Nachruf: Abschied vom „Batgirl“-Film

Die beiden belgischen Regisseure Adil El Arbi und Bilall Fallah sprechen erstmals in einem Interview darüber, wie sie von der Entscheidung Warners, die Arbeiten am „Batgirl“-Film einzustellen, erfahren haben und was es noch zur Fertigstellung des Films gebraucht hätte.

„Die Leute von Warner meinten zu uns, es läge nicht an uns oder der Hauptdarstellerin oder an der Qualität des Films – wir waren ja auch noch mitten im Schnitt, es gab noch einiges zu tun und der Film war weitab von der Fertigstellung. Sie meinten, es wäre eine strategischer Wandel und ein Wechsel im Management. Damit können sie sich ein paar Dollar sparen.“

„Als wir die News hörten, waren wir schockiert und wussten nicht, wie wir reagieren sollten. Ich wollte Dinge kaputt machen, weinen,… oder hysterisch lachen. Es war so unwirklich. Aber all die Unterstützung auf Twitter und den sozialen Netzwerken, auch von Größen wie Edgar Wright oder James Gunn, war sehr herzerwährmend. Letztendlich machen wir Filme für das Publikum und nicht für uns selbst.“

„Wir hoffen zumindest, dass der Film eines Tages veröffentlicht wird. Auch im Sinne des Casts und der Crew. Wir wurden zu einer kleinen Familie. Aber sollte der Film eines Tages doch noch veröffentlicht werden, dann gibt es noch eine Menge zu tun – wie damals beim Snyder Cut. In seiner jetzigen Form könnte er nicht veröffentlicht werden. Es gibt noch keine Visual Effects, gar nichts. Es hätten ja auch noch ein paar Szenen gedreht werden müssen.“

Auf die Frage, ob sie wenigstens für sich noch Szenen behalten konnten:

„Nein, wir haben gar nichts in der Hand. Adil rief mich an und meinte: „Mach schon! Pack alles auf dein Handy!“ – aber die Server waren bereits leergeräumt. Alles war weg. Und wir dachten nur „Verdammte Sch**ße!“. Noch nicht mal die Szenen mit Batman haben wir irgendwo.“

© via Adil El Arbi

Auch Komponistin Natalie Hold („Loki“) verrät im Interview mit dem Hollywood Reporter, was sie für „Batgirl“ in Petto gehabt hätte:

„Ich wollte für die Szenen mit Michael Keaton das originale Batman-Theme verwenden, um in der Kontinuität zu bleiben. Danny Elfman hatte mir dafür bereits seinen Segen gegeben.“

Dem Film wurde laut einigen Quellen noch eine letzte Ehre im Form einer letzten Vorführung mit Cast und Crew auf dem Gelände von Warner Bros. erwiesen. Umberto Gonzalez von Heroic Hollywood zapfte daraufhin eine seiner Quellen an, um an Infos zur Qualität des Films zu kommen, die er in seinem Podcast mitteilt:

Ich wollte wissen, wie Keaton im Film war. Mir wurde gesagt, er wäre gut gewesen. Er spielte einen Bruce Wayne/Batman, der seinem Alter entspricht. Als Bruce Wayne trägt er graues Haar. Ausgangspunkt ist, dass Batman in ‚Rente‘ ging. Aber er taucht trotzdem auf, um Barbara Gordon zu helfen und anzuleiten.

Er spielt im Film zwar keine große Rolle, aber er hat eine spürbare Präsenz, wenn er zu sehen ist. Er ist wie ein einschneidender Cameo, der kommt und geht.

Der Film fühlte sich wie eine sehr teuer produzierte The CW-Pilotfolge an. Kein wirklich starker Film und fühlt sich einfach sehr nach einer CW-Serie an. Leicht im Ton und sehr comichaft, es fehlt an Tiefe – was insbesondere in Kombination mit Michael Keaton sehr merkwürdig wirkt. Grundsätzlich ist es also wie eine einstündige CW-Pilotfolge mit einer richtig guten Portion Action gegen Ende des Films, wie mir gesagt wurde. Aber sicher nicht der schlechteste Superheldenfilm.

Gründer und Chefautor von Batmannews.de. Batman-Fan seit 1987.

12 comments

  1. Florian sagt:

    Es ist so bitter. Mir tut es schon weh zu lesen was sie zum Beispiel mit dem Batman-Theme vorhatten.

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    • Face sagt:

      Dem würde ich jetzt nicht nachtrauern. Hat bei justice league auch schon nicht funktioniert. Im enddefekt bin ich ganz from, dass der film nur doch nicht kommt. Wenn ich schon cw lese, sträuben sich bei mir die nackenhaare.

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      • Marian sagt:

        Geht mir leider auch so 🤷🏻‍♂️

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      • Nico sagt:

        Dem schließe ich mich an. Den Keaton Batman in einem „billigen“ CW-artigen Setting zu sehen, hätte mir echt weh getan. Gut das uns das erspart bleibt.

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  2. Jakob sagt:

    Ich denke auch, dass es die richtige Entscheidung war. Das Batgirl Kostüm sah schon arg nach einer CW Serie aus und das Budget ist für einen Actionfilm auch zu niedrig gewesen.
    Lieber den Film einstampfen, als wieder einen qualitativen Flop landen und Jahre lang versuchen da raus zu kommen.
    Sogar, wenn der Film „nur“ mittelmäßig wäre, hätte man sich mit dem keinen Gefallen getan.

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  3. Edgenson sagt:

    Sehe ich auch so, aber bin ich der einzige der das komisch fand Keaton wieder als Hauptbatman zu sehen . Ich meine Keaton in allen Ehren (cameos etc wi ich gern sehen), aber der Plan war doch vorn vorneherein schon zum scheitern verurteilt. Das wäre so als wenn man Tom Holland durch Tobey Maguire dauerhaft ersetzen würde , weil doctor Strange Mist gebaut hat. Wäre für alte Fans vielleicht ein Traum ,aber fürs MCU mehr als eigenartig . Was Batgirl und CW Vergleich angeht ,konnte ich mir irgendwie schon denken. Hab den Film auch nicht gebraucht. Will Batman sehen und nicht Batgirl.

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  4. BatBoy sagt:

    Naja. Kein Tiefgang, eher ein was Seichtes… ganz ehrlich: Lieber ein tiefgehender Superhelden-Film, über den man noch nachdenken kann, als einfaches Popcorn-Kino mit viel Bums, Effekthascherei und ohne Sinn. Aus dem Alter bin ich einfach raus.
    Ich hätte mir den Film wohl ausgeliehen, aber niemals im Kino gesehen geschweige denn gekauft. Außerdem stimme ich @Edgenson zu: Batman ohne Batman funktioniert einfach nicht.

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    • Florian sagt:

      Wie ist das gemeint, „Batman ohne Batman funktioniert nicht“ ?

      • Sören sagt:

        Ich glaube, was @BatBoy damit sagen will ist, Batman bleibt die Zentrale Figur. Das machte es so schwierige, die Filme mit seinen ganzen Helfern Filme zu machen. Früher oder später wird die Frage aufkommen, was ist, mit Batman, wo ist er, was machte, lebt er noch und so weiter und so wo fort. Die Serien Titans und Supergirl haben versucht Problem zu lösen in dem man in den ersten Staffeln Superman und Batman halt andeutetet aber ist auch nicht richtige Lösung.

        Aber ich glaube schon, dass man mit den Helfern von Batman gute Geschichten erzählen kann, auch als Film. Ob das jetzt Nightwing, Red Hood, Batgirl, Cassandra Cain u.s.w., die ganzen Solo Comics sind für mich der Beweise dafür. Zum Beispiel Nightwing in Blüdhaven und sein Kampf gegen das Imperium des Schurken Blockbuster, das könnte einen guten Film abgeben, wenn man es richtig schreibt und man muss mit einer Lösung für Batman finden.

      • BatBoy sagt:

        @Sören: Genau das meine ich damit. In den Comics funktioniert es durchaus, im Film wird es schwierig. Nicht unmöglich aber schwierig. Von einem gewissen Standpunkt aus gesehen ist ein (weiterer) Superheldenfilm mit einer Frau im Zentrum dringend nötig. Es muss dann aber auch passend inszeniert sein. Ob Batgirl das wirklich alleine tragen kann, weiß ich nicht. Nicht weil sie eine Frau (ein Girl) ist, sondern weil die Figur IMO selbst nicht viel hergibt.

  5. Face sagt:

    Um diese Figuren vernünftig darzustellen, muss man aber mindestens eine Verbindung mit Batman in Rückblenden zeigen.
    Ist meiner Meinung nach genauso Blödsinnig die Figuren ohne Batman zu bringen, wie ein Venom ohne Spider-Man.
    Ohne SpiderMan kein Venom, ohne Batman kein Nightwing, Red Hood etc.

    • Sören sagt:

      Also, mit anderen Worten, man müsste wirklich ein Batman Cinematisches Film Universum aufbauen, um allen Charakteren irgendwie gerecht zu werden. Mit Batman als Zentrum und daraus kristallisiert sich dann alle Filme mit ganzen Nebencharakteren.

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