Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 4 – Splicer, Monster, Schöpfer und Geschöpfe

Tiger, Tiger

„Tiger, Tiger“ (S01E42; Original: „Tyger, Tyger“)
Story: Michael Reaves & Randy Rogel | Drehbuch: Cherie Wilkerson | Regie: Frank Paur

Hier handelt es sich erneut um eine stark mit Catwoman verbundene Episode, welche wir zudem schon bei Man-Bat betrachtet haben. Diesmal widmen wir uns aber der ganzen Folge und insbesondere den beiden Charakteren Dr. Emile Dorian und Tygrus.

Synopsis:

Selina Kyle verspätet sich zu ihrem Date mit Bruce Wayne, weil sie im Gothamer Zoo noch den Tiger bei seinem Freigehege besucht. Plötzlich wird sie von einem Betäubungspfeil getroffen. Der Schütze ist ein affenähnlicher Mann, welcher noch schnell einen Wachmann ins Tigergehege befördert, bevor er mit der ohnmächtigen Selina die Flucht ergreift.

 

Bald darauf taucht Bruce am Tatort auf und kann noch vor der Polizei den Betäubungspfeil sichern. Derweil erwacht Selina in einem Labor. Schnell lernt sie den Katzenmenschen Tygrus und dessen Schöpfer Dr. Emile Dorian kennen. Letzterer stellt sich als Genetiker vor, der bereits verschiedenste Tier- und Menschenhybriden hervorgebracht habe. Unter anderem Garth, den Affenmenschen, welcher Selina entführt hat. Und den bisherigen Höhepunkt seines Schaffens: Tygrus.

Doch der katzenvernarrte Dorian plant schon das nächste Highlight – und Selina soll hierbei eine zentrale Rolle spielen.

Wie wir schon in unserer Man-Bat-Chronik erfahren haben, lässt Batman derweil den Betäubungspfeil aus dem Zoo von niemand Geringerem als Dr. Kirk Langstrom analysieren.

Tatsächlich befinden sich – neben dem Betäubungsmittel – Spuren einer Verbindung an dem Pfeil, die Langstrom bekannt ist. Dabei handelt es sich um T-99, ein Serum, welches einst Langstroms Kollege, Dr. Emile Dorian, entwickelt habe und das die Grundlage für das Man-Bat-Präparat bildet. Dorian habe zunächst an Affen, später mit Katzen-DNA experimentiert (Langstrom zeigt eines der Testexemplare – warum auch immer er dieses arme Geschöpf gerade zur Hand hat). Doch es gab öffentliche Proteste gegen die teils grausamen Studien des Biologen, weshalb er sich auf eine Insel vor der Küste zurückgezogen habe.

Und deshalb geht es gleich per Batwing zu Dorians Insel. Batman findet dort nicht nur den Doktor, Garth und Tygrus sondern auch die nun zu einem wirklichen Katzenweib verwandelte Selina. Batman verlangt von Dorian die Rückverwandlung Selinas, doch der denkt überhaupt nicht daran. Selina könne froh sein, dass er sie auf die nächste evolutionäre Stufe gehoben habe.

Batman: „Sie haben ein Monster aus ihr gemacht“
Dorian: „Ich glaube, da ist sie anderer Ansicht.“

Tygrus kommt hinzu und die Situation eskaliert schrittweise. Tygrus, welcher etwas für Selina übrig hat, sieht Batman als Rivalen an. Selina wiederum zeigt ihm die kalte Schulter. Dr. Dorian währenddessen entscheidet, der für seinen Geschmack immer noch zu menschlichen Selina eine weitere Dosis seines Katzenserums zu verabreichen. Batman will Selina retten und von der Insel bringen, doch beide werden von Tygrus und Garth überwältigt.

Dorian lässt Batman daraufhin in den Dschungel fliehen, verbunden mit dem Versprechen, dieser dürfe die Insel verlassen, wenn er Tygrus entkomme. Dorian selbst scheint überzeugt, dass dieser Fall wohl kaum eintreten wird. Zu überzeugt ist er von der Perfektion seiner Schöpfung: „Er gehört dir Tygrus. Er ist deine Beute, mein Junge, ebenso belanglos wie ein Kaninchen für einen Wolf und wenn er beseitigt ist, dann steht deinem Glück nichts mehr im Wege.“

Die Fledermaus Gothams ist in dem Urwald sichtlich überfordert und es kommt letztlich zu mehreren Kämpfen mit dem Katzenmenschen, an deren Ende Bats immer knapp gewinnt. Einmal kann er Tygrus überwältigen und fesselt ihn an einen Baum. Als der Hybride plötzlich zu sprechen beginnt, lässt sich Batman zu einem kurzen Dialog hinreißen:

Tygrus: „Au“.
Batman: „So, du kannst also sprechen.“
Tygrus: „Mein Vater hat es mich gelehrt.“
Batman: „Du stammst aus einem Reagenzglas!“

Selina entkommt inzwischen Dorian und Garth. Auf ihrer Flucht trifft sie später auf Batman. Doch beide werden wieder von dem offenbar unverwüstlichen Tygrus unterbrochen. Der Hybride versucht abermals Batman zu töten, um Selina für sich einzunehmen. Doch sie geht dazwischen und erklärt ihm, dass er so ihre Zuneigung nicht gewinne.

Dies wird zu einer Art schmerzhaften Erweckungsmoments für Tygrus, der bisher jedes Wort seines Schöpfers als unumstößliche Wahrheit begriffen hatte. Verwirrt und aufgebracht sucht er zunächst das Weite.

Als er zu Dorian zurückkehrt ist dieser „tief enttäuscht“ von ihm und ohrfeigt seinen „Sohn“.

Dorian: „Die Arbeit von fast 20 Jahren ist in Gefahr. Du hättest Batman töten und in Stücke reißen sollen.“
Tygrus: „Warum? […] Er ist nicht mein Feind.“

In diesem Moment tauchen Selina und Batman auf. Sie wollen das Antidot um Selina zu heilen und Bats will außerdem den Doktor zur Rechenschaft ziehen.

Es kommt zum Showdown. Dorian zielt mit einem Gewehr auf Selina. Sie habe Tygrus verdorben. Tygrus wiederum schützt nun Catwoman … und zerstört schließlich das Labor. Dorian versucht ihm ein letztes Mal gut zuzureden, doch das ist vergebens.

Dorian: „Ich wollte nur, dass du stark bist; keine Schwächen und kein Mitleid zeigst.“
Tygrus: „Wie du willst, Vater!“

Sagt’s und sprengt auch noch die letzten Reste des Labors. Selina und Batman entkommen mit dem bewusstlosen Garth nach draußen.

Bald taucht Tygrus aus den Ruinen mit dem bewusstlosen Dr. Dorian auf den Armen auf und übergibt ihn an Batman. Ein letztes Mal bittet er Selina, in ihrer Katzengestalt bei ihm auf der Insel zu bleiben. Doch sie erklärt ihm, dass sie wieder menschlich sein wolle. Daraufhin überlässt er ihr das Gegenmittel.

Selina: „Warte. Willst du nicht mit uns kommen? Du hast hier keine Zukunft.“
Tygrus: „Ich gehöre nirgendwohin.“

Oder etwas schöner im Original:

Selina: „Wait! Won’t you come with us? There’s nothing for you here.“
Tygrus: „There’s nothing for me anywhere.“

Zur Episode:

„Tiger, Tiger“ ist eine jener Episoden, welche mir weit über meine Kindheit und Jugend hinaus in Erinnerung blieb. Grund hierfür war zum einen die erste Strophe des gleichnamigen Gedichts von William Blake (Mentalist-Nerds wissen natürlich sofort bescheid). Zum anderen ist die Folge doch eine recht Ungewöhnliche im Vergleich zu den meisten anderen; auch im Hinblick auf ihre hohe erzählerische Qualität. Dennoch schafft sie meiner Auffassung nach nicht ganz den Sprung in den höchsten BTAS-Olymp. Es gibt viel Licht und etwas Schatten.

Die Geschichte bedient sich allerlei klassischer literarischer und philosophischer Elemente und verpackt diese (größtenteils) kindgerecht in ein sowohl erzählerisch als auch optisch stimmiges Abenteuer, dessen Potenzial weit größer ist, als eine bloße erste Sichtung vermuten lässt. Je öfter ich die Episode (jetzt) gesehen habe, desto besser hat sie mir gefallen; vor allem mit den gesammelten Hintergrundinfos zur Quellenbasis. Bevor wir aber (etwas) in die literarischen Anleihen von „Tiger, Tiger“ hinabgleiten und uns auf Grundlage einer Zeichentrickepisode in die wohlig warme Decke (pseudo)intellektueller Überheblichkeit einhüllen können, kurz etwas zum größten Kritikpunkt: Die Verortung auf eine abgelegene Insel. Vorteil: Man kann, ohne den ganzen Ballast von Gotham (wie bekannte Vorgeschichten, Personen, Stadthistorie, Infrastrukturen oder Gesetze) eine Geschichte über Menschlichkeit, Moral, Ethik und Identität erzählen. Nachteil: Bruce und Selina sind völlig ersetzbar; Batman wird aus seiner natürlichen Umgebung katapultiert und findet sich in einem Dschungel wieder, für den er overdressed und underprepared ist.

Wie das genau aussieht, schauen wir uns gleich an. Doch zunächst widmen wir uns der Poesie und Prosa:

Am Ende der Episode schließt Batman nämlich mit den ersten Zeilen des Gedichts „The Tyger“ von William Blake.

Original:

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?

Deutsche Synchro:

Tiger, Tiger brennst hell
In den Wäldern der Nacht.
Welch unsterbliche Hand, welches Auge
schuf dein furchterregendes Ebenmaß?

Alternative Übersetzung:

Tiger, Tiger, hell entfacht
In den Waldungen der Nacht.
Welches Gottes Aug und Hand
Nur dein entsetzlich Gleichmaß band?

In der Folge selbst bemüht sich auch schon Dr. Dorian um eine Rezitation, da es die Perfektion seines Geschöpfes Tygrus und dessen furchterregende Symmetrie aus Mensch und Tier unterstreichen soll. Ehrlicherweise blieb mir die vorliegende Episode wahrscheinlich nur wegen dieses Gedichts so lange präsent. Im englischsprachigen Raum gilt es als das Berühmteste des Künstlers und eines der meist zitierten Gedichte überhaupt und findet daher auch immer wieder Erwähnung in der modernen Popkultur.

Bei der jetzigen Sichtung der Episode empfand ich allerdings sowohl die deutsche, als auch die englische Wiedergabe recht enttäuschend; weil nicht zum Folgeninhalt passend. Auf den ersten Blick wirkte es auch so, als hätten die Autoren mit dem Gedicht im Hinterkopf die Insel des Dr. Dorian entworfen und dann für den künstlerisch-weltmännischen Anstrich noch schnell Kevin Conroy (nur) die ersten vier Zeilen aufsagen lassen. Damit geben wir uns aber hier ja nicht zufrieden und nach etwas Recherche sind nun auch andere Interpretationen zulässig. Da ich nur Laie auf diesem Gebiet bin, lasse ich mich aber gern berichtigen bzw. andere Interpretationen zu. Wir versuchen es mal:

William Blake (1757 -1827) war ein (weitenteils erst posthum) bedeutender englischer Künstler, der in seinen Gedichten sowohl das ihn umgebende Gesellschafts- als auch Weltbild, teils philosophisch, teils satirisch behandelte. Dem intellektuellen Zeitgeist entsprechend, gehörte Blake jener dialektischen Denkströmung an, die „Gut und Böse“ (in einem religiösen Sinne) als Beschreibung für die Entstehung und Entwicklung des menschlichen Wesens ablehnte. Vielmehr definierten sich für ihn menschliches Bewusstsein und Erleben über Unschuld (mit welcher der Mensch quasi auf die Welt kommt) in Kombination mit der Erfahrung, die ein Mensch zeit seines Lebens macht. Die Erbsünde an sich gibt es also nicht, der Mensch kann aber weiterhin verdorben werden bzw. sich verderben lassen. Das Leben enthält eben Gutes und Schlechtes und beides ist unausweichlich mit dem Leben und dieser Welt verknüpft. Die Idee dahinter ist, dass alles durch eine Hand geschaffen wurde und dass demnach jede Facette unserer Existenz (auch die Grautöne) akzeptiert werden muss. Im Zuge dieser Überlegungen veröffentlichte Blake Ende des 18. JH. die beiden (von ihm auch formvollendet illustrierten) Gedichtbände „Innocence“ und „Experience“. Diese enthielten sich gegenseitig kontrastierende Gedichtpaare (u. a. auch schon mit der Thematisierung von Rassismus oder Ausbeutung), wie auch „The Lamb“ (Innocence) und „The Tyger“ (Experience). Auch diese Konstellation betont die Notwendigkeit der Anerkennung einer natürlichen Dualität der Dinge. So lautet eine Zeile des Tyger-Gedichts: „Hat jener, der das Lamm erschuf, auch dich gemacht?“ Also wieder: Unschuld und Erfahrung als Produkt derselben schöpferischen Urkraft; wobei die Schöpfung eben auch furchterregend sein kann, wie ein Tiger eben. Im Gedicht selbst werden noch weitere Fragen aufgeworfen, deren Behandlung an dieser Stelle sicher zu weit gehen würde. Die zentrale Dialektik bleibt aber der Widerspruch zwischen äußerer Schönheit und innerer, primitiver Wildheit als gesamte Schöpfung eines Gottes bzw. einer Naturgewalt.

Womit wir zu Tygrus kommen und Emile Dorians Verständnis von sich selbst als auch seiner Kreation. Da Dorian William Blake in der Episode eindeutig zitiert, müssen wir davon ausgehen, dass er sich selbst als Schöpfer, quasi als Gott begreift und die Schönheit seines Tygrus bewundert, genau wie dessen rohe Wildheit. Leider fehlt auf dieser teuflischen Insel jegliche Anmutung der oben zitierten Unschuld, d. h. die viel besungene natürliche Dualität befindet sich in gefährlicher Schieflage. Dem Zuschauer wird im Verlauf sehr oft vermittelt, dass der Doktor mit der Natur oder der Schöpfung wenig am Hut hat und etwas Unschuldiges/Gutes kann man an seiner Experimentierfreude kaum finden. Dorian allein hat diese Größenideen von sich und seiner isolierten Welt. Die natürliche Schönheit, Wildheit und Widersprüchlichkeit der Dinge würdigt er mit keinem Wimpernschlag.

Ich denke, mit den Anleihen an Blakes Werk, haben sich die Autoren etwas übernommen. Was Dorian betrifft könnte man immer noch argumentieren, dass diese Denke zur Figur gehört. Spätestens aber zum Ende der Episode, als Batman zu Tygrus‘ Silhouette die erste Strophe vorträgt, macht der ganze literarische Hintergrund nur noch wenig Sinn. Alles liegt in Scherben. Ein Mann hat sich über die menschlichen als auch über die Naturgesetze erhoben und fast nur Leid geschaffen. Und in der direkten Umkehr von Blakes Gedichten, ist es das langsame Erwachen von Tygrus‘ Bewusstsein, was überhaupt erst die Möglichkeit einer „Besserung“ eröffnet. Oder wie seht ihr das?

Abgesehen davon wird hier ein weiteres Werk der Weltliteratur (ziemlich eindeutig) verarbeitet:

Sehr wahrscheinlich wurde zur Charakterisierung des größenwahnsinnigen Dr. Dorian auch der bekannte Dr. Frankenstein als Vorlage herangezogen. Das vernachlässigen wir aber gekonnt. Denn die Story an sich weist vor allem klare Bezüge zur Insel des Dr. Moreau auf. Ich habe mir den Roman von Wells nochmal zu Gemüte geführt und muss sagen, dass ich ihn uneingeschränkt empfehlen kann. Das Genre ist so zwischen Horror und Abenteuer einzuordnen. Falls es der ein oder andere noch nachholen will, spoilere ich jetzt nichts Wichtiges, zeige aber trotzdem grob die auffälligsten Entlehnungen auf.

Zuallererst haben wir da jeweils eine abgelegene Insel mit einem (recht unsympathischen) Wissenschaftler, der Vermenschlichungsversuche an Tieren unternimmt, um entsprechende Hybriden bzw. Mutanten zu erschaffen. Beide wurden von der sie jeweils umgebenden Gesellschaft moralisch für ihre Versuche verurteilt und haben sich deshalb auf ihre Inseln zurückgezogen. Der Unterschied ist, dass Dorian Katzenwesen formen möchte (ihm Selina zum Beispiel zu menschlich ist). Moreau hingegen versucht Tiere menschlich werden zu lassen und verzweifelt immer wieder daran, dass sich das Tier im Tier schnell wieder zurückkämpft. Dorian hat durch die Erschaffung von Tygrus also Moreau schon ein Stück weit überholt.

Beide Doktoren verbindet auch die geradezu zwanghafte Einlassung zu ihrem jeweiligen Untersuchungsgegenstand. Jegliche Ablenkung wird als störend empfunden. Gewalt ist ein probates und übliches Mittel zur Zielerreichung und wird so gut wie überhaupt nicht hinterfragt. Mitleid und Empathie besitzen sie nicht (mehr). Beide ärgern sich dementsprechend über Eindringlinge von außen, welche sie ja bei ihrer Forschung behindern. Beide äußern, dass dies ihre Arbeit von Jahren gefährde. Der Schöpfungsakt, also die Forschung, steht über allem. Die Auswirkungen auf ihre Geschöpfe sind zweitrangig.

Dr. Moreau: „Wenn ich [die Hybriden] sehe, quält mich nur das Gefühl des Misserfolgs. Ich interessiere mich nicht für sie.“

Eine weitere Gemeinsamkeit beider Geschichten sind die Tierwesen, die einerseits beginnen, Begrifflichkeiten für sich und die Welt zu finden; eine Art Selbstbewusstsein entwickeln, aber andererseits Moreau/Dorian als ihren Schöpfer und den ihrer Welt akzeptieren und sich seinen Wünschen und Befehlen unterordnen. Moreau begreift sich, ähnlich wie Dorian, daher auch als (göttlicher) Schöpfer. Für ihn ergibt sich aber zusätzlich die Notwendigkeit, dass er noch göttlicher handeln muss und den Tieren auf seiner Insel (auch zum Selbstschutz) Gesetze gibt bzw. verordnet und damit auch einen quasi-religiösen, ideologischen Überbau für deren seichtes Bewusstsein. Das sorgt dafür, dass auch sie ihn als Allvater begreifen.

Ich hoffe, dieser kurze Abriss verdeutlicht, dass sich die Autoren schon kräftig bei H. G. Wells bedient haben. Aber Hauptsache, die Geschichten sind schön. Wie das Ganze bei Dr. Moreau ausgeht, müsst ihr aber selbst nachlesen.

Da haben wir also diese Zeichentrickepisode, die sich an klassischen, popkulturell bekannten Werken bedient und diese – nebst eigenen Storyelementen – in ihrer 20minütigen Laufzeit unterbringt, ohne überfrachtet zu wirken. Dafür gibt es auf jeden Fall schon mal Zwischenapplaus.

Ganz unabhängig von dem referenziellen Anspruch, den „Tiger, Tiger“ zweifellos an sein (üblicherweise recht junges) Publikum stellt, die ganze Episode ist ein einziger Ritt auf der Rasierklinge für eine Kinderserie. Selina (eine dem Zuschauer wahrscheinlich vertraute Person) wird entführt, gegen ihren Willen unter Drogen gesetzt, ihrer Menschlichkeit beraubt und einem gruseligen Katzenwesen als Beute versprochen. Das entspricht schlimmstem Missbrauch. Batman selbst ist dabei auch keine große Hilfe und fällt in dieser Folge außerdem aus der Rolle. In John-Wayne-Manier reitet er auf der fremden Insel ein und findet die verwandelte Selina vor. Der sonst so überlegte Detektiv, beschäftigt sich keine 5 Sekunden mit der verwirrten Frau, sondern fordert umgehend deren Rückverwandlung, droht mit Gewalt und trägt überhaupt vielfach zur sukzessiven Eskalation der Gesamtsituation bei. Im Dschungel prügelt er sich ein ums andere Mal zum Labor zurück, statt dem langsam zu Bewusstsein kommenden Tygrus ins Gewissen zu reden. Schlimmer noch, er verachtet ihn offensiv für seine Herkunft … Batman(!) … also Batman … erkennt Tygrus das Recht ab, Dorian als seinen Vater zu betrachten. Das Mischwesen muss die Fledermaus sehr erschrecken, wenn dieser auf ihn dermaßen abwertend reagiert. Später wird klar: Für Batman ist Tygrus ein Verbrechen an der Natur – kein Mensch und kein Tier, sondern nur eine zufällig atmende Sünde. Setzt man die Vorlage des Dr. Moreau (oder auch Frankensteins Monster) hierzu in Bezug, so spiegelt dies sicherlich recht anschaulich den empfundenen Horror der damaligen Zeitgenossen wieder. Aber Bats agiert hier meiner Ansicht nach schon zu stark out of character.

All diese Punkte empfinde ich in der Reflexion schon als recht verstörende Inhalte innerhalb einer Zeichentrickepisode. Aber zum Glück ist da Selina. Gott sei Dank, Selina! Die Frau, der von allen handelnden Figuren hier das Schlimmste angetan wird, bewahrt als Einzige einen kühlen Kopf. Mitfühlend, erklärend, vermittelnd arbeitet sie sich an den Testosteronbolzen um sich herum ab und findet letztendlich in Tygrus(!) den verständigsten ihrer Mitakteure. Nur, weil dieser auf ihre Argumentation eingeht und nur weil sie ihn in die Lage versetzt, Empathie für sich und ihre Situation zu entwickeln, nur deshalb nimmt die ganze Geschichte ein gutes Ende.

Wie schon erwähnt, wirkt Batman auch sonst recht deplatziert, außerhalb seines üblichen Terrains, weg von der Stadt auf einer Insel, auf der ein Fledermauskostüm und Gadgets für den Großstadtdschungel im Großen und Ganzen nicht funktionieren. Dadurch wird wieder klar, wie sehr Batman auch Gotham braucht (nicht nur umgekehrt).

Trotz der gerade bejammerten Düsternis der Episode (oder gerade deswegen), ist sie besonders hoch zu bewerten. Die hier in 20 Minuten abgehandelten Themen sollten allein ob ihrer inhaltlichen Fülle die Folge sprengen und doch tun sie es nicht. Das ist Schreibkunst auf hohem Niveau. Und 3 Urwald-Kampfszenen haben sie auch noch irgendwie mit untergebracht. Ach ja, und einen Affenmann mit einem Gewehr, gekleidet in Trenchcoat und Baskenmütze. Naja.

Außerdem ist herauszustellen, dass diese Episode, genau wie „Ein teuflischer Plan“, Bezug auf vorherige Folgen der Serie nimmt. Man versteht die Geschichte natürlich auch ohne, dass man weiß, wer Dr. Langstrom ist, aber dessen Erwähnung und auch seine aktive Mitwirkung helfen dabei, das Universum ein wenig runder zu machen. Für eine Kinderserie der 90er Jahre ist das schon beachtlich.

Am meisten aber gefällt mir der Funke der Erkenntnis, welcher in Tygrus entfacht wird und dass der Zuschauer eingeladen wird, diesem Feuer beim Wachsen zusehen zu dürfen. In diesem Teil dieser Zeichentrickepisode werden fundamentale Fragen verhandelt, wie: Wer bin ich? Was ist das Selbst? Was ist Bewusstsein? Wer sind meine Eltern? Was bedeutet das für mich und meine/die Welt? Kann ich in meiner bewussten Auseinandersetzung mit den Themen des Lebens zu anderen Schlüssen kommen, als meine Eltern/Freunde/Lehrer usw.? Habe ich ein Recht darauf? Und (wie) darf ich dieses durchsetzen? Ist all das überhaupt bedeutsam? Und so weiter.

Ich hatte kurz vor Sichtung von „Tiger, Tiger“ die erste Staffel „Westworld“ gesehen, in der ähnliche Fragen (natürlich tiefer und vielfältiger) verhandelt werden. Und ich bin immer noch ziemlich begeistert, welch ähnliche Denkanstöße diese kleine Episode seinen ebenso kleinen Zuschauern anbietet. Wer Westworld mag, wird auch diese Folge mögen und der sollte auch einmal „Die Insel des Dr. Moreau“ zur Hand nehmen. Und umgekehrt.

„Tiger, Tiger“ ist übrigens auch der Grund, warum ab sofort die (Haupt)Kreativ-Teams zu den Folgen mit genannt werden. Es erscheint generell recht unfair, sämtliche erzählerische Brillanz nur Dini, Timm und Burnett zu unterstellen. Und gerade bei dieser Episode wird klar, dass da keine Amateure am Werk waren. Randy Rogel hat auch schon an ein paar herausragenden Episoden maßgeblich mitgewirkt, insbesondere an den beiden Zweiteilern „Two-Face“ und „Robins Rache“. Und Michael Reaves hat über ein Dutzend BTAS-Folgen und 2 Filme (mit)geschrieben bzw. umgesetzt, u. a. die Origins von Poison Ivy und Clayface, oder die Episoden „Batgirls Rückkehr“ oder „Ich bin die Nacht“.

Das heißt bei „Tiger, Tiger“ hat sich geballtes Schreibtalent versammelt um uns die vorliegende Story mit sämtlichen religiösen und klassisch philosophischen Anleihen und Metaphern zu präsentieren und zwar so, dass sie den kindlichen Geist nicht überfordern. Meine Einschätzung dazu habt ihr gerade gelesen. Wenn ihr euch selbst ein Bild machen möchtet, schaut euch an, wie gut das gelungen ist. Jetzt!

Zu den Figuren:

Wir beginnen mit Emile Dorian. Im Gegensatz zu Achilles Milo spürt man von Sekunde eins an, dass man es hier mit einem ausgestalteten Charakter zu tun hat. Dorian ist zielstrebig, berechnend, leidenschaftlich in seiner Arbeit und völlig unterkühlt, wenn es um die Belange Anderer geht. Er ist einer, der Leben formt, weshalb es ganz natürlich sein sollte, dass man sich ihm unterordnet. Dorian legt in „Tiger, Tiger“ auch wiederholt Wert auf Anstand und Benehmen. Das schließt zwar ganz offensichtlich Kidnapping und Körperverletzung aus, aber darüber hinaus mahnt er die anderen Protagonisten (u. a. Batman), sich weniger rüde zu verhalten, keine „so primitive“ Sprache zu verwenden usw. Er selbst äußert sich entsprechend gewählt und betont seine Worte leicht näselnd; der Aristokrat unter den Schurken.

Dorian ist ein Gegenentwurf zum schmierigen Dr. Milo, der alles beforscht, solange es nur interessant ist oder genügend einbringt. Emile Dorian hat ein klares Ziel, EINEN Forschungsgegenstand, den er zur Perfektion hin entwickeln will („Ich liebe Katzen. Ihre Unabhängigkeit, ihre Eleganz, Schönheit.“). Die „Schönheit“ seiner Kreationen ist dabei Antrieb und gleichzeitig Rechtfertigung für seine Experimente und die Überschreitung ethischer Grenzen.

Hier ist auch ein Gegensatz zu dem beim letzten Mal besprochenen Langstrom-Forschungsteam zu erkennen. Denn deren Ziel ist nicht weniger, als die Rettung der Menschheit – eben durch die Erschaffung einer widerstandsfähigen Fledermaus-Mensch-Spezies. Dass sie dabei ebenfalls mit Wissenschaftsethik nicht viel am Hut haben, fällt zwar auf, aber im Vergleich zu Dorians Schöpfung wegen der unterschiedlichen Hintergründe weniger ins Gewicht. Und das gilt auch für Batman, der mit Dr. Dorian gleich von Beginn an ganz anders umspringt, als mit den Langstroms. Dabei ist natürlich zu beachten, dass Langstrom lediglich zum Selbstexperiment greift (was aber Kollateralschäden nach sich zieht), während Dorian seine Wesen selbst züchtet bzw. seine Substanzen an weniger freiwilligen Probanden testet. Eine davon ist eben Selina und die ist Bruce jetzt nicht ganz unegal.

Während der Episode können wir zudem mehrfach beobachten, wie Dorian Gewalt gegen Andere ausübt. Wie schon beschrieben, verletzt und missbraucht er Selina. Und Tygrus schlägt er ins Gesicht, weil dieser seine Befehle nicht angemessen befolgt. Das heißt, der gute Doktor handelt aus typisch chauvinistischen Motiven. Er hat mehr Rechte, weil er ist, wer er eben ist. Und seiner Meinung nach zementiert er diesen Anspruch mit dem, was er eben tut. Und der Erfolg gibt ihm gewissermaßen recht. Damit reiht er sich ein, in die Riege der unsympathischen Wissenschaftler im BTAS-Universum. Die meisten davon werden als kühl, arrogant und abgehoben gekennzeichnet; als intellektuelle Überflieger, die sich frei von den Zwängen einer Moral oder der Gesetze wähnen. Dieses Muster zieht sich durch die gesamte Serie. Ich finde das recht schade und auch nicht unbedingt konsequent; denn wie schon der allseits bekannte Comicanalytiker Homer Simpson einst sagte: auch „Batman ist Wissenschaftler“.

Zurück zu Dorian. Seinen Charakter haben wir uns eben nochmal versucht zu erschließen. Fassen wir auch die weiteren Fakten zu ihm zusammen, die wir in dieser Episode erfahren haben: Dr. Emile Dorian arbeitete als Genetiker in Gotham City und fiel schon früh durch seine teils brutalen Tierexperimente auf. Dorian ist und war besessen von Katzen und deren Eigenschaften und versuchte stets diese an Katzen selbst zu verbessern oder auf andere Spezies zu übertragen. Im Zuge dessen entwickelte er ein Mutagen namens T-99; welches später die Grundlage für das Man-Bat-Serum seines damaligen Laborpartners Kirk Langstrom bilden sollte. Dorian selbst setzte seine Experimente fort. Doch bald gab es ernstzunehmenden Protest aus den eigenen Reihen gegen die grausame und unethische Form seiner wissenschaftlichen Methoden. Daher beschloss Emile alsbald, sich auf eine abgelegene, unbewohnte Insel zurückzuziehen, wo er – weit ab von lästigen Gesetzen – weiter ungestört experimentieren konnte (exakt so wie Dr. Moreau). Die 2 erwähnenswertesten Geschöpfe dabei sind der Affenmensch Garth und der Katzenhybride Tygrus. Durch die Entführung von Selina Kyle ruft er dann Batman auf den Plan, welcher ihn schließlich mit nach Gotham zurück nimmt, um ihn dort den Behörden zu überstellen.

Kommen wir zu Tygrus. Dieser wird uns zu Beginn als ein stummer Diener Dorians verkauft. Letzterer hat den Katzenmann im Labor erschaffen und ihn mit dem Menschen überlegenen Fähigkeiten ausgestattet; später erfahren wir auch, dass er ihn das Sprechen lehrte. Der Doktor ist schwer begeistert von seiner Schöpfung, entspricht Tygrus doch dem katzengleichen und doch humanen Wesen, das Dorian immer als Idealbild vor seinem geistigen Auge hatte. Tygrus ist stark, athletisch, geschmeidig und schön. Hinzu kommt ein offenbar menschengleicher Intellekt; gepaart mit einem Funken anmutiger Wildheit. Geradezu perfekt. Und doch fehlt ihm nach einiger Zeit etwas; ein Freund, ein gleiches Wesen, eine Gefährtin. Und Dorian kommt diesem Wunsch nach, indem er eben Catwoman entführt und zu einer gleichwertigen Partnerin für seine Kreation verwandeln möchte. Dass Dorian in seinem Allmachtswahn die Folgen nicht korrekt abschätzt, wissen wir nun. Wäre er aufmerksam gewesen, hätte er vielleicht auf eine andere Lösung zurückgreifen können. Denn es ist nicht nur der Anfang von seinem Ende, dass er Außenweltler auf seine Insel holt, sondern das sachte aufkeimende Bedürfnis nach einer Gefährtin ist ein erster Hinweis auf Tygrus‘ beginnende Emanzipation von seinem „Vater“.

Spätestens, als Tygrus sein Sprachtalent offenbart und so mit Batman und dann v. a. mit Selina ins Gespräch kommt, wird sein Weltbild erheblich infrage gestellt. Die weniger nette Einlassung Batmans („Du stammst aus einem Reagenzglas“) formuliert einen grundlegenden Zweifel an Tygrus‘ Existenz(recht) bzw. an seiner Beziehung zu sich, zu Dorian und der Welt. Die weiteren widersprüchlichen Informationen aus der (verbalen) Auseinandersetzung mit Selina, leiten schließlich die Wende in Tygrus‘ Erkenntnisprozess ein. Später im Labor, als Batman plötzlich das in Tygrus schlummernde Verständnispotential erkennt, appelliert er an dessen Vernunft:

„Das hat nichts mehr mit dir zu tun Tygrus. Er hat das Gesetz gebrochen; hat sich gegen die Natur versündigt.“
Doch Tygrus kann nicht anders: „Trotz alledem. Er ist mein Vater, er hat mir das Leben geschenkt.“

Hier kann man erkennen, wie Tygrus darum ringt, ein umfangreiches Verständnis für den hochkochenden Konflikt im Außen zu entwickeln, um sich dann zu diesem „richtig“ verhalten zu können. Doch das ist noch zu viel für den jungen, bisher isolierten Geist. Und so greift er zurück auf das Verhaltensmuster, welches ihm am schnellsten verfügbar ist: exzessive Gewalt.

Nach der Zerstörung des Labors aber, gelingt es ihm, ein anders geartetes moralisches Urteil zu fällen und entsprechend zu handeln. Selina bekommt das Gegenmittel, sie und Batman dürfen die Insel mit Dorian verlassen. Und die beiden sollen sich um seinen Vater „kümmern“; er sorgt sich noch um Dorian. Für sich selbst aber hat Tygrus noch keinen weiteren Plan. Und wenn wir unsicher sind, verfallen wir in alte Gewohnheiten und bevorzugen ein vertrautes Umfeld. So auch Tygrus, der an dieser Stelle auf Dorians Insel zurückgelassen wird. Er bricht mit seinem Vater, vernichtet das Labor, schickt Selina fort und beendet damit alles, was ihn kurz zuvor noch ausgemacht hat. Nachdem er selbst nun alles zerstört hat, worüber er sich definierte, bleibt ihm lediglich die Insel als Heimat und Rückzugsort.

In der Beziehung von Dorian zu Tygrus wird hier ein Grundsatzkonflikt zitiert, welchen wir immer wieder in der Literatur, in Filmen oder in Abwandlung auch in üblichen Familien wiederfinden. Tygrus ist Dr. Dorians Schöpfung. Dorian hat offenbar viel investiert, um diesen möglichst perfekt zu gestalten. Zu diesem Perfektionsbegriff gehört auch ein dem Geschöpf eigenes Bewusstsein. Die Voraussetzung also zur Etablierung eigener Einstellungen, Ideologien und darauf basierender Entscheidungen. Als Tygrus diese Schwelle übertritt, also selbstständig beginnt zu denken, zu reflektieren und abzuwägen, entsteht damit auch die Möglichkeit, dass er von Dorians Perspektiven abweicht. Nachdem er unterschiedliche Interpretationen von seinem Vater und Selina erhalten hat, beginnt er, sich und seine Motive zu hinterfragen. Er reflektiert und wägt ab – was will ich, was ist dafür notwendig, wie erreiche/nutze ich Mittel und Ziele?! Nicht mit der Sprache allein, sondern erst mit diesem (erweiterten) Verständnis von sich selbst, wirkt Tygrus plötzlich wirklich lebendig. Damit ist er bereits viel mehr Mensch als bloße Kreatur. Doch anstatt, dass Dorian sich über diese herausragende Menschwerdung seiner Schöpfung freut, versucht er wieder die basalen, in Tygrus hinterlegten Befehle abzurufen, ihn als Werkzeug zu nutzen, um sich selbst so vor Batman schützen zu können. Der Gewissenskonflikt von Tygrus steigert sich dadurch nochmals enorm, sodass er Selinas Tötung verhindert und ihm Dorian schließlich antwortet, dass er diese Aufsässigkeit nicht dulde.

Es ist schön, wenn die Kinder irgendwann sich und die Welt erkennen und beides zueinander in Bezug setzen können. „Leider“ kommen sie dann manchmal zu anderen Schlussfolgerungen als man selbst und „folgen“ nicht mehr den Ansichten oder dem Willen ihrer Eltern. Und dieses Problem wird uns hier in der Nussschale präsentiert. Selina erklärt Tygrus, dass sie kein Jahrmarktspreis ist und dass Dorian ihr Gewalt angetan hat, gegen ihren Willen. Tygrus kannte bisher nichts anderes (Dorian ist der Meister) und wird nun mit diesen anders lautenden Informationen konfrontiert. Und das führt schließlich dazu, dass die geniale Schöpfung über ihren Schöpfer triumphiert; ihn nicht nur nicht mehr beschützt, sondern letztendlich sogar stürzt; wie einst schon die Götter die Titanen und ab da so fort bis zum heutigen Tag.

Und wieder bietet uns die Animated Series einen dezidierten Blick auf die Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit „menschlicher“ Existenz und unseres Erlebens. Der Reagenzglas-Charakter Tygrus entwickelt Einsichten und erlangt durch unterschiedliche Perspektiven die Fähigkeit zur Empathie. Daraufhin ist es ihm möglich eine innere Moral auszubilden, anhand derer er sein Handeln auszurichten versucht. Ein Mensch durch und durch. Der Genetiker und Mensch Dorian hingegen, verweigert sich seiner eigenen Humanität, seiner Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies und erhebt sich selbst zu einem Gott. Ein Gott, für den nichts mehr gilt, als er selbst und seine (niedere) Schöpfung. Bis auf seinen Zorn können wir kaum noch etwas menschliches in diesem dennoch gewöhnlichen Mann entdecken. Oder um es mit Dr. Moreau zu sagen: „Das Studium der Natur macht den Menschen schließlich so gewissenlos, wie die Natur selbst ist.“

Noch gewissenlosere Charaktere finden wir nur noch in

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