Hier kommt Warner Bros. Discovery

Schon im Februar standen seitens der US-Behörden alle Lichter auf Grün, um die Übernahme von WarnerMedia durch Discovery in trockene Tücher zu wickeln. Diesen Freitag war es nun soweit. Nach der Fusion gehen beide Unternehmen im neuen Haus namens „Warner Bros. Discovery” auf.

Freudig teilte das neue Unternehmen diese Nachricht samt aktualisiertem Logo.

Gleich nach Vollendung der 43 Milliarden Dollar-Fusion äußerte sich der neue CEO, David Zaslav, zum Start von Warner Bros. Discovery (WBD). In der Pressemitteilung (hier. u. a. bei Variety) blickte er nicht nur einer glorreichen Zukunft für Unternehmen und Aktionäre entgegen, sondern äußerte sich gleichermaßen zuversichtlich, bald den Verbrauchern und Fans weltweit eine riesige Auswahl an medialen Inhalten und Unterhaltung bieten zu können. Gleichzeitig wolle das neue Unternehmen nicht nur die Wertschöpfung vorantreiben, sondern vor allem Augenmerk auf die Förderung von Kreativität legen, um so Warner Bros. Discovery „zum besten Ort für eindruckvolles Storytelling” werden zu lassen.

Tatsächlich verfügt der neue Konzern nun über eine beachtliche wie breit gefächerte Medienbibliothek, die Netflix ins Schwitzen und Disney mindestens zum Aufhorchen bringen sollte. Zur Stunde vereinen sich unter dem neuen Dach über 100 eigene Medien-, Film-, Spiele- und TV-Sparten (u. a. Warner Bros. Films, DC Comics, CNN, HBO, Discovery Channel, TNT, Cartoon Network, TBS, Food Network, Animal Planet, Warner Bros. Games, Rocksteady Studios uvm.)

Wie genau es zu der Übernahme gekommen war, welche Bedingungen hierfür vereinbart wurden und welche Chancen und Risiken dies (gerüchteweise) für die einzelnen Sparten des großen WarnerMedia-Konzerns mit sich bringen könnte, hatten wir im vergangenen Jahr in diesem Artikel für euch zusammengefasst.

Nun fordert es die übliche betriebswirtschaftliche Praxis, dass für ein zukünftig erfolgreicheres Funktionieren neuer Unternehmensstrukturen auch Köpfe rollen müssen. Dies ist bereits in Teilen während der letzten Wochen geschehen, vor allem in der Führungsriege von WarnerMedia. Bereits bekannt war das Ausscheiden des einstigen WarnerMedia-CEO Jason Kilar und des GM von HBO Max, Andy Forssell. Daneben werden – laut Hollywood Reporter – noch 6 weitere Executives ihren Schreibtisch räumen.

Für einige kam allerdings die Entlassung von Ann Sarnoff überraschend, der bisherigen Vorsitzenden und Leiterin der WarnerMedia Studios und der Networks. Deadline stellt hierzu die Vermutung an, dass man Sarnoff seitens der neuen Führung nur einen deutlich reduzierteren Posten bei WBD habe anbieten können/wollen, weshalb ihrerseits die Fortführung keinen Sinn gemacht habe. Warum ist das wichtig? Nun, Sarnoff galt gegenüber DC Comics als wohlwollend und anerkennend. Immer wieder war gerüchtweise zu lesen, wie sie vereinzelt versucht habe, die Comicsparte vorm ungestümen Ausverkauf durch die einstige Konzernmutter AT&T zu bewahren. Zu den Comics aber gleich mehr.

Ann Sarnoff hat im Übrigen eine enge Verbindung zu J.J. Abrams und dessen Frau Katie McGrath (nicht die Schauspielerin), was vergangene Woche wiederholt Spekulationen auf Social Media befeuerte, man werde seitens WBD alsbald Abrams Produktionsfirma Bad Robot von deren Arbeit an einigen DC Film- und TV-Produktionen entbinden. Diese Gerüchte sind aber bis jetzt von keiner ernstzunehmenden Quelle bestätigt worden.

Einige hier dürfte es schließlich interessieren, dass Toby Emmerich vorerst weiterhin Vorsitzender der Warner Bros. Pictures Group und damit verantwortlich für Warner Bros. Pictures, New Line Cinema, DC-basierte Filme und Warner Bros. Feature Animation bleibt. Casey Bloys ist weiterhin der sog. Chief Content Officer von HBO und HBO Max. Es sei darauf hingewiesen, dass weitere Pläne seitens David Zaslav nicht bekannt sind und die Besetzung dieser Stellen damit als „vorläufig” angesehen werden muss.


Und was ist denn jetzt mit DC Comics?!

Auch die einstige WarnerMedia-Präsidentin für Globale Marken und Franchises und damit auch für DC Comics, Pam Lifford, behält zunächst ihren Job, was zunächst eher Stabilität verspricht. Allerdings ist auch hier die Frage – für wie lange?!

Die Angestellten von DC Comics haben erst im März ihre Büros leergeräumt, um direkt gegenüber des Warner Bros. Hauptsitzes am Ventura Freeway in Burbank, Kalifornien in das sogenannte Second Century Project umzuziehen; zwei Bürogebäude, die von Frank Gehry entworfen und von ihm als „Iceblock” bezeichnet werden. Die Angestellten von DC sind dabei in einen der Türme gezogen (der andere wird erst 2023 fertiggestellt), was durchaus positiv aufgenommen wurde, da man bisher eher abgeschottet und für sich an den Comics arbeitete. Ab kommendem Jahr wird es innerhalb des Second Century Project viele Abteilungen von (ehemals) WarnerMedia geben, sodass eine Zusammenarbeit diverser Sparten leichter möglich scheint.

Wenn es nicht so wäre, dass viele der DC-Mitarbeiter nun gar nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, da der Konzern – offenbar inspiriert durch Corona – auf ein sogenanntes „Hot-Desk“-Modell setzt. Dabei handelt es sich um eine Art Coworking-Space im eigenen Büro. Das heißt, niemandem gehört mehr ein Schreibtisch allein; wer gerade da ist, kann jeden freien Tisch nutzen. Meistens arbeitet der Großteil der Angestellten aber sowieso von zu Hause aus.

Das seit dem „DC-Blutbad” nervöse DC-Personal hofft derzeit, dass dieser Schritt zur Kostenersparnis ausreicht und sich 2020 nicht wiederholt. Aktuellen Berichten zufolge kocht die Gerüchteküche aber hoch, da die Verantwortlichen von Discovery seit einiger Zeit Abteilung für Abteilung auf den Prüfstand stellen und natürlich Möglichkeiten suchen, wo Einschnitte die Kosteneffizienz erhöhen können.

Soviel zum Schwarzmalen. Für die Optimisten kann die Übernahme durch Discovery bedeuten, dass nun erneut Medienprofis am Steuer sind und das zuvor vom Telekommunikationsgiganten AT&T durchgeschüttelte Warner-Haus wieder auf Kurs bringen können.

Doch egal, welche Richtung WBD letztlich einschlagen wird, wir werden das Ganze für euch begleiten.

Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

10 comments

  1. BatfanTibay sagt:

    Für Snyder Fans gibt das sicherlich hoffnung auf #restorethesnyderverse. Ich hoffe, dass nun durch die Verschmelzung viele DC Projekte auf uns warten!

    • Florian sagt:

      Darauf würde ich nicht setzen. Da seine Filme unter anderem nicht für die erhofften Umsätze gesorgt haben,soweit ich weiss.

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      • BatfanTibay sagt:

        Ich bin auch ehrlich gesagt kein großer Snyder-Fan und würde daher wahrscheinlich auch hadern in seine Filme zu gehen.

      • Edgenson sagt:

        Da frag ich mich wieso der neue Suicide Squad ne Serie von peacemaker bekommen hat, der hat ja nicht mal 150 Mio eingespielt(ja ich weiss Corona)..und nebenbei gesagt verhöhnt peacemaker auch noch die Justice League insbesondere Aquamen….schade .. so wird das Vermächtniss von Snyder mit Füßen getreten…

      • Batcomputer sagt:

        Immerhin war „Peacemaker“ die seinerzeit meistgesehene Serie der Welt – für HBO Max dürfte sich diese Entscheidung sicher rentiert haben.

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      • RexMundi sagt:

        Noch ist er ja nicht tot.

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    • Batcomputer sagt:

      Worauf stützt sich eigentlich diese Hoffnung?

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  2. Fluchtwagenfahrer aus Hollywood sagt:

    Erstmal bin ich als Aktionär auf den Aktiensplit gespannt und wie sich beide entwickeln.
    Zum Thema snyderverse, ich will nicht schwarz malen aber die ständigen Probleme mit affleck, Fischer oder ezra miller lassen da definitiv nix gutes verheißen.
    Ich persönlich hätte es im Kino jetzt bei nem batverse belassen und für das grosse ganze hätte ich ne ernsthafte Serie und nicht wie das immer schlechter werdende arrowverse produziert.
    Diese Serie könnte man auch gleich DC universe nennen ohne sich auf einen Namen zu beschränken und man könnte die großen Storys um die justice league etc dort unterbringen.
    Das ganze natürliche hochwertig produziert…
    Das sind meine 2 Cents dazu.

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  3. Visual Noise sagt:

    Na das liest sich ja gar nicht mal so gut!? ^^“ Aber Veränderung muss ja nicht immer der Feind sein… Toi toi toi!

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  4. Florian sagt:

    „Da frag ich mich wieso der neue Suicide Squad ne Serie von peacemaker bekommen hat“

    Unter anderem lag es wohl daran, dass ,The Suicide Squad‘ unglaublich gut geschrieben war und seine Figuren in diesem Film auch mal eine Entwicklung durchmachen durften. Das im Hinterkopf und sein vorgelegtes Konzept für Peacemaker dürfte die Verantwortlichen überzeugt haben-dieses Vertrauen in James Gunn ging dann ja auch vollends auf,wie man am Erfolg der Serie sieht.

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