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Review: Batman: Die Jagd des Dunklen Ritters

Die Jagd nach dem Riddler führt Batman auf ungewohnte Pfade. Schauen wir, ob es sich lohnt, ihn dabei zu begleiten.

 

©Panini Comics Deutschland

 

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichnungen und Tusche: Nick Derington
Farben: Dave Stewart


Dass der Marvel-Tausendsassa Brian Michael Bendis schon seit einiger Zeit für DC Comics schreibt, dürfte bekannt sein. Hier aber bekommen wir es mit seiner ersten Batman-Geschichte zu tun … und irgendwie auch nicht, denn so ganz grundsätzlich dürfte sie außerhalb der üblichen Kontinuität stehen. Kreiert wurde sie exklusiv für eine Batman Giant Miniserie von Walmart (neben „Superman: Up in the Sky“ von Tom King & Andy Kubert sowie „Wonder Woman: Come back to me“ von Amanda Conner & Jimmy Palmiotti). Die Platzierung beim amerikanischen Einzelhandelsgiganten gibt einen klaren Hinweis darauf, dass es hier sehr wahrscheinlich um die Ansprache einer neuen Leserschaft gehen sollte. Üblicherweise bedeutet das für die Figuren, dass man sie etwas freier interpretiert, um sie der breiten Masse schmackhaft zu machen. Das kann gut gehen oder auch nicht. Mal sehen.

 

Inhalt:

Der Riddler hat ein Fabergé-Ei gestohlen und entkommt Batman mittels eines gut geplanten Ablenkungsmanövers. Nun beginnt die wilde Jagd auf den Rätselkönig und zwar rund um die Welt und weit darüber hinaus. So verschlägt es Batman nicht nur an exotische Orte, sondern er trifft auch auf weitere Charaktere des DC-Universums wie z. B. Green Arrow, Green Lantern oder Jonah Hex.

 

Das ist die Prämisse und bevor wir direkt zur Umsetzung kommen, schon mal eine Bemerkung vorweg: Wer Batman nur in Gotham City haben möchte und leichtere Storys mit ihm nicht im Ansatz ertragen kann, der kann jetzt direkt mit Lesen aufhören. Ohne Mist, spart es euch! Denn der Titel der Reihe im Original, „Batman: Universe“ ist nicht nur mehrdeutig, sondern paradoxerweise auch wörtlich zu verstehen. Batman begibt sich hier auf einen Abenteuertrip durch Raum und Zeit, kämpft gegen Dinosaurier, Cowboys und Ninjas sowie gegen einen fröhlich plappernden Alfred in seinem Headset.

 

Story und Dialoge:

Brian Michael Bendis ist der Herr der flapsigen Dialoge und das beweist er auch bei der Jagd des Dunklen Ritters. Im Grunde verhält sich Batman (wieder typisch BMB) wie ein normaler Mensch und so kommuniziert er hier auch. Dadurch wirkt der Dunkle Ritter oftmals arg out of character. Das muss man mögen.

©Panini Comics Deutschland

Überhaupt ist die gesamte Atmosphäre im Band ziemlich locker. Der Auftakt ist unterhaltsam, die Story spannend gestaltet und insgesamt ist das Ganze recht vergnüglich geraten. Der ständige Dialog mit Alfred im Ohr ist auch ziemlich spaßig. Als erwähnt wird, dass Batman allgemein keine Hirnschädigungen davongetragen hat, antwortet der Butler: „Das überrascht mich maßlos, Sir.“ Später fragt er Bruce bei einer anderen Gelegenheit: „Wollten Sie sich nicht zur Ruhe setzen, mit Kindern, die sie nicht im Nahkampf trainieren?

Als potenzieller Leser sollte man darauf gefasst sein, dass das die ganze Zeit so geht. Manchmal sind die Gags ganz amüsant und pointiert gesetzt. Manchmal allerdings sind sie ziemlich albern und insgesamt sind es einfach zu viele. Spätestens, wenn Batman auf Nightwing trifft, kann man sich ob der Gagdichte wiederholtes Augenrollen kaum verkneifen. Da wäre weniger mehr gewesen, v. a., wenn man die leichtfüßige Abenteuergeschichte sowieso schon geschluckt hat.

Positiv ist noch anzumerken, dass es keine explizite oder ausufernde Gewalt, keine Schimpfwörter oder Ähnliches gibt. Diesen Batman-Comic kann man so ziemlich ohne Bedenken jedem 10-Jährigen in die Hand drücken.

 

 

Artwork:

Gestalterisch gibt es nicht viel auszusetzen. Nick Deringtons („Doom Patrol“) Zeichenstil ist etwas gleichförmig, aber durchaus interessant. Gerade Umgebungen und Fremdartiges bringt Derington ansprechend und vielschichtig zu Papier, was sich gerade für diesen Band mit seinen vielen Schauplätzen hervorragend eignet.

Die Figurengestaltung ist bei ihm hingegen etwas langweilig geraten. Die meisten Charaktere haben die gleichen langgezogenen Gesichter mit ausgeformten Kinnpartien. In „Die Jagd des Dunklen Ritters“ sehen wir Bruce Wayne immer mal ohne Maske und da erscheint er mir recht unansehnlich oder – wie gesagt – langweilig. Deringtons Batman (mit Maske) hingegen gefällt mir persönlich gut und erinnert etwas(!) an den Stil von John Romita Jr..

Für das Auge gibt es aber genügend Abwechslung, allein durch die verschiedenartige Panel-Verwendung als auch die wechselnden Szenerien. Besonders hübsch sind einige Splashpages gestaltet, auf denen Derington komplette Bewegungsabläufe Batmans abbildet.

Der mehrfach mit dem Eisner Award ausgezeichnete Dave Stewart macht ebenfalls einen sehr guten Job bei der Kolorierung. Die Farbpalette ist mannigfaltig und wird durch die diversen Settings auch entsprechend abgerufen. Genau das Richtige für dieses etwas ungewöhnliche Abenteuerbuch.

©Panini Comics Deutschland

Fazit:

Irgendwie ist „Batman: Die Jagd des Dunklen Ritters“ keine wirkliche Batman-Geschichte. Und doch hat mir das Ganze Vergnügen bereitet. Bendis, Derington und Stewart haben einen unterhaltsamen Comic geschaffen, von dem man auf keinen Fall Ernsthaftigkeit erwarten darf. Es handelt sich um eine leichte, durchaus erfrischende Story, die man wahrscheinlich sehr bald wieder vergessen haben wird. Man bekommt also keinen zeitlosen Klassiker geliefert, sondern ein abgeschlossenes, hübsch gestaltetes Abenteuer ohne nennenswerten Tiefgang.

So wirkt das Ganze wie eine lange Trickfilm-Episode, die den Zweck hat, den DC-Kosmos näher vorzustellen. Dafür nimmt Bendis durchaus in Kauf, Batman immer wieder out of character zu zeichnen. Wer sich aber vom dark and gritty Batman lösen kann und Lust auf ein wildes Abenteuer im DC-Universum hat, wird mit diesem Comic seinen Spaß haben.

 

Der Band ist im Panini-Shop zu bekommen. Dort ist auch eine Leseprobe zu finden. Wer die digitale Ausgabe bevorzugt, kann diese bei Amazon* bekommen und natürlich auch bei allen anderen Anbietern.


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Schiller
Batmanfan seit frühester Kindheit; besonders geprägt durch die Animated Series und die Dino-Comics.

2 comments

  1. MARIUS sagt:

    Vielen Dank für deine tolle Rezension! Das hilft wieder sehr bei bei der Kaufentscheidung. 🙂

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