Reingeschaut: Dark Knights of Steel, Robin & Batman, Batman ’89, Robins und mehr

In unserer Reihe „Reingeschaut” sammeln wir in Kurz-Reviews ein paar erste Eindrücke und Zwischenfazits zu laufenden US-(Mini-)Serien mit Batmanbezug bzw. von DC.

 

Inhalt

  1. Dark Knights of Steel
  2. Batman ’89
  3. Robins
  4. Robin & Batman
  5. Arkham City – The Order of the World
  6. Rausgeschaut (Superman ’78)
  7. Kommentare

Was diese Rubrik hier ist bzw. wie sie aufgebaut ist, haben wir im ersten Beitrag dazu, im Vorwort erläutert.


Catwoman: Lonely City

©DC Comics

Ausgabe: Dark Knights of Steel #1
Autor: Tom Taylor
Artwork: Yasmine Putri

Worum es in „Dark Knights of Steel“ geht, lest ihr hier.

Mittelalter-Fantasy, DC-Helden und Tom Taylor. Für mich als Ultra-Fanboy war sofort klar: Das kann eigentlich nicht schiefgehen. Tatsächlich tut es das auch nicht. Die Grund-prämisse ist spannend, die bekannten Figuren sind schön in diese Welt integriert und die Zeichnungen von Yasmine Putri passen super in dieses Elseworldszenario. Das Artwork (inklusive der Kolorierung) hebt die Actionszenen optisch deutlich vom sonstigen Geschehen ab. Überhaupt bekommen wir auf diesen ersten 25 Seiten der Maxiserie diverse Szenerien mit mal subtil, mal klar unterscheidbaren Stimmungen präsentiert. Generell fällt auf, wie hell dieses Mittelalter der „Dark Knights“ gestaltet ist. Bis jetzt ist das stimmig, aber ich frage mich, ob das noch dunkler wird bzw. geht. Ein paar Türen hat Tom Taylor u. a. auch in solch eine Richtung geöffnet.

Davon abgesehen beweist der Autor der DCeased und InjusticeReihen abermals, wie unglaublich gut er im Worldbuilding ist. Ein paar Twists (vor allem die des Cliffhangers) sind ein wenig vorhersehbar, aber eben auch, weil Taylor vorher Hinweise für aufmerksame Leser bzw. Fans der Comics oder der Schwert- und Zauberstabromantik platziert. Davon abgesehen ist es schon erstaunlich, wie spielend er auf diesen wenigen Seiten den Prolog, die Welt und den Beginn mehrerer (möglicher) Plots etabliert. Klar will man am Ende wissen, wie es weitergeht, aber das betrifft nicht mal zwingend den Cliffhanger, sondern so viele andere Storystränge, die dem Leser hier Seite für Seite vorgelegt werden.

Jede weitere Info zur Story oder zu den Charakteren wäre spoilerlastig. Nur so viel: Wer etwas mit Elseworlds anfangen kann, wird sich darüber freuen, wie figurengetreu die bekannten Charaktere nebst ihren Eigenschaften in diese tatsächlich sehr fremde Welt übertragen wurden. Und trotzdem offenbart der Schluss dieser Nummer eins, dass Tom Taylor keine Kompromisse in Richtung Fanwissen eingeht, wenn dies ihn beim Erzählen seiner Geschichte einschränken würde. Das ist ausnahmslos lobenswert. Jetzt einen Monat auf die Nummer zwei warten zu müssen, gleicht allerdings mittelalterlichen Foltermethoden.

 


 

Batman ’89

© DC Comics

Ausgabe: Batman ’89 #3
Autor: Sam Hamm
Zeichner: Joe Quinones
Farben: Leonardo Ito

In dieser Nummer drei sehen wir eine interessante Weiterführung des Cliffhangers des vorangegangenen Hefts. Gleich darauf erfährt die Story eine unerwartete Beschleunigung, die ihr und den Figuren wirklich guttut. Bei einem der Protagonisten kann man aber nicht von „gut tun“ sprechen. Dessen Geschichte bekommt hier eine (für den Charakter) üble Wendung, bei der sich einem kurz der ganze Magenbereich zusammenzieht. Auch für eine weitere Figur wird es langsam brenzlig. Zwei Weitere gewinnen nach und nach an Bedeutung. So richtig überraschend ist das alles zwar nicht, aber gut inszeniert und ja, auch gezeichnet. Es ist, als ob Joe Quinones von Heft zu Heft ein besseres Artwork abliefern würde. Drei Ausgaben geschafft, noch drei vor uns. Ich bin tatsächlich gespannt, wie das Ganze weitergeht.


Robins

© DC Comics

Ausgabe: Robins #1
Autor: Tim Seeley
Zeichner: Baldemar Rivas
Farben: Romulo Fajardo Jr.

Bevor wir zur Wertung kommen, eine kurze Einordnung. Mit „Robins“ haben wir hier den (wenig überraschenden) Gewinner der sogenannten „DC Round Robin”, einem Abstimmungsformat von DC Universe Infinite-Nutzern über eine neue Comicreihe.

In Heft eins begegnen wir einer außergewöhnlichen Selbsthilfegruppe, bestehend aus Dick Grayson, Jason Todd, Tim Drake, Stephanie Brown und Damian Wayne. Gemeinsam versuchen sie sich einer befriedigenden Antwort auf die Frage zu nähern, ob es überhaupt eine gute Idee ist, Robin zu sein. Doch soweit kommen die fünf Rotkehlchen gar nicht, denn sie werden von einer unbekannten Person angegriffen, die behauptet der/die erste Robin gewesen zu sein. Nun gilt es herauszufinden, wer diese Person ist und was es überhaupt bedeutet, Robin zu sein.

Puh … Nee, also … wirklich … nee.

Robins“ in der ersten Hälfte wie ein unbedeutender Spaß. Dann wird es durchaus ernster. Es folgt eine (zuweilen recht belanglose) Nabelschau aller Robins, die dem Leser jeden ehemaligen Wunderknaben noch einmal näherbringen soll. Aber so richtig fesseln will (mich) das Ganze nicht. Eine weitaus kürzere, prägnantere wie auch relevantere Darstellung dieser Thematik habe ich vor kurzem erst in „DC Celebration – Robin“ (in der Geschichte „Wunderknaben/Boy Wonders“) gelesen. Auch das Ende dieses Heftes, samt Cliffhanger, haben mich nicht zu Teil zwei überreden können. Autor Tim Seeley vermag es nicht, richtige Spannung aufkommen zu lassen. Seine Schreibe ist eher locker und leichtfüßig. Dem kann ich durchaus etwas abgewinnen, aber nicht, wenn Humor und Charakterisierung am Ende nicht zünden. Die ganze Konstruktion wirkt leider zu unkonkret. Am Ende weiß man nicht, was die Geschichte sein will. Die Prämisse klingt interessant, die Umsetzung hingegen wirkt inkonsistent.

Am beständigsten ist hier immer noch das Artwork von Baldemar Rivas. Die Zeichnungen sind allerdings Geschmackssache. Mir sind sie leider zu mangaesk. Das ist insofern merkwürdig, da ich solch einem Stil durchaus etwas abgewinnen kann, wie z. B. bei den Batman-Webtoons. Aber da passen sie eben zu den leichten, alltagsnahen Episoden. Hier unterstützen sie lediglich den lockeren Ton innerhalb der Gruppe, der aber so gar nicht zu dem aufgeworfenen Hauptthema passen will.

Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe. Vielleicht richtet sich „Robins“ an ein jüngeres Publikum, dass durchaus den ein oder anderen Robin kennt, aber nicht die ganze Historie runterbeten kann. Die ein oder andere, von mir im Nachgang rezipierte Review auf US-Portalen ist auch weitaus wohlwollender, was diese erste Ausgabe betrifft. Mein Fall ist das Ganze leider nicht.

 


Robin & Batman

© DC Comics

Ausgabe: Robin & Batman #1
Autor: Jeff Lemire
Artwork: Dustin Nguyen

Da vergeht einem schon die Lust, sich gleich noch den nächsten Robin-Comic zu geben. Aber auf dem ersten Heft dieses Dreiteilers namens „Robin & Batman“ prangen die Namen Jeff Lemire und Dustin Nguyen. Das reicht zunächst als Kaufgrund.

Dann muss aber auch Schluss sein mit den Vorschusslorbeeren. Denn was uns Sweet Tooth-Mastermind Jeff Lemire hier anbietet, ist eine im Ansatz durchaus schön erzählte Geschichte – die Anfänge des ersten Robins, also Richard Graysons. In dieser ersten Ausgabe erleben wir ausschließlich einen Konflikt des vigilanten Duos, das in seinen Anfängen noch weit weg von „dynamisch“ ist. Beunruhigender Weise klingen die Worte des Off-Erzählers (offenbar Dick) auf der ersten Seite ziemlich bedauernd und zwar im Hinblick darauf, ob dieser Weg überhaupt der richtige gewesen sei. Im Weiteren erzählen Lemire & Nguyen ganz nah an den Figuren und mit genauer Kenntnis ihrer Charaktere. Dies sind im Wesentlichen Dick, Bruce und ein herzenswarmer Alfred, der zwischen diesen beiden wütenden Jungs in gewohnter Weise den Vermittler spielt.

Und „gewohnt“ ist hier auch das Wort, das ich für die Geschichte an sich verwenden würde. Im Verlauf ergeben sich ein bis zwei Twists, die aber für die Meisten wahrscheinlich nicht ganz überraschend sind. Die Dynamik zwischen den drei Höhlenbewohnern ist schön und intim geschrieben wie gestaltet, für den langjährigen Batman- bzw. Robin-Fan aber nichts Neues. Es liegen noch zwei Teile vor uns und die Kreativen müssen alsbald das Tempo oder die Spannungsschraube anziehen, damit diese Geschichte nicht nur eine unter Vielen wird.

Bezüglich Dustin Nguyens kritzeligem Zeichenstil werde ich wohl (wie immer schon) ambivalent bleiben. Aber Batman kann er, ohne Frage. Ich liebe jedes einzelne Panel mit der Fledermaus.

Der Ansatz von „Robin & Batman“ ist interessant, beim zweiten Hinschauen sogar eine vielschichtige Charakterstudie und die Gesamtdynamik wird (trotz des allzu bekannten Szenarios) so flüssig und ansprechend erzählt, dass man die mehr als 40 Seiten schnell weggelesen hat. Nun kommt es darauf an, wohin die Reise geht.

 


Arkham City – The Order of the World

©DC Comics

Ausgaben: Arkham City – The Order of the World #1 – 2
Autor: Dan Watters
Zeichner: Dani
Farben: Dave Stewart

Eine kurze Inhaltsangabe zu dieser Reihe hatten wir bereits hier veröffentlicht.

Der mir bis hierhin unbekannte Dan Watters lässt uns einerseits den Weg der Hauptfigur gehen, Dr. Jacosta Joy, eine ehemalige Ärztin aus Arkham. Episodenhaft folgen wir aber auch den neun flüchtigen Arkham-Insassen.

Diese Miniserie ist nichts für schwache Nerven. Schonungslos werden wir mit den Verbrechen einiger der schlimmsten Gewalttäter Gothams konfrontiert. Was nicht gezeigt wird, wird dafür im Text klar ausformuliert. Es bleibt zwar immer noch genügend Grausamkeit übrig, die sich im Kopf des Lesers formen kann bzw. muss, aber das Kreativteam gibt eine ganz klare Richtung vor, nach der es nicht mehr viel Kreativität braucht, um sich zu gruseln. Hinzu kommt dann noch die ein oder andere unerwartete Wendung, die ordentlich Spannung in die Handlung bringt.

Dr. Joy und ihrem Blickwinkel zu folgen ist einerseits nachvollziehbar, andererseits regt sich Widerstand in einem. Doch wie sie selbst sagt: „There is a magnetism to madness“. Man muss einfach sehen, wie es weitergeht. Außerdem kommt ab Heft 2 noch Azrael dazu (und seine Wege werden sie wohl bald mit denen der Ärztin kreuzen). Das sind für mich mindestens 2 Gründe, auch auf die nächsten Hefte dieser Gotham-Horror-Story (die bisher ganz ohne Batman auskommt) zu sparen; selbst wenn ich noch immer nicht so recht weiß, wo das Ganze hinführen soll.

Das Artwork wäre für mich ein solcher Kaufgrund nicht. Danis teilweise verwaschene Zeichnungen erinnern stark an den Stil Frank Millers und sind daher nicht ganz mein Fall. Aber sie passen nun mal ausgezeichnet zu dem ekeligen Grusel-Thriller-Konzept. Von daher gilt für mich – dranbleiben. Der Magnetismus hat mich jetzt schon voll im Griff.

 


Rausgeschaut

Diese kleine Unterrubrik ist für den Blick über den fledermausförmigen Tellerrand gedacht – in die weiteren Gefilde der DC-Comics.

Ausgabe: Superman ’78 #2 – 3

Autor: Robert Venditti
Zeichner: Wilfredo Torres
Farben: Jordie Bellaire

Beim ersten Heft war ich ja nicht so begeistert und auch diese beiden wollen nicht so recht bei mir zünden. Zudem stelle ich den umgekehrten Trend zu „Batman ’89“ fest – die Zeichnungen (das große Pro der ersten Ausgabe) werden zunehmend unsauberer. Dafür bekommt die Geschichte langsam mehr Substanz. Leider fühlt sie sich zunächst wie eine weitere, bekannte Superman-Story an, die ich schon so oder so ähnlich gelesen habe. Zumindest trifft das für Ausgabe #2 zu. Im dritten Heft tut sich ein unerwartetes Szenario auf, das durchaus spannend ist. Bedauerlich, dass es dafür zwei eher mäßige Vorgänger brauchte. Ein paar schöne Szenen und Momente gibt es allerdings in beiden Heften und die Anspielungen auf die damalige (Superman-)Filmwelt sind auch sehr hübsch eingearbeitet. Mal abwarten, wie die nostalgischeren Superman-Fans diese Serie bewerten.

Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

2 comments

  1. Lars sagt:

    Robin und Batman klingt interessant für mich. Schade um Robins. Das klang zunächst auch gut.

  2. Batcomputer sagt:

    Dustin Nguyens Stil war für „Little Gotham“ perfekt – ich habs geliebt! Wusste gar nicht, dass er auch im „Erwachsenen“-Segment unterwegs war. Ansonsten freu ich mich weiterhin auf Batman ’89, von dem ich bislang nur Ausgabe 1 gelesen habe und mir den Rest Zähneknirschend noch etwas aufsparen möchte – was für mich vor allem immer noch an der überzogenen Preispolitik liegt.

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