Heiliger Klemmbaustein Batman! Ob du es glaubst oder nicht, du bist seit deinem kürzlich gefeierten Geburtstag mittlerweile 87 Jahre auf Verbrecherjagd durch Gotham City. In dieser Zeit hast du mehr als einen Menschen aus dir gemacht; du hast dich einem Ideal verschrieben und bist so zu etwas gänzlich anderem geworden: einer Legende! Und um deine Legende zu ehren, hat TT Games dir und deinem Vermächtnis ein eigenes Videospiel gewidmet. Ob dies ebenso legendär ist wie du selbst, durften wir von Batmannews bereits vorab herausfinden.
Drehen wir die Uhren knapp ein Jahr zurück. Die Fans und Gamer unter uns hätten keinen von Warner Bros. Games schief angesehen, haben sie uns doch einen fantastischen neuen VR-Ableger aus dem Arkhamverse mit „Batman: Arkham Shadow“ gegeben. Einziger Wermutstropfen dabei blieb, dass das Spiel ausschließlich für ein einziges Endgerät gedacht war und so der großen Masse nicht wirklich zugänglich gemacht wurde. Das letzte wirklich akzeptierte Arkham-Spiel für alle Konsolen war davor „Batman: Arkham Knight“ aus dem Jahr 2015. Doch die Arkham-Reihe war nicht die einzige Videospielumsetzung zu der damaligen Zeit.
2008 – also im Erscheinungsjahr von Christopher Nolans „The Dark Knight“ – und damit noch vor „Arkham Asylum“ (2009) wurde dem Dunklen Ritter in einer ungewöhnlichen, eher kleinen Plastikform als Videospielfigur wieder Leben eingehaucht. Denn in diesem Jahr brachte TT Games das erste „LEGO Batman: The Videogame“ für alle damals gängigen Konsolen heraus. Das Spiel soll sich millionenfach verkauft haben, wobei aktuelle Zahlen nur schwer zu recherchieren sind. Der Erfolg führte letztlich zu insgesamt zwei direkten Nachfolgern mit „LEGO Batman 2: DC Super Heroes“ aus 2012 und „LEGO Batman 3: Beyond Gotham“ aus 2014 sowie einem Spin-off mit „LEGO DC Super-Villains“ aus 2019.
Und jetzt falle ich direkt mit der Tür in die Bathöhle: Ich habe keines dieser Spiele wirklich gespielt. Die ersten beiden Ableger kamen in einem Lebensalter heraus, da war ich in den 20ern zu „cool“ für LEGO (Games). Den dritten Teil habe ich nach meiner Erinnerung einmal kostenlos im monatlichen Playstation Plus Gratis Spiele Update geladen. Mein Playstation Plus Account verrät mir, dass ich seit 2022 versuche, in diesem Spiel Fortschritte zu erzielen. Aber ich schaffe es maximal eine halbe Stunde durchzuhalten, bis ich das Spiel wieder für eine lange Zeit aus dem Gedächtnis verdränge. Zuletzt habe ich es aus Wut deinstalliert, da ich in Level 5 oder 6 mit einem der unzähligen Charaktere in einem der unzähligen Outfits wieder irgendeine Aufgabe zu lösen hatte, jedoch bei diesem Outfit der Akku geladen hätte sein müssen. Leider war er das nicht und ich fand auch keine Möglichkeit in dem Level, dies nachzuholen, also sagte ich dem Spiel final „Leb wohl“. Ähnliches gilt für das Spin-off, wobei dieses wenigstens den Anstand hatte, im Titel bereits klar zu machen, dass Batman keine Hauptrolle einnehmen wird. In LEGO Batman 3 war das vom Titel her nicht direkt erkennbar, obwohl der Caped Crusader auch dort nur gefühlt eine Nebenrolle in seinem eigenen Spiel hatte.
Vor diesem Hintergrund war die Ankündigung eines neuen LEGO Batman Games auf der ComicCon 2025 jetzt kein wirkliches Erweckungserlebnis für mich. Schließlich wollte ich wie viele andere am liebsten ein neues Arkham Game von Rocksteady. Doch bereits der Reveal-Trailer zeigte, dass der neuste Ableger namens „Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ anders als die Vorgänger zu sein scheint. Die Vorfreude wuchs mit jedem Trailer stetig bis hin zum sog. Launch-Trailer, der mich vollends zu überzeugen wusste. Hier nochmal der Trailer zur Erinnerung:
Mit dieser Vorfreude habe ich mich nun vorab in das Vermächtnis Batmans stürzen dürfen. Mein Dank geht hierbei an den Publisher Warner Bros. Games, der ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, und auch an Marian, der dies erst mit seinem Einsatz ermöglicht hat. Also stürzen wir uns nun in die Geschichte des Games und in die 87 Jahre lange Bathistorie (gespielt wurde die PS5-Version). Und klar ist, alles was jetzt folgt, ist nur meine Meinung:
STORY

„Vom Ursprung zur Legende„… Unter diesem Motto kann man die Story des Spiels perfekt zusammenfassen. Diese teilt sich in sechs Kapitel auf, die jeweils einen bestimmten Abschnitt der Entwicklung des Dunklen Ritters aus seiner langen Historie erzählen. Hierbei wird sich, wie bereits die Trailer verraten, an bekannten Grundmotiven aus besonders filmischen Adaptionen, aber auch aus Comics und Videospielen bedient. Der greifbarste Vorwurf liegt damit meines Erachtens auf der Hand, kann man den Entwicklern doch schnell eine gewisse Kreativlosigkeit vorwerfen, nimmt man einzig bekannte Szenen aus Filmen und lässt die Spielenden diese einfach aneinandergereiht in LEGO Form nachspielen. Doch so einfach ist die Sache tatsächlich nicht.
TT Games hat in diesem Spiel eine eigene, für sich allein stehende Geschichte rund um den Dunklen Ritter kreiert. Sie bedienen sich prägender Versatzstücke aus allen Medien und formen diese zu einer eigenen, sich selbst tragenden Adaption des Batman Mythos‘. Wer also eine 1:1 Umsetzung beispielsweise der Filme erhofft, der sei gewarnt, da die sechs Kapitel vereinzelnd Motive nur aufgreifen, aber ihr eigenes Ding daraus machen.
Bei den sechs Kapiteln gab es für mich einen starken Start, also ein „Begin“ hin zu einem fantastischen zweiten Akt. Der Mittelteil mit den Kapiteln 3 und 4 nahm vom Spielspaß her etwas ab, da aber auch die Ursprungsstoffe nicht meine bevorzugten Batmandarstellungen sind. Ab Kapitel 5 nimmt das Tempo merklich zu, was auch das wirklich grandiose Action-Setpiece zeigt. Mit dem finalen Kapitel 6 kommt es nochmal zu einem Tonwechsel, der bei der von LEGO zu erwartenden familienfreundlicheren Ausrichtung etwas überraschender daher kam.
„LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ stellt so ein eigenständiges Werk dar, das nicht wirklich in die Linie der Vorgänger passt. Dies gilt erst recht für den Vergleich zum „LEGO Batman Movie„. Die Story ist zwar auch ein „wilder Ritt“, nimmt sich aber bei Weitem nicht diese überdrehte, knallbunte und übertrieben temporeiche Filmadaption zum Vorbild. Dies zeigt sich bereits daran, dass nicht Will Arnett als „der“ LEGO Batman der Figur seine Stimme leiht, sondern Batman im Original von Shai Matheson gesprochen wird.
Die Geschichte fand bei mir nach guten 15 Stunden Spielzeit ihr Ende, als die End-Credits über den Bildschirm zu den bereits aus dem Launch-Trailer bekannten Klängen von Seal liefen. Was will man mehr?
SPIELINHALT

Ich hatte es eingangs gesagt. Die Trailer ließen bereits vermuten, dass dieses Spiel anders sein könnte als die anderen LEGO Batman Games. Und diese Annahme hat sich auch in Bezug auf den Inhalt bestätigt.
Während beispielsweise der dritte Teil eine unfassbar große Anzahl an spielbaren Charakteren aufbot, weicht TT Games von dieser Formel in „Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ stark ab. Das Spiel bietet „nur“ sieben spielbare Charaktere. Neben unserem allseits geliebten Titelhelden sind die Namen der weiteren Charaktere vorab bekannt gegeben worden, die die Spielenden im Fortlauf der Geschichte kapitelweise zur Bat-Family hinzufügen können. Diese sind Talia al Ghul, Jim Gordon, Robin, Nightwing, Batgirl sowie Catwoman. Jeder Charakter verfügt über einzigartige Gadgets, die für das Erkunden der Gebiete/Level und für den Fortlauf der Geschichte notwendig sind. Hier kommen also die bereits in den Arkham-Games, aber auch aus den Vorgängern bekannten Metroidvania Spielmechanismen voll zur Geltung, kann man doch nicht von Beginn an jedes Rätsel oder jede Aufgabe direkt lösen, sondern man braucht die Unterstützung des speziellen Charakters mit dem richtigen Hilfsmittel für den Fortschritt.
Diese überschaubarere Anzahl macht aber das Agieren im Vergleich zu beispielsweise LEGO Batman 3, wo ich nicht mehr wusste, welcher Charakter mit welchem Anzug jetzt der richtige zum Weiterkommen ist, wesentlich leichter, minderte den Spielspaß dennoch nicht. Schließlich streift man in der Geschichte und der Welt unzählige andere bekannte Charaktere aus dem Batman Kosmos (gerade Sofia Falcone brachte einen lauten Lacher hervor), die es teilweise auch zu vermöbeln gilt.
So sind wir beim Kampfsystem angekommen. Und dieses Kampfsystem ist, das wird niemanden beim Blick in die Vorschauen überraschen, nicht LEGO Games-typisch konzipiert, sondern vielmehr der Arkham-Reihe entnommen, ohne jedoch dereb Tiefe zu erreichen. Neben Freeflow-Faustkämpfen wurde auch die alternative Stealth-Mechanik übernommen, sodass es phasenweise den Spielenden überlassen ist, ob sie lautloser agieren oder rabiater zu Werke gehen. Wer jedoch eine exakte Kopie des Kampfsystems der Arkham Games erwartet, wird hier ebenfalls enttäuscht. Die Vielseitigkeit der zu benutzenden Gadgets in Freeflow-Kämpfen ist viel zu begrenzt, stehen jeder Figur doch im Ausgangspunkt nur zwei Hilfsmittel zur Verfügung. Batman hat beispielhaft nur Batarangs und die Batclaw zur Hand, während man bei „Arkham Knight“ noch ganze zehn Ausrüstungsgegenstände benutzen kann. Daneben kann der Mitternachtsdetektiv noch situativ das Explosionsgel benutzen, aber nicht im Kampf anwenden. Auch der Detektivmode wurde übernommen.
Kampffertigkeiten lassen sich ebenso wie Erkundungsfähigkeiten im Rahmen eines Skilltrees upgraden. An in der Welt verstreuten Werkbänken können zudem Verbesserungen der Gadgets aller sieben Charaktere vorgenommen werden. Upgrades sind selbstverständlich nicht kostenlos möglich, sondern müssen jeweils mit verschiedenen Sammelobjekten gekauft werden.
Die Stealth-Komponente war bei meinem ersten Spieldurchgang nicht das bevorzugte Mittel der Wahl, da die Kämpfe auf den unteren Schwierigkeitsstufen nicht unbedingt fordernd waren. Es dürfte sich bei dem Schleichen eh um vielleicht die weniger gut umgesetzte Arkham Mechanik handeln. Umgekehrtes Ausschalten ist nicht möglich, einzig das Anspringen von Gegnern ist ausführbar, wobei ich dann lieber den direkten Konflikt gesucht habe.
Insgesamt gibt es als Neuerung aber drei Schwierigkeitsstufen, sodass hier in Abweichung zu den anderen LEGO Videospielen auch eine fordernde Spielerfahrung (hoffentlich) geboten wird. Jedenfalls waren die Bosskämpfe alle für sich genommen individuell -teilweise mit mehreren Phasen- gestaltet und haben allesamt viel Spaß gemacht, wobei natürlich aus alter Verbundenheit zur „Animated Series“ der „Kampf“ gegen den Condiment King auf seine Art besonders gut umgesetzt erschien.
OPEN WORLD

Das Spiel bietet eine große Open World in Form von Gotham City. Gotham besteht aus insgesamt vier Inseln (North, Central, South und Tricorner Island) mit insgesamt neun Stadtteilen plus Bathöhle als HUB, die es zu erkunden gilt. Wer also prokrastinieren möchte, der kann während der Hauptstory bereits die Map ausgiebig erkunden. Schließlich gibt es an jeder Ecke gefühlt was zu entdecken. Überall sind Easter Eggs zu finden. Das Wichtigste dabei ist aber, dass jeder Winkel der ganzen Karte betreten werden kann. Ganz Gotham ist frei zugänglich. Ganz Gotham ist zudem mit Menschen gefüllt. Anders als beispielsweise in Arkham Knight oder dem Suicide Squad Spiel, in denen die Evakuierung der Einwohner zur Story dazu gehörte, bewegen sich die Menschen als NPCs durch die Straßen Gothams; also Vorsicht beim Durchqueren der Stadt mit den schnellen Gefährten.
Jeder Charakter hat auch seine eigene Auswahl an klassischen Fahrzeugen, seien es beispielsweise das Batmobil aus „Batman ’89“ oder das Catmobil aus Detective Comics #122. Insgesamt gibt es 30 verschiedene Fahrzeuge derzeit zum Freispielen. Zuwachs ist im Laufe der Zeit durch DLCs nicht ausgeschlossen, zumal eine Erweiterung schon angekündigt ist. Entsprechendes gilt für die Outfits. Derzeit sind insgesamt 101 Outfits für die spielbaren Charaktere freischaltbar.
Wer es „ruhiger“ angehen möchte, der kann mittels Greifhaken und Umhang in bester Arkham-Manier durch die Stadt gleiten. Das macht, wie schon beim großen Vorbild, am meisten Spaß und macht die große Fahrzeugauswahl fast obsolet.


Wer ebenfalls erst die Hauptstory erleben will, um sich anschließend den restlichen Aufgaben zu widmen, dem sei Ausdauer auf diesem Wege mitgegeben, denn die Anzahl und Diversität an Nebenaufgaben ist durchaus beachtlich. Um einen Überblick zu geben, sei hier ein Bild nur einer relativ unberührten Insel mitgebracht, der die Aufgabenvielfalt verdeutlichen soll:

Insgesamt reden wir hier von:
- WayneTech-Lagerkisten
- Riddler-Puzzle
- Cluemaster-Puzzle
- Bewegungsprüfungen
- Kampfprüfungen
- Fahrprüfungen
- Pflanzenwelten
- Entlaufene Zootiere
- Bathöhlentrophäen
- Fahndungsplakate
- Schnellreisepunkte
- eine mehrteilige Nebenquest zu einem Villain
- Rote Legosteine (in Levels)
- Gelbe Legosteine (In Levels)
- Levelsammelobjekte
- Batsymbole
Aufgrund dieser Fülle muss ich leider gestehen, dass das Komplettieren des Spiels auf 100 %, um damit vielleicht die Platin Trophäe anzugehen, weniger spaßig daher kommt, sondern vielmehr in Arbeit ausartet. Ich kann zur Beruhigung zumindest abschätzen, dass die obige Karte viel schlimmer aussehen mag, als es im Endeffekt sein dürfte, diese abzugrasen. Dennoch frisst diese Aufgabe trotz aller Bemühungen um Diversität einiges an Zeit und wirkte bereits in den ersten Stunden eher repetitiv. Es erschließt sich mir zum Beispiel nicht, weshalb man neben den aus den Arkham Spielen bekannten Riddler Rätseln noch zusätzliche Puzzelrätsel des Cluemaster einbauen musste, die jedenfalls eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Darunter leidet dann das Spielgefühl. Da wäre mir ein weiteres Story-Kapitel zum Beispiel aus der Endphase nach Frank Miller bzw. Terry McGinnis oder eine weitere Comicfokusierung lieber gewesen. Das Verhältnis der Spielanteile lässt so etwas zu wünschen übrig. Etwaige Internetrecherchen sprechen von einer Gesamtspieldauer von 40 bis 50 Stunden bis zur Komplettierung. So viel Zeit dürfte es nach meiner ersten Einschätzung vielleicht nicht dauern, aber selbst bei nur 30 Stunden Gesamtdauer zu 15 Stunden Storydauer nimmt das weitere Geschehen nach den Credits eine erhebliche Zeit ein. Und Zeit ist bekanntlich der Endgegner aller Ü30er. Ob dieser Anteil sodann den Wiederspielwert erhöht, mag ich zumindest erstmal zu bezweifeln.
KOOP
Ein weiterer Kritikpunkt ist der fehlende Online-Koop-Modus. Natürlich gibt es die Möglichkeit, das Spiel gemütlich im Couch-Koop zu erleben, was sicherlich eine Menge Spaß bedeutet. Dennoch ist es heutzutage nicht mehr so, so jedenfalls mein Eindruck, dass man stets vor Ort mit Familie oder Freunden spielen will oder kann. Viel wird nun einmal online gespielt. Und gerade Spiele wie LEGO Batman sind eigentlich prädestiniert für ein gemeinsames Spielerlebnis. Daher ist es schade, dieses Erlebnis online mit weiter weg lebenden Freunden oder Familienmitgliedern nicht teilen zu können.
GRAFIK
Das Spiel sieht gerade im Vergleich zu seinen Vorgängern fantastisch aus. Es ist zu merken, dass der Sprung auf die Unreal Engine 5 zu einer besseren Grafik und Umsetzung führt. Guckt euch beispielsweise nur den obigen Screenshot des Hauptmenüs an. Wie der Regen auf der Figur dargestellt ist, ist schon sehr gut umgesetzt für ein LEGO Game. Insgesamt gab es wenig zu meckern. Einzig ein Bug ist mir beim Durchspielen aufgefallen, als ich ständig durch den Boden der Karte gestürzt bin. Ansonsten lief das Spiel aber einwandfrei.
SYNCHRONISATION
Leider liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Übersichten zu den Synchronsprechern sowohl in Englisch als auch in Deutsch vor. Ich habe das Spiel auf Deutsch gespielt und kann nur soweit sagen, dass Batman hier nicht von David Nathan gesprochen wird. Soweit würde ich mich aus dem Fenster legen. Der Batman Sprecher macht seine Sache soweit gut, aber nichts geht mehr über die mit Batman in Deutschland fest verknüpfte Stimme Nathans. Der Rest des deutschen Casts würde ich als solide bezeichnen. Teilweise passen mir die Stimmen nicht zu den Figuren (Lucius Fox). Von daher wird es einen weiteren Spieldurchgang auf Englisch geben müssen, um hier auch einen Vergleich ziehen zu können.
PREIS
Zum Releasetag des 22. Mai 2026 wird „LEGO BATMAN: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ in einer Standard-Version für 69,99 € und in einer „Deluxe Edition“ für 89,99 € für die PlayStation 5, Xbox Series X|S und den PC (Steam and Epic Games Store) erscheinen. Eine Version für Nintendo Switch 2 soll noch später im Jahr veröffentlicht werden. Das Spiel ist u. a. hier, bei Amazon (Anzeige) als Retail-Version und in den jeweiligen Stores als Download vorbestellbar.
Der Preis erscheint vielleicht etwas hoch, jedoch handelt es sich hier um ein grafisch hochwertiges Spielerlebnis, welches mit einer Story von 15 Stunden auch nicht zu kurz daher kommt. Man darf nicht vergessen, dass „Arkham Knight“ eine Spieldauer von „nur“ zwölf Stunden hat. Daher ist der Vollpreis durchaus angemessen. Bei der Deluxe Edition ist zudem noch die für September 2026 angekündigte Mayhem Collection dabei, in der Joker und Harley Quinn als weitere spielbare Charaktere aus dem Arkham Asylum ausbrechen. Zudem sucht DC gerade einen neuen, von den Fans selbst erschaffenen Gegenspieler Batmans, der ebenfalls in das Spiel integriert werden soll. Es zeigt sich also, dass auch künftig mit Neuerungen zu rechnen ist.
Wer jetzt nicht zuschlagen will, der kann natürlich auch noch auf ein Angebot nach dem Release warten.
FAZIT
Was ich aber jedem Batmanfan empfehlen würde, ist, dass sie auf jeden Fall das Spiel einmal erleben sollten. Das Spiel ist ein wirklicher Liebesbrief an den größten Superhelden, den es gibt. Natürlich zielt das Spiel ausschließlich auf Nostalgie ab. Natürlich wird sich dadurch noch das eine oder andere LEGO Set mehr verkaufen. Schließlich ist es kein Zufall, dass neue Batmobil Sets zu „BvS“, „The Batman“ und „Batman & Robin“ erscheinen, um den Kaufkräftigen das Geld für ein weiteres digitales Abbild im Spiel abzuluchsen. Natürlich ist der Sinn des Spiels eigentlich, dass die Älteren unter uns in der Leonardo DiCaprio Pose aus „Once Upon a Time in Hollywood“ vor dem Fernseher sitzen und ständig nur noch fingerschnipsend vor sich hin erzählen „das kenn ich… und das… ach guck das auch“. Das kann man alles kritisieren. Aber eigentlich fällt mir nur ein einziges Word für das Spiel ein: GENIESTREICH!
Die Gamer wollen ein neues Arkham Spiel, wobei es fraglich ist, ob sich dies überhaupt nochmal reproduzieren lässt, da Rocksteady nicht mehr das Studio von früher ist. Kein Problem, denn wir können Arkham einfach in Lego Form umsetzen. Das ist so einfach wie brillant. Das gleiche gilt für die Geschichte. Jeder Batmanfan liebt wahrscheinlich mindestens eine filmische Umsetzung, also nehmen wir (fast) alle und die Fans dürfen ihre Lieblingsinterpretation selbst nachspielen. Nur das DCEU wird etwas ausgespart (außer für einen müden Gag). Perfekte Immersion in Klemmbausteinform. Die Nostalgiekeule trifft also die ältere Generation voll ins Schwarze. Oder will ernsthaft jemand behaupten, bei „Partyman“ von Prince juckt es nicht in den Zehen? Also Lawrence:
Die LEGO Variante ermöglicht daneben eine kindgerechte, familienfreundlichere Herangehensweise an den Batman Mythos, wodurch auch die jüngere Generation an die Marke herangeführt werden kann. Ich persönlich freue mich schon, das Spiel irgendwann einmal mit meinem Nachwuchs im Koop spielen oder ihn beim Erleben der toll zusammengestellten Geschichte zusehen zu können. Der LEGO Humor, der notwendigerweise im Spiel enthalten ist, trifft nicht immer meinen Geschmack. Aber Geschmäcker sind nunmal verschieden, weshalb dies jeder selbst beurteilen sollte. Ich persönlich hätte gedacht, mit „Batman & Robin“ jeden Eiswitz gehört zu haben, den Mr. Freeze raushauen kann, aber dem war wohl nicht so. Den Satz „Ich friere mich auch“ anstelle von „freue“ war aber wirklich hart! Um Bat-Mite und den 66er Batdance kommt man auch nicht rum.
Jedoch verbindet das Spiel schlussendlich das Beste aus beiden Welten. Daher sollte das Spiel eigentlich nicht LEGO Batman heißen, denn die wirklich guten Neuerungen entfernen es soweit von den vorherigen Spielen aus der Reihe, dass eigentlich „LEGO Arkham“ ein besserer Name gewesen wäre. Das Herzstück stellt aber die Liebe zur Marke Batman an sich dar. Und diese wird gebührend zelebriert durch Zitate, Easter Eggs und so vieles mehr. Nur ein Zitat habe ich zumindest auf Deutsch vermisst. Zurückkommend auf die Einleitung aus „Batman Begins“ fehlte mir noch der Schlussdialog, der die Essenz der Figur perfekt einfängt, nämlich „Ich habe mich nie bedankt! – Und das müssen Sie auch nie!“ So kann an dieser Stelle wenigstens Danke an TT Games gesagt werden, die diesen Liebesbrief an unseren Helden in Videospielform gegossen haben. Und jetzt heißt es Seal auf die Ohren und ab nach LEGO Gotham City! Es gibt noch viel zu tun… „BAAAAAAABAAAAYYY!“




4 von 5 Bat-Heads
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vielen Dank für die ausführliche Reviews