf seinem Beobachtungsposten.

Diesmal geht der Kampf aber glimpflicher für das Rotkehlchen aus. Bane hinterlässt lediglich eine Nachricht für Batman. Er will ihm Thorne auf dem Silbertablett präsentieren. Falle oder nicht – die beiden Helden tauchen bald an besagter Adresse auf und Bane fügt seiner Origin ein paar interessante Details hinzu.

Er habe Batman schon immer bewundert, habe in Peña Duro viel über ihn gelesen (offenbar nur in der Zeitung). Weiter beschreibt Bane Batman als eine Art Vorbild, zu dem er aufgeschaut habe. Aber Projekt Gilgamesch und das Venom hätten seinen Geist vernebelt: „Mit jeder Injektion habe ich dich mehr gefürchtet und gehasst“. Thornes Auftrag habe ihm als Auslöser gedient, Batman endlich töten zu können (Aha!)

Heute Nacht wolle er sich mit der Fledermaus aussöhnen, indem er Rupert Thorne für ihn töte. Doch Batman interveniert: „Kein Mord, Bane. Ich töte nie.“ Der Kubaner kann es nicht fassen. All der Aufwand für diesen Schwächling. Er, Bane, sei stark und deshalb müssen Thorne und Candice sterben.

Doch auch Giovanni appelliert nun an die Vernunft Banes und bittet ihn, die beiden zu begnadigen. Doch der Mann mit der Luchador-Maske hat seine Entscheidung schon getroffen und findet sich in gewohnter Brecher-Pose ein.

Nur mit vereinten Kräften gelingt es Giovanni, Batman und Robin, den Berg aus Fleisch und Muskeln niederzuringen. Bane ist völlig fassungslos: „Ich bin von Betrügern umgeben!“

Batman überwältigt Bane zu guter Letzt, doch Giovanni kann Robin entkommen. Daraufhin sagt Batman, dass Bane sich nun ohne seinen Freund verantworten müsse. Bane daraufhin: „Du irrst dich. Ich habe keine Freunde, nur Feinde“

ENDE

In dieser kleinen Geschichte erhalten wir einen differenzierteren Blick auf Bane. Die Story kommt etwas holprig und rasch erzählt daher und verläuft im Hinblick auf die Figurengeschichte leider nach dem Motto „Tell don’t show“. Aber dafür werden uns relevante und konkrete Details zum löchrigen Hintergrund Banes aus der Auftaktepisode nachgereicht. Der Mann mit der Wrestlermaske erhält dadurch tatsächlich mehr Profil und gewinnt etwas Abstand zum Comicvorbild.

Also, die ORIGIN bisher:

Der Mann, den wir als Bane kennen, saß lange Zeit in der kubanischen Strafanstalt Peña Duro ein. Dort hatte er offenbar Zugang zu Informationsmedien (damals wohl hauptsächlich Zeitungen), welche auch über die Fledermaus von Gotham berichteten. Leider gewann der Insasse einen falschen Eindruck von Batman; nahm bis zum heutigen Tag an, dieser würde seine Gegner mit allen Mitteln vernichten und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Bane wurde geradezu besessen von Batman und idealisierte ihn als DAS Sinnbild physischer wie mentaler Stärke. In dieser Zeit wurde Bane dem Gilgamesch-Projekt der Anstalt zugeführt. Das starke und zur Abhängigkeit führende Steroid „Venom“ zur Erschaffung von Supersoldaten wurde an ihm getestet. Doch die Versuche gingen nach hinten los. Während der Behandlung schien Bane zunehmend geistig zu entgleiten und seine vormalige Bewunderung für den Flattermann wandelte sich in unbändigen Hass. Der von ihm als gnadenlos empfundene Batman wurde zum ultimativen Gegner hochstilisiert – zur letzten großen Challenge. Bane selbst – dank des Gifts stark wie 20 Ochsen – gelang die Flucht aus der Haft. Außerdem konnte er sich mit der Zeit als verlässlicher Auftragskiller in der globalen Unterwelt einen Namen machen. So erfuhr Rupert Thorne überhaupt erst von ihm und heuerte ihn wegen seines Fledermausproblems an. Und plötzlich war sie zum Greifen nah – DIE Chance, den Gegner seiner Träume zu schlagen und ihn um Gnade winseln zu lassen; zu zeigen, dass Bane unschlagbar sei. Doch wie beschrieben kam alles anders – Batman und Robin besiegten den Killer, demaskierten und deklassierten ihn. Nach einer kurzen Läuterungsphase samt Venom-Entzug, versuchte Bane sich den Respekt der des Dunklen Ritters zu verdienen, um schließlich feststellen zu müssen, dass er die ganze Zeit ein falsches, überzeichnetes Bild von Batman im Kopf hatte. Völlig desillusioniert wandert Bane ins Gefängnis. Wie es weitergeht, das sehen wir jetzt.

Oder auch nicht, denn die nächste Folge

Todesvisionen
(S03E11; Original „Over the edge„)

ist hinsichtlich Bane mit Vorsicht zu genießen.

Over the edge“ ist eine grandiose Episode und eine eigene Besprechung wert. Das soll aber an anderer Stelle erfolgen. Normalerweise gibt es hier auch keine Spoilerwarnungen zu den einzelnen Folgen oder Heften (weil … hallo … die Serie ist ein viertel Jahrhundert alt). Doch, wer aus irgendwelchen Gründen „Over the edge“noch nicht gesehen haben sollte – tut es – jetzt. Und dann könnt ihr hier weiterlesen.

Wie der deutsche Titel schon richtig spoiled – die Handlung entspringt größtenteils einem Traum Batgirls und der Bane, welchen wir hier sehen, ist einzig das Produkt der Fantasie Barbaras. Banes Erscheinen in einer Vision können wir also nicht zwangsläufig seiner TAS-Origin zuordnen. Dennoch ist sein Auftritt bedeutend genug, so dass er hier Erwähnung finden soll.

Ein Wort vorab zum neuen Look innerhalb der New-Adventures: Bäh!!! Beim Übertrag Banes in den neuen Zeichenstil, hielt man es offenbar für notwendig, die (in den ersten Staffeln erstaunlich gut aussehende) Luchador-Maske durch einen schwarzen Swingerclub-Alptraum zu ersetzen. Nach meinem ästhetischen Empfinden war das die schlechtere Wahl.

Schade auch die Rückkehr des Riesen zu Venom. Eine Erklärung bleibt man uns schuldig. Klar muss sich die Serie nicht zwingend an den Heften ausrichten, aber bei Mr. Freeze haben wir gesehen, dass das wohl doch geht.

Aber nun – zum (für Bane interessanten) Inhalt:

„Todesvisionen“ erzählt im Kern, dass Gordon und das GCPD nach einer Tragödie die Jagd auf Batman und seine Verbündeten eröffnet haben. Batman und Robin können immer wieder entkommen, bis, ja bis Jim Gordon Bane aus der Haft entlässt, um Batman endgültig zu stoppen.

Und auch hier erfüllt dieser erneut die Rolle des Zerstörers, des Batman-Brechers. Seine Bedeutung innerhalb der gesamten Serie wächst damit immens an. Denn die Serienschöpfer erkennen Bane als den letzten, den einzig gleichwertigen Gegner Batmans an. Der Kampf zwischen den beiden bleibt auch lange ausgeglichen und Bane schafft es, den dunklen Ritter auch psychisch anzugreifen, u. a. indem er ihn während der Auseinandersetzung schon Mr. Wayne nennt oder auf die vorangegangene Tragödie referenziert:

„Allerdings hatte ich mehr Widerstand erwartet. Aber was kann man schon erwarten – von einem Kindermörder!?!“

Im folgenden Gefecht fährt Batman bemerkenswert starke Geschütze auf. Die Gewalt, die er hier gegen Bane einsetzt, ist für die Serie unüblich brutal (passt aber gut zum Ton der Episode) und könnte unter Umständen an einigen Stellen sogar tödlich sein.

Der Kampf geht in die heiße Phase und schließlich wird Bane von Commissioner Gordon gestoppt. Er will Batman verhaften: „Er soll in Arkham verfaulen, zusammen mit den Monstern, die er geschaffen hat“. Bane denkt aber überhaupt nicht daran, sich diesen Triumph nehmen zu lassen. Es geht hin und her, Jim Gordon landet schließlich am Rand des Dachs und nur Batman kann Bane noch aufhalten. Das tut er auch, zerschneidet dessen Venom-Leitung und verbindet sie mit dem Bat-Signal. Bane wird durch einen starken Stromschlag scheinbar ausgeschaltet.

Doch als Batman Gordon zu Hilfe eilt, richtet sich der Schurke ein letztes Mal auf und wirft das Batsignal auf die beiden, bevor er selbst zusammenbricht. Gordon und Batman stürzen daraufhin in den vermeintlichen Tod. Damit endet die Vision und auch Banes Auftritt. Doch er wird damit zum ultimativen Batmankiller erklärt.

Mehr ist dazu auch nicht zu sagen. Schade ist der Wechsel zu einem anderen deutschen Synchronsprecher, auch wenn dieser seine Sache ebenfalls ganz gut macht. Banes neuen Look finde ich – wie gesagt – recht fragwürdig. Aber gut.

Für mich persönlich hätte Banes Geschichte innerhalb des TAS-Universum mit dieser Folge enden können. Denn leider verliert Bane ab sofort an Bedeutung. „Kampf der Giganten“ war die einzige Episode, in welcher Batman ihn zum Hauptgegner hatte. Ab „Todesvisionen“ wird er hauptsächlich dazu genutzt, eine besondere Herausforderung für den dunklen Ritter darzustellen. In dieser Rolle tritt er auch in der nächsten Episode auf, welche witzigerweise zur Superman-Trickfilmserie gehört:

5 Kommentare

  1. Jokerfan sagt:

    Diese Reihe gefällt mir.
    Bitte auch ein Kapitel über
    Red Claw. Auch wenn es über sie nicht
    viele Folgen gibt.

  2. Mr.Bowser sagt:

    Yes! Ich hab schon sehnlich auf eine Fortsetzung des Spezials gewartet. Und dann auch noch Bane! Obwohl: Ich fand Bane gemessen am Hype durch die Comics in der Animated Series fast schon unterrepräsentiert – meiner Meinung nach hätte man mit der Figur viel mehr machen können, z.B. einen Mehrteiler ala Knightfall. Bin übrigens auch kein Fan vom zweiten Outfit. Und der offene Mundausschnitt hat mir schon bei der ersten Inkarnation nicht gefallen.

  3. Bat-Chronist sagt:

    @Jokerfan – Das sollte möglich sein. Wir ziehen sie einfach etwas vor. Wer zuerst kommt, malt zuerst ;)

    @Mr.Bowser – Meiner Meinung nach hätte man auch viel mehr mit der Figur machen können und zwingend machen müssen … aber naja. Ich denke meine Enttäuschung über die stiefmütterliche Behandlung Banes findet sich vielfach im Text.
    Knightfall müsste man wie gesagt als schonungsloses Direct-To bringen. Da gibt es genug kluge und kreative Köpfe in den DC-Animated-Studios, die das bewerkstelligen könnten.
    Zur Maske: Ich denke bei einer „lebenden“ Darstellung der Figur, sei es als Trick- oder Realfilm bzw. in den Computerspielen, ist es ganz gut, wenn man ein paar Gesichtspartien mehr sieht. Deswegen geht für mich die offenere Maske schon in Ordnung.
    Auch wenn der Vergleich etwas windschief ist: Was mit einer fast Vollmaske für Schwierigkeiten entstehen können, haben wir bei „The Dark Knight Rises“ gesehen … Dann lieber wie bei BTAS :)

  4. Bat-Mite sagt:

    Ich brech ab! Superman im Batman Kostüm? Die Fogle kenne ich ja noch gar nicht. Wieder eine tolle Analyse einer TAS Figur. Bin gespannt wer in den meisten Folgen und drumrum vorkam und weitererzählt wurde … ich würde mal ganz stark auf den Joker tippen.

  5. Bat-Chronist sagt:

    Die Folge „Wo ist Batman“ kann ich nur empfehlen. Die ist jetzt nicht sonderlich tiefschürfend aber ziemlich witzig.

    Zu den Auftritten der Figuren:
    Also, was ich immer erstmal mit beachte sind animierte Auftritte in der Batman-Serie, Batman Beyond, Superman und auch JLU (letztere werde ich aber meistens weglassen). Heftseitig schließe ich alle Volumes der Batman (& Robin)- bzw. Gotham Adventures mit ein, sowie die damals auch bei Dino verlegte Reihe Batman & Superman Adventures (darin Superman und Adventures in the DC Universe); dann noch Batman Beyond Unlimited, Justice League Adventures & Justice League Unlimited (auch hier wieder die letzten drei nur in Auszügen).

    Völlig außer Acht lasse ich spätere Zusatzserien wie „Gotham Girls“, sämtliche Hefte mit „Magazine“ im Titel oder die Animated-Konsolenspiele.

    Und unter der Maßgabe ist tatsächlich der Joker (mit Abstand) der meist bespielte Gegner Batmans innerhalb des Dini-Verse. Würde man allerdings sämtliche Zusatzcomics hinzuzählen, die sich hauptsächlich um Ivy und Harley drehen, würde Harley Quinn ihm bedrohlich nahe kommen :o)

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