Menu

RIP Denny O’Neil

Am 11. Juni 2020, ist die Comiclegende Dennis J. O’Neil im Alter von 81 Jahren eines natürlichen Todes gestorben.

 

Das hat laut Gamesradar seine Familie heute bestätigt.

O’Neil ist nicht nur für Batman-Fans ein bekannter Name, sondern war einer der einflussreichsten Comicautoren der Jetzt-Zeit. Vor allem mit seinem Zeichnerkollegen Neal Adams schuf er ab den 70er Jahren kontroverse Storybögen, die mit den bis dahin geltenden Gut-Böse-Schemata brachen. Beiden war es wichtig, ihre Figuren ernst zu nehmen und relevante Geschichten mit ihnen zu erzählen. Ein erster bekannter Meilenstein war dabei O’Neils Green Lantern/Green Arrow Run, welcher – für die damalige Zeit ungewohnt – ernste Themen wie Rassismus oder Drogenmissbrauch in den Fokus nahm.

©DC Comics

Denny O’Neil blieb bis zuletzt dieser Art von Geschichten und Themen treu und nahm damit immensen Einfluss auf viele der heute großen Namen in der Comicwelt. So holte er bei seiner Zeit bei Marvel u. a. einen jungen Mann namens Frank Miller zum Verlag, woraufhin dieser dort seinen überragenden Daredevil-Run schuf.

O’Neil lagen aber nicht nur soziale Themen am Herzen, sondern er verlieh auch seinen Figuren eine besondere Tiefe. Dadurch wirkten sie teils düsterer, teils realistischer, auf jeden Fall menschlicher. Innerhalb des Batmankosmos schuf er mit dieser Prämisse Charaktere wie Ra’s und Talia al Ghul, Leslie Thompkins, Azrael oder Richard Dragon und war auch an der Modernisierung von Figuren wie Joker oder Two-Face beteiligt. Den Dunklen Ritter selbst führten er, Adams und Redakteur Julius Schwartz wieder zu seinen düstereren Wurzeln zurück. Dadurch reicht O’Neils Einfluss bis in die meisten Batman-Stoffe von heute hinein. Von den bahnbrechenden Werken Frank Millers über die allseits beliebte Animated Serie bis hin zu den meisten filmischen Umsetzungen von Tim Burton, Christopher Nolan oder Zack Snyder; bei jedem einzelnen davon finden sich Anleihen an O’Neils Batman-Opus. Von 1986 bis 2000 war er auch der Redakteur der Batmantitel bei DC Comics, wodurch u. a. der Tod von Jason Todd ebenfalls von ihm begleitet wurde.

©DC Comics

In der schon erwähnten Batman: The Animated Series konnte Denny O’Neil die Einführung Ra’s al Ghuls selbst schreiben und somit auch dort seine Handschrift hinterlassen. In diesem Zusammenhang wird Episode 30 des Batman: The Animated Podcast empfohlen (ca. die letzten 45 Minuten). O’Neil erläutert dort bemerkenswert knapp, aber anschaulich den Hintergrund zu seiner persönlichen Arbeit am Dunklen Ritter und bietet auch gleich noch einen kurzen, unterhaltsamen Abriss der gesamten (Comic)Geschichte. So erklärt er, warum Comic-Figuren (v. a. Batman) nach 1945 schlicht nicht mehr dark & gritty sein konnten und wie die McCarthy-Ära und der Comic Authority Code das von uns so geliebte Medium Comic beinahe zerstört hätten.

So bestätigt sich dort der Eindruck des klugen, freundlichen und interessierten Comicautors, wie er überall beschrieben wird. Sein künstlerisches Schaffen gilt als umfangreich sowie bedeutsam und hat viele Künstler nachhaltig inspiriert. Beim Lesen der jetzigen Nachrufe wird klar, dass Denny O’Neil eine jener Legenden ist, die dem Hype schon zu Lebzeiten gerecht geworden sind. Sowohl als Autor, als Mentor und als Mensch.

Er wird vermisst werden, aber sein Vermächtnis niemals vergessen.

Schiller
Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

2 comments

  1. Florian Florian sagt:

    Er war wahrlich einer der Größten seiner Zunft. Wir Batman bzw. generell Comic-Fans haben dem Mann viel zu verdanken, denke ich.

    RIP

  2. Bobby_ sagt:

    🙁

    #Danke_FürVie(ee)leSchöneComic-Stunden

    °°

Schreibe einen Kommentar

Neueste Kommentare

THE BATMAN Trailer