Das Aus für „Batgirl: Ein Erklärungsversuch

Der Batgirl-Film ist Geschichte. Nachdem heute Nacht erste Berichte über die Einstellung des bereits abgedrehten Filmprojekts veröffentlicht wurde, hat nun ein Warner Bros. Discovery-Sprecher die Meldungen bestätigt.

Aber weiterhin steht die berechtigte Frage im Raum, warum man einen 90 Millionen teuren Film komplett eingräbt, anstatt ihn einfach als Content auf die hauseigene Streamingplattform zu schieben. Stecken vertragliche Verpflichtungen dahinter, die einen Rattenschwanz an weiteren Kosten aufrufen würden, würde man den Film der Öffentlichkeit zeigen? Oder steht der Inhalt des Films der künftigen Ausrichtung des DC Filmuniversums im Weg? Ist die Qualität des Films doch nicht auf dem gewünschten Niveau?

Bezüglich letzterem gibt es unterschiedliche Meinungen. Von „katastrophalen Ergebnissen“ bei Testscreenings war plötzlich zu lesen, während zuvor von sehr postiv verlaufenden Screenings die Rede war. Bezeichnungen wie „Unwatchable“ oder „Hoffnungslos“ ploppen nun auf.

ViewerAnon, ein Twitterer mit guten Kontakten zu Warner Bros.-Projekten, könnte diesen Grund jedenfalls nicht nachvollziehen, da seines Wissens die zwei Testvorführungen im schlechtesten Fall „ok“ verliefen.

Oder haben die „Bad Boys 3“ und „Ms. Marvel“-Regisseure wirklich so daneben gegriffen? Selbst wenn, wie oft hat fehlende Qualität ein Studio aufgehalten einen Film an den Start zu bringen?

Das Branchenmagazin Variety versucht sich in einem Erklärungsversuch und hat sich diesbezüglich umgehört und kommt dabei auf einen völlig anderen Beweggrund: Steuern! Anstatt weitere Kosten für die Fertigstellung des Films, sowie erneut 90 Mio. Dollar für die globale Bewerbung des Films auszugeben, sieht nun die neue Führungsriege „Batgirl“ wohl als „Abschreibungsobjekt“, um das investierte Geld großteils wieder zurückzuholen. Dies bedeutet allerdings auch, dass aus dem Film kein Kapital geschlagen werden darf – und somit keine Veröffentlichung in jeglicher Form mehr möglich ist.

Als offizieller Grund wird lediglich angeführt, der Film passe nicht mehr in die Strategie der neuen Führung und der Handhabe der Marke DC, sowie dem Streamingservice HBO Max. Doch wie sieht diese neue Strategie überhaupt aus? Dies werden wir vielleicht am Donnerstag erfahren, wenn Warner Bros. Discovery ihren Geschäftsbericht für das 2. Quartal abhält.

Quelle: Variety.com

Gründer und Chefautor von Batmannews.de. Batman-Fan seit 1987.

33 comments

  1. Larz sagt:

    Vielen Dank für diese Einordnung. Junge, Junge, das ist alles bitter. Hoffentlich steckt wirklich eine Strategie oder ein Plan dahinter. Einen kreativen Plan meine ich. Man hat es nicht leicht als DC fan.

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  2. Nico sagt:

    Wenn der Film „gut“ wäre, würde er nicht im Giftschrank landen. Das ist für mich persönlich Fakt. Man macht aus einem Multimillionen Dollar Projekt kein Abschreibungsobjekt wenn man sich daraus Profit versprechen würde.

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  3. Captain Harlock sagt:

    … schlimmer als der 1. „Susie-Squad“ Film kann er auch nicht sein … und der lief sogar im Kino !!! 😱

    😉

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  4. Benjamin Souibi sagt:

    Unfassbar!!!
    Dass der Film gecancelt wurde, war soeben sogar Teil der Nachrichten im SAT1 Frühstücksfernsehen… 😮
    Das Ganze erinnert an die Absetzung der Wonder Woman Serie…

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  5. Jonathan Hart sagt:

    Ich kapiere immer noch nicht, das warum.
    Vor etlichen Jahren wurde ein The Saint Remake gedreht, ist auch gefloppt und bis heute nicht gezeigt, weder Fernsehen oder DVD.
    Wenn WB Steuern sparen möchte, könnte doch ein Teil vom Verlust durch die DVD ersetzt werden.
    So mancher Trash ist dann Kult geworden.
    Aber die DVD produzieren würde sich trotzdem auszahlen.

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    • Henning sagt:

      Wie im Artikel schon beschrieben: Wenn es um eine Abschreibung geht, darf aus dem Film keinerlei Kapital geschlagen werden! Also ist eine anschließende, offizielle Veröffentlichung rechtlich nicht möglich!

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      • Face sagt:

        Gibt es da nicht auch eine Verjährungsfrist?

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      • Marian sagt:

        @Face – Schwer vorstellbar. Die bezahlen quasi keinerlei Steuern auf den Film, gezahlte Gehälter, Produktionskosten usw. Inwiefern sollten die den jemals veröffentlichen dürfen, um dann unter Umständen auch noch Geld damit zu verdienen?! Vielleicht aber darf man das in 100 Jahren als öffentliches Gut für Museumszwecke freigeben.

        Ich persönlich hoffe ja auf einen Leak ☺️

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      • Comicheld sagt:

        @Marian: So wie ich es verstanden habe, können sie sich nicht nur Steuern, die für diese Filmproduktion gezahlt wurden, zurückzahlen lassen, sondern auch Steuern, die für andere Produktionen gezahlt wurden, bis zu einem Gesamtvolumen von 90 Millionen?

        Falls die wirklich 90 Millionen Steuergeld dafür zurückbekommen, sollten sie den Film meiner Meinung nach wirklich leaken lassen. Ist dann ja quasi (amerikanisches) Gemeingut.

      • Marian sagt:

        @Comicheld – das mit dem Gesamtvolumen hatte ich so gar nicht aufm Schirm. Das muss ich nochmal nachlesen. Grundsätzlich gilt wohl, dass man jeden Film aus der Zeit der Vorgänger, mit dem man bisher kein Geld verdient und nur investiert hat, bis Mitte August im Giftschrank verschwinden lassen und dann alles abschreiben was geht.

  6. Jonathan Hart sagt:

    Jetzt soll Supergirl als nächstes dran sein.
    Haben die neuen Präsidenten überhaupt eine Ahnung von den Metier?

  7. Jonathan Hart sagt:

    Stellt Euch vor, ein Winzer bringt einen Wein heraus, promotet ihn durch Mundpropaganda.
    Im letzten Moment kostet er ihn und leert in weg weil er laut seinen Befindens nix ist.
    Obwohl die anderen den kosten möchten.
    Ist das gleiche mit Batgirl und Supergirl, was kommt demnächst.
    The Flash, Black Adam?
    Eigentlich hätten die früher drauf kommen können.

    • Marian sagt:

      Weil er aber die Weinbude vom Vorwinzer übernommen hat und da jeden einzelnen Weinstock auf Qualität prüft, dauert das halt ein wenig. Jetzt hat er die Wahl, ob er den einen ekligen Wein mit auf seine Plakate druckt und mit aufs Dorffest stellt oder ob er den noch schnell komplett von der Steuer absetzt und dafür eben wegkippen muss.

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      • Jonathan Hart sagt:

        Hast ein bisschen verdreht was ich gemeint habe.
        Aber schade für Leslie Grace und vor allem Brendon Fraser.
        Wäre nett gewesen wenn seine Karriere wieder ein bisschen Fahrt aufgenommen hätte.
        Aber ins Fäustchen lachen alle, fürstlich bezahlt aber leider kein Gewinn.

      • Batcomputer sagt:

        Marian hats nicht verdreht, sondern in die korrekte Position gerückt. Wir haben es bei dieser Entscheidung nicht mit dem ein-und demselben Winzer zu tun, sondern mit einem neuen Winzer, der versucht im letzten Moment die Weinbude vor den Fehlinvestitionen des vorherigen Winzers zu retten – und das Ganze nüchtern anhand der Zahlen betrachtet, was bei den ganzen Weinvergleichen gar nicht mal so einfach ist 🥳

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      • Sören sagt:

        Ich finde, es ist ein gutes Beispiel, ich bin zwar immer noch enttäuscht das wir Batgirl nicht zu sehen kriegen. Aber Marian gibt mir Hoffnung, dass wir vielleicht ab jetzt besser Filme zu sehen bekommen, was DC betrifft. The Batman hat gezeigt wie man es macht kann.

  8. Florian sagt:

    „Gibt es da nicht auch eine Verjährungsfrist?“

    Dazu kann ich nichts sagen. Aber selbst wenn,der Film ist ja nocht nicht zu hundertprozent fertig da müsstest du dann ja wieder Kohle investieren.

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  9. Edgenson sagt:

    Zeit für eine neue News . HBO Max wird eingestampft . Gerade gelesen

    • Sören sagt:

      Ja, aber man plant eine neuen Streamingdienst, als aus gleich zu eröffnen.
      Das heißt Game of Thrones, House of the Dragon, Dune und wahrscheinlich alles mit DC zu tun wird dann darüber laufen.

  10. Captain Harlock sagt:

    Wenn sie nix dran verdienen dürfen, dann könnte Warner ja den Film einfach bei youtube einstellen. 🙏

    Steuern gespart und die Fans haben ihren Spaß daran ! 😊

    Also eine Win Win Situation ! 👍

    🦇

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    • Marian sagt:

      Würde ich begrüßen. Die Frage ist, ob sich damit nicht automatisch Pflichten aus bestehenden Verträgen ergeben. Das heißt, muss man bei VÖ (egal ob auf YouTube oder sonstwo) z. B. für Sky in Deutschland eine Snychronversion umsetzen?!

  11. Jonathan Hart sagt:

    Obwohl ich DC Fan bin, aber Marvel hätte die Schrauben beim Script, Ausstattung, Kostüme, vielleicht Schauspieler angezogen. Denen wäre das nicht passiert.
    Da sieht man wieder wie lange der goldene Kevin Feige im Amt ist.

    Gibt es einen Batcast zu den Trauerspiel?

    Und übrigens, zu einen Weinbauern gehört ein Önologe der sich um den Wein kümmert, trotz Neuübernahme oä.

    • Marian sagt:

      Die Önologin war Ann Sarnoff und die hat im April ihr Amt niedergelegt. Und im Gegensatz zum Weingut gibt es bei Warners einfach viel mehr Angestellte, sodass noch ein Dutzend weitere Köpfe in der oberen Reihe gerollt sind. In sämtlichen Abteilungen darunter noch weit mehr. Deshalb würde ich vorschlagen, wir hören an dieser Stelle damit auf, diese Metapher überzustrapazieren, welchen Punkt man damit auch immer machen will.

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  12. Florian sagt:

    „Obwohl ich DC Fan bin, aber Marvel hätte die Schrauben beim Script, Ausstattung, Kostüme, vielleicht Schauspieler angezogen. Denen wäre das nicht passiert.“

    Dat mach sein, Marvel läuft aber schon zig Jahre unter Disney-und bei dieser Firma wechselte nicht alle Jahre wieder der Chef der im Nachhinein suboptimale Entscheidungen für die Marke getroffen hat, die vom neuen Vorgesetzten wieder begradigt werden müssen. 😉

    „Und übrigens, zu einen Weinbauern gehört ein Önologe der sich um den Wein kümmert, trotz Neuübernahme oä.“

    Joa, wird wohl stimmen-wir sind aber keine Fanseite für Weine (noch sind wir hauptberuflich als Winzer tätig) sondern für Batman. 🙂

    • Captain Harlock sagt:

      … ausser die „Winzer-Brothers“ bringen einen „Bat-Wein“ heraus:

      🦇 „The Dark Grape Returns“ 🥂

      😉

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  13. Manbat sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, der Film ist wirklich schlecht und Warner möchte nicht das Batman als Marke davon zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Dennoch eine der krassesten Reißleine,die je gezogen wurden.

  14. Sören sagt:

    Man kann auch ohne Weinbeispiel erklären.
    WBD wird mit dem jetzigen stand und DCEU nicht mit Disney mit seinem Star Wars und seinem MCU nicht korrigieren können. Also was macht man, besinnt sich auf die Altenwerte die WB groß gemacht haben, setzt auf kreative Freiheiten von Autoren und Regisseur, setzt auf gute Storys ohne den Druck eines kompletten Universums hinter sich haben. Wir kennen das doch von The Batman wo vor dem Film darüber diskutiert wurde spielt es in DCEU oder spielt er nicht darin, erst heißt es ja dann heißt es nein.
    Mit Joker und The Batman hat man gezeigt, das man keinem kompletten Universum hinter sich haben muss gute Filme zu machen.

    • Batcomputer sagt:

      Man kann es aber auch anders sehen: Das neue Regime erarbeitet gerade einen 10-Jahres-Plan für DC, mit einem Team, welches nach dem Marvel-Prinzip aufgestellt wurde. Nach meinem Verständnis also eher weg von den freigeistigen Filmen wie „Joker“ oder „The Suicide Squad“, die tun und lassen können was sie wollen und sich an keinen größeren Plan halten müssen. Wieder Autoren und Regisseure machen zu lassen, war noch das viel zu spät erkannte Credo des alten Regimes.

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