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Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 3 – Man-Bat

Batman Adventures Vol. 1 #11

(auf deutsch in Dinos „Batman Adventures #8“)

Schon im ersten Panel sehen wir Dr. Kirk Langstrom, wie er in seinem Labor rücklings mit einem (Betäubungs?!)Pfeil beschossen wird. Die Szenerie wechselt zu einer Spendengala, wo Francine einen Preis für Kirks Arbeit „im Bereich der Bio-Ökologie“ entgegennimmt. Ihr Mann sei derzeit zu beschäftigt. Dennoch taucht Man-Bat ebenfalls bei der Gala auf. Der „zufällig“ anwesende Bruce Wayne („Die kostenlose Publicity ist gut für mein Image“) jagt der großen Fledermaus alsbald im Batsuit hinterher, kämpft und verliert. So weit, so bekannt. Francine findet unterdessen ihren bewusstlosen Mann im Labor, will ihn noch verstecken, doch der Mitternachtsdetektiv taucht auf und lässt diesmal keine Gnade walten. Das heißt: Schwedische Gardinen für den Wissenschaftler. Später sucht Batman Langstrom im Kittchen auf und stellt die wichtigen W-Fragen.

Wir erfahren, dass es nur eine Stunde dauert, bis das Mutagen synthetisiert ist (was tatsächlich bedeutet, dass Langstroms Formel immer noch existiert) und außerdem:

„Sie können sich nicht vorstellen, wie das ist, Batman. Durch die Luft zu gleiten, die Kraft von zehn Männern zu besitzen, zu Allem imstande und den Rest ihres Lebens zu wissen, dass sie nur eine Stunde davon entfernt sind, das alles wieder zu haben.“

Einzig seine Arbeit und Francine hätten ihn vor einem Rückfall bewahrt, …, naja, offensichtlich nicht genug. Batman verschwindet und als nächsten Besucher lernen wir Kirks Arzt kennen.

15 Minuten später bricht auf dem Revier die Hölle los. Man-Bat flieht, zusammen mit dem offenbar bewusstlosen Dr. Parry (dem Arzt) auf den Schultern. Auch Bullock kann die Kreatur nicht aufhalten („Fledermäuse. Kein Respekt vor dem Gesetz.“)

Kirk erwacht in Dr. Stefan Parrys Haus. Wieder kann er sich an die Verwandlung nicht erinnern. Parry erzählt ihm, dass er bereits seit 16 Stunden dort sei und er sich nun um ihn kümmern wolle.

Kirk: „Ich dachte immer, dass du mich all die Jahre verachtet hast, weil ich das Stipendium gewann.“ Mit dieser Hilfe hat er also nicht gerechnet. Aber der Leser durchschaut schon längst die ganze Geschichte (spätestens, als man die Betäubungspistole vom ersten Panel nun in Parrys Haus erspäht). Auch Batman ist dem missgünstigen Arzt auf die Schliche gekommen und stellt ihn in dessen Haus zur Rede.

Parry entpuppt sich als der Schurke, der er ist und verwandelt sich final in die große Fledermausgestalt. Es kommt zu einigen Verwicklungen und Handgemenge  zwischen Batman, Parry-Bat, Kirk und der hinzugeilten Francine. Doch abermals obsiegt das Gute und die Langstroms können sich in die Arme schließen. Und dann folgt DER Abschlussdialog aus dem Grundkurs für Drehbuchautoren: „Es ist vorbei, Langstrom.“ … „Ist es das, Batman?“ ENDE

„Das Tier im Mann!“, die alte Geschichte in leidlich neuem Gewand. Wir dürfen gespannt sein, ob die nächsten Storybögen diesen Wir-denken-es-ist-Kirk-aber-dann-ist-er-es-doch-nicht-sondern-jemand-ganz-Anderes-Zyklus aufrechterhalten. Aber immerhin haben hier wir ein paar neue Infos zum Erleben der Mutagen-Süchtigen erhalten. Francine übrigens ist wieder in ihre Rolle der umsorgenden Ehefrau zurückgekehrt. Keine Erwähnung hinsichtlich ihrer She-Bat-Erfahrungen, kein Groll gegen Kirk oder andere.

Batman Adventures Vol. 1 #21 „House of Dorian“
(auf deutsch in Dinos „Batman Adventures #13“)

Die nächste Story bietet mehrere Anknüpfungspunkte zu sämtlichen Mensch-Tier-Wesen aus dem bisherigen DCAU, sowie zur oben kurz besprochenen Episode „Tiger, Tiger“. Aus eben diesem Grund soll diese Betrachtung jetzt möglichst kurz gehalten und auf die Rolle von Man-Bat fokussiert werden. Eingehender wird all das in einem späteren Monster-Beitrag behandelt.  In „Die Familie Dorian“ (so der deutsche Titel) sind die handelnden (Haupt)Figuren: Batman, Selina Kyle (nie im Catwoman-Kostüm, wie das Cover vermuten lässt), Emile Dorian, Man-Bat (Langstrom), Tygrus (ein Tiger-Mensch-Hybrid) und Anthony Romulus (Werwolf).

Zur (gekürzten) Story: Dorian entkommt aus dem Gefängnis und sein nächster Weg führt ihn direkt zu Dr. Langstrom, dem er zur Begrüßung eine Spritze in den Hals rammt (der arme Kirk muss tausende Einstiche am und um den Hals haben). Dorian hat natürlich Kirks Formel verändert und kann nun über den Fledermausmann verfügen. Er befiehlt Man-Bat die Entführung, sowohl von Batman als auch von Selina Kyle, was wundersamer Weise recht unkompliziert gelingt. Schließlich treffen Dorian, sämtliche Monster, Selina und Batman auf Dorians Insel (s. „Tiger, Tiger“) aufeinander. Der böse Wissenschaftler hat Schreckliches vor, doch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, kommt es zum unausweichlichen Kampf zwischen allen Akteuren. Ein Feuer bricht aus und während Bats mit Selina gerade noch fliehen kann, explodiert Dorians Labor. Am Ende der Geschichte scheinen Dorian und die Tierwesen alle tot zu sein, Man-Bat auch.

Also schnell zur nächsten Geschichte und prüfen, wie es um Kirk steht.

Batman & Robin Adventures #11 „Windows to the Soul“
(auf deutsch in Dinos „Batman Adventures #23“)

Bruce wird von einem ungewohnt aufgeregten Alfred aus dem Schlaf gerissen. Ein Monster habe den sonst so gefassten Butler in der Küche überrascht und ihn beinahe zu Tode erschreckt. Doch als die beiden die Küche betreten ist da kein Monster und es lässt sich auch in ganz Wayne Manor kein weiterer Hinweis darauf finden. Bruce tut Alfreds Behauptung als Einbildung ab, doch tags darauf hat auch Dick eine Begegnung der unheimlichen Art in der Bathöhle. Schnell offenbart sich ihnen eine weitere Man-Bat-Gestalt. Richard kennt das Monster noch gar nicht und Bruce berichtet über seine bisherigen Erfahrungen. Merkwürdigerweise scheint Bats die zuletzt in Dorians Labor gesehene Fledermaus für jemand anderen als Langstrom zu halten. Sei’s drum; Batman und Robin werfen sich in ihre nächtlichen Outfits, gehen auf die Jagd und nehmen uns dabei auf eine Führung durch die Untiefen der Bathöhle mit. Schließlich treffen sie auf das Mischwesen, versuchen es zu fangen und ihm das Antidot zu verabreichen. Doch Man-Bat scheint stärker und schlauer als früher und … es kann sprechen.

Anhand der abgehackten Sätze des Fledermaushybriden erkennt Batman, dass er tatsächlich wieder Dr. Kirk Langstrom vor sich hat. Während des folgenden Kampfes zwischen den Dreien wird klar, dass Man-Bat das Feuer auf Dorians Insel überlebt und sich monatelang in Gothams Höhlensystem herumgetrieben hat. Nahe der Batcave war es ihm leichter möglich, Essen zu stehlen. Nun fühlt er sich gestört und bedroht durch das (mit dem Gegenmittel) bewaffnete Dynamische Duo und ergreift die Chance, Batman ein für alle Mal zu töten. Doch im weiteren Handgemenge offenbart sich, dass Man-Bat absichtlich daneben schlägt. Er will nicht töten, sondern nur seine Ruhe. Im Dialog überlässt Batman dem Wesen die Entscheidung, in diesem Zustand zu verbleiben (denn Man-Bat will es so). Doch was soll mit Francine werden?

Man-Bat: „Sag ihr, … Langstrom tot. Das … am besten.“ Batman willigt ein, verlangt aber, dass sich Kirk von Wayne Manor und der Bathöhle fernhält. Dann fliegt Man-Bat davon.

Als Robin schließlich Batmans Entscheidung hinterfragt, antwortet dieser final mit: „Kein Monster Robin. Wenn man genauer hinsieht, ist er genau wie alle anderen … eine erschrockene Seele auf der Suche nach sich selbst.“

Ok. Diese Geschichte bietet an sich eine schöne Vervollständigung der Chronik. Einerseits wird der Faden aus zwei vorangegangenen Storybögen aufgegriffen und weitergesponnen. Andererseits erhalten wir die Info, dass das durch Dorian weiterentwickelte Mutagen eine tatsächlich besser entwickelte und zu höheren kognitiven Funktionen (Sprache, Bewusstsein, etc.) fähige Spezies hervorbringen kann. Das wird auch für den weiteren Verlauf im DCAU wichtig. Außerdem führt uns dieses kurze Stück eine nicht einfach zu bemessende ethische Frage Batmans vor Augen: Sobald sich das Wesen vor ihm äußern und seinen Willen bekunden kann, darf er dann einfach entscheiden, dass die Rückverwandlung zum Menschen stattfindet, obwohl die Kreatur einen anderen, reflektierten Wunsch äußert?! Batmans Entscheidung haben wir gesehen. Und denken wir an die hier bisher aufgeführten Parallelen zwischen Man-Bat und dem Dunklen Ritter, so ist Batmans letzter Satz doch recht selbstentlarvend.

Das wäre alles schön und gut, wenn diese Geschichte nicht ein Kontinuitätsproblem aufwerfen würde. Man-Bat hat zwar keine weitere Screentime mehr und damit auch kein Re-Design für die letzte Staffel bekommen. Und doch …

in „Grüne Augen, giftiges Herz“
(S03E22; Original „Chemistry“)

haben Francine und Kirk ein Cameo auf Bruce Waynes Hochzeit. Ja, ihr habt richtig gelesen. Diese Episode wird aber an anderer Stelle ausgewertet.

Und das Cameo dauert in der Tat keine Sekunde. Doch nach „Windows to the Soul“ verwundert es etwas, das Ehepaar Langstrom in trauter Zweisamkeit am Tisch sitzen zu sehen. Das mag penibel sein, aber wir betreiben hier ja auch exakte Wissenschaft ;)

Auch die folgende und letzte direkte Man-Bat-Story verstärkt eher den Widerspruch, als ihn aufzulösen:

Batman: Gotham Adventures #18
„Like a bat outta Gotham“

Batman überrascht Man-Bat (oder wie er hier plötzlich heißt „Manbat“) bei einem Einbruch in ein Laboratorium und wird dann von dem Wesen attackiert. Natürlich kann die große Fledermaus zunächst entkommen. Der Dunkle Ritter glaubt nicht, dass es sich hierbei um Kirk handelt und durchsucht – gemeinsam mit Batgirl – die (offenbar schon seit langem verlassene) Wohnung der Langstroms sowie deren Labor. Dort treffen sie auf die überraschte Laborassistentin Millie Binghamton.

Im Dialog mit ihr scheint klar zu werden, dass es sich bei der aktuellen Kreatur doch um Kirk Langstrom handelt. Bald darauf kann Batman das Monster erneut stellen und bietet seine Hilfe an. Doch Manbat verzichtet „dankend“, indem er Bats aus großer Höhe fallen lässt.

Doch unser Mitternachtsdetektiv hat ihm eine Haarprobe entnommen und beweist damit, dass er es abermals mit Kirk zu tun hat. Batgirl hat derweil den Anrufbeantworter der Langstroms gecheckt und eine mysteriöse Nachricht abgehört, welche die beiden Fledermäuse zu einem Dr. Cairnes führt. Dort finden sie eine sedierte (und sonst wohlversorgte) Francine vor. Erneut fällt der Name Horace Pack (den ließ schon Millie Binghamton fallen), doch der Leser wird über alles Weitere noch im Dunkeln gelassen.

So führt die Spur über ein weiteres Aufeinandertreffen von Batman und Manbat zur Firma Packco. Dort erleben wir, wie Kirk-Bat von einer ominösen Gestalt erpresst wird. Er soll Forschungsergebnisse anderer Unternehmen stehlen, anderenfalls drohe ihm der Tod seiner geliebten Frau. Batman taucht auf und kann Kirk das Gegenmittel verabreichen.

Der Bösewicht diesmal ist der alte Boss der Langstroms. Horace Pack zwang Dr. Cairnes dazu, Francine in ein künstliches Koma zu versetzen, um Kirk eine schwerwiegendere Erkrankung seiner Frau vorzugaukeln. Dann verabreichte er Kirk das Manbat-Serum und schickte ihn auf Industriespionagemissionen für Francines „Heilung“ … Und all das nur, damit die Zahlen stimmen. Es kommt zu einem kleinen Showdown. Batman gewinnt, Horace Pack muss in den Knast. Der Staatsanwalt lässt Kirk vom Haken, wenn er gegen Pack aussagt.

Friede, Freude, Eierkuchen. … Außer, ja außer für die Chronik. „Windows to the Soul“ hat zwar eine schöne Geschichte erzählt, führt aber zu einem Anachronismus innerhalb der Gesamtbetrachtung von Man-Bat. Und diese Geschichte hier macht das Ganze nicht besser. Immerhin werden hier einige Veränderungen, die Man-Bat während seiner Gesamtentwicklung gemacht hat, entweder ignoriert oder revidiert. Diese Version der Fledermaus käme eigentlich nicht ohne viele, nähere Erklärungen aus; muss sie aber.

Diese Wermutstropfen waren so nicht nötig, sind allerdings auch nicht besonders groß. Vor allem, wenn man den Einfluss des Man-Bat-Serums auf das weitere Dini-Verse betrachtet.

Denn schon bei den hier dargestellten sechs Erzählsträngen haben wir es mit ganzen 4 Fledermauswesen zu tun; und dazu mit vielen weiteren Mensch-Tier-Hybriden. Mit der Entwicklung der Man-Bat-Formel haben Dr. March und Kirk Langstrom die Büchse der Pandora geöffnet; weitere Forschung dazu ist nicht mehr aufzuhalten, denn einen verbesserten Menschen (oder etwas derartiges) zu erschaffen, das ist ja schon lang das Ziel ganzer Wissenschaftszweige. So auch im DCAU:

3 Kommentare

  1. Avatar Mr.Bowser sagt:

    Oh-mein-Gott! Die Folge Epilog gehört ja wirklich zu meinen Lieblingsfolgen. Aber meint ihr, ich hätte in all den Jahren die Verbindung zur ersten TAS-Folge hergestellt? Wie genial! Das Alpha und das Omega – Anfang und Ende. Applaus!

  2. Avatar Alex H sagt:

    Bitte diese Folgenberichte weiterhin fortführen Marian!

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