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Joss Whedon’s Batman-Vision

Joss Whedon, Regisseur des aktuellen ‚Avengers‘-Abenteuer und umjubelter Serien-Autor, sollte man besser nicht auf Batman ansprechen. Zumindest nicht, wenn es um seinen damaligen Pitch um das Batman-Franchise geht. GQ hat sich trotzdem getraut ihm ein paar kleine Details zu seinem damaligen Ansatz zu entlocken.

Der Pitch liegt schon etwas länger zurück, zwischen den Joel Schumacher-Sequels und dem Chris Nolan-Reboot (welchen Whedon wirklich verehrt). In Whedon’s Ansatz steckte mehr in Bruce Wayne, als nur einfach ein morbides, todessehnsüchtiges Waisenkind zu sein. Bei der Beschreibung einer Szene leuchten Whedon’s Augen förmlich: Der junge Bruce Wayne versucht in einer Gasse, ähnlich der, in der seine Eltern ermordet wurden, ein Mädchen vor Angreifern zu schützen.

„Er ist einfach dieser kleine 12-jährige Junge, bei dem man erwartet, das ihm jeden Moment die Scheiße aus dem Leib geprügelt wird. Dann ein Schnitt zu Wayne Manor. Man sieht Alfred laufen, als wäre etwas schreckliches passiert. Er findet Bruce, zurück von dem Kampf, welcher aber keinen Kratzer abbekommen hat. Bruce meint ‚Ich hab sie aufgehalten. Ich kann sie alle aufhalten‘. Das war für mich der wichtige Moment, dieser ‚Oh, ich kann ja tatsächlich etwas bewegen‘-Moment. Dieser Moment an dem er einen Beweggrund hat, anstatt einfach aus der Trauer um seine Eltern angetrieben zu werden.“

Feurig und zitternd machte sich Whedon auf um Warner Bros. seine Vision vorzustellen.

„Der Verantwortliche sah mich an, als wäre ich der aus Zahlen geformte Agent Smith aus den Matrix-Filmen. Er sah einfach durch mich durch. Bei der Heimfahrt dachte ich mir dann, „Warum tust du dir das eigentlich an? Warum steigerst du dich so in diese Batman-Story rein? Was muss noch passieren, damit ich merke das diese Maschinerie meine Visionen nicht schätzt? Und schon kurz darauf kam der Anruf das meine TV-Serie ‚Firefly‘ abgesetzt wurde. Und ich meinte nur, ‚Ach komm, das war doch nur eine rhetorische Frage!“

Mehr zu Whedon’s Batman-Vision und anderen gescheiterten Batman-Projekten findet ihr in unserem 11-teiligen ‚Batman: Rejected‘-Special.

Quelle: GQ

Batcomputer
Gründer und Chefautor von Batmannews.de. Batman-Fan seit 1987.

26 comments

  1. Kai sagt:

    Die Szene währe gut gewesen

  2. Batman94 sagt:

    Also mir gefällt die Szene vom Ansatz her.

  3. XXX sagt:

    Wobei es schon komisch gewirkt hätte, wenn ein kleiner scheißer, der nicht seit mindestens 4 Jahren in nem Kampfclub ist, schon alleine ein paar Verbrecher kalt macht.

  4. jack napier sagt:

    den hätt ich auch nach hause geschickt! was isn das fürn blödsinn, nur weil ich n mädel rette und es MAL klappt, kann ich gleich die ganze welt beschützen??? da kann ja jeder drauf kommen. der tod seiner eltern ist doch der einzige grund warum er zu batman wurde. was whedon da beschreibt, das kann sich jeder junge ausser nachbarschaft denken, da brauchen keine eltern drauf gehen.

  5. Asgaroth sagt:

    @jack napier:
    Batman ist kein superheld im eigentlichen sinne. er beschützt gotham lediglich aufgrund eines traumas durch den tod seiner eltern. er verübt selbstjustiz und sein leben ist ihm schlichtweg egal. er wirft es verantwortungslos weg mit dem ziel die „menschheit/gotham“ vor dem übel zu retten. die oben angesprochene szene ist nur ein weiteres beispiel für seinen charakter, wieso ausgerechnet er sich berufen fühlt. tatsächlich könnte jeder so denken, der irgendjemanden gerettet hat.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helfersyndrom

  6. Batman94 sagt:

    Die Szene an sich wirkt doch ganz gut? Wobei ich es auch komisch finde das ein 12 Jähriger ein paar Verbrecher fertig macht. Hm naja besser so das es nicht dazu kam ;D

    • Batcomputer Batcomputer sagt:

      Es wird ja nicht gesagt, ob es sich bei den Angreifern dabei um Ältere oder Gleichaltrige handelt.

    • XXX sagt:

      Aber gleichzeitig wird auch nicht gesagt, ob es sich bei dem Angreifern um irgendwelche „normalen“ Gestalten, die auf der Straße rumlaufen und gerade bock auf Belästigung haben oder welche, die schonmal am Boxsack standen.

    • XXX sagt:

      Hab „handelt“ vergessen gehabt.

    • Batcomputer Batcomputer sagt:

      Richtig. Deswegen ist es recht sinnlos sich an dieser Aussage festzuklammern bzw. die Szene daran zu bewerten.

    • dabeggagaggi sagt:

      Also wenn Bruce seine Eltern verliert und dann zusätzlich durch so ein Erlebnis merkt man kann was gegen „Verbrechen“ was unternehmen bzw. ändern, hätte ich zumindest nicht ganz schlecht gefunden.
      Aber wenn ich ehrlich bin (hab das Buch zu BB gelesen) da hats mir sehr sehr gut gefallen wie Bruce Kriminelle verstehen möchte und selbst in Armut lebt um ein Gefühl dafür zu bekommen.
      Und später dann durch die Gesellschaft der Schatten ein Symbol für die Menschen werden möchte (wodurch auch gleich die Frage beantwortet wird wieso, maskiert als Fledermaus) finde ich noch viel besser, abe rich weiß nicht wie Joss sich das gedacht hatte…

  7. BatBoy sagt:

    ein interessanter Ansatz. So sehr ich Nolans Filme mag, in einem Punkt hat er komplett daneben gehauen: dem jungen Bruce. Sorry, aber ich hielt ihn für eine absolute Fehlbesetzung der es nicht vermochte zu zeigen, dass aus diesem Jungen später einmal Batman werden sollte. So wird es eben in den Comics immer dargestellt, nur hat Nolan das leider nicht ganz hingekriegt.

    SO muss das aussehen
    http://media.comicvine.com/uploads/0/9241/788966-001.jpg

    und nicht so
    http://cdn.screenrant.com/wp-content/uploads/Batman-Begins1.jpg

    • XXX sagt:

      Wie gesagt: für mich selber stellt die Begins-Reihe zwar eine gute Darstellung von Batman dar, aber gleichzeitig auch nur eine unter vielen. Auch wenn Bale sowohl als Bruce, als auch als Batman echt gut ist, so will samt dem zusätzlich noch das Playboyhafte des Clooney-Bruce sowie das „Wann erscheint endlich das Signal, damit ich wieder meine wahre Gestalt zeigen darf?“ des Keaton-Bruce, plus das geheimnisvolle auftreten des Keaton-Batman sowie einen Anzug, der zwar von mir aus weiterhin vom Millitär abstammen kann, aber wieder richtig schwarz ist. Ebenso würde ich in einigen Szenen auch mal wie einige andere Batman mal als Detektiv sehen wollen und auch mal wie in den wenigen Ausgaben der Comicvorlage, wo ich tatsächlich mal reinblickte, als richtigen Dreckssack zeigen, der bis auf die Sache mit dem töten keinen deut besser ist als seine Feinde.

    • Sephiroth sagt:

      Oo

      Der Detektiv kommt doch ganz gut durch in den Nolanfilmen. Und was ist mit der Szene, wo Bats den „armen“ Mafiaboss vom 3. Stock herunterfallen lässt? Find ich schon ziemlich batass – zumindest für einen „Helden“.

      Der Clooney kann mir derweil gestohlen bleiben xD ich find nicht nur den Schauspieler abartig, sondern auch seinen Batman. Außerdem wirkt Bale weit mehr wie ein Playboy.

  8. XXX sagt:

    In Stichsätzen:

    -von einem Detektiv sehe ich auch in der aktuellen Reihe nichts. Muss schon mehrere Szenen geben wie am Anfang von Watchmen, wo Rorschach in die Wohnung des Comedian eindringt und die Schränke durchsucht.
    -ich will einen Batman, der so ein Drecksack ist, dass er die, die seine Schüler sein wollen, dazu bringt, Ratten zu verspeisen, damit die im Notfall ihren Hunger auch damit stillen.
    -von Clooneys Batman (nicht Bruce) hab ich auch nicht geredet. Bis auf wenige Momente ist der auch kacke.
    -bei Clooney wirkt das playboyhafte für mich besser. Beim Bale mag ich auch heute nicht wirklich die Szene, als er mit den beiden Bräuten baden geht.

    • Batcomputer Batcomputer sagt:

      Das du nichts von seinen Detektiv-Aktionen in den Nolan-Filmen erkennst, liegt wohl an dem veralteten Klischee-Bild eines Detektivs, was dir im Kopf rumschwirrt. Natürlich hat man Batman in den Nolan-Filmen auch die klassische Detektivarbeit machen sehen wie du sie beschreibst, z.B. als er in ‚Batman Begins‘ in die Drogen-Höhle eindringt und von Scarecrows Männern überrascht wird. Und in TDK nutzt er alle modernen Möglichkeiten, die man bei der Spurensuche anwenden kann, z.B. wenn er die Kugel aus der Mauer schneidet um sie später einem ballistischen Test zu unterziehen und den Fingerabdruck rekonstruiert. Und da gab’s noch einige Sachen mehr. Also aus meiner Sicht wurde der Detektiv-Aspekt mehr als ausreichend beleuchtet.

      Zur Bade-Szene: das ist eine klassische Szene „wie sie in den Comics steht“. So MUSS die Maske Bruce Wayne aussehen.

      Zum Drecksack: also ich weiß nicht welches Comic dir da in die Hände gefallen ist, aber dieser Drecksack-Batman ist mir (bis auf ein paar Frank Miller-Varianten) nicht bekannt.

    • XXX sagt:

      Na gut, es mag tatsächlich daran liegen, dass ich von einem Detektiv ein anderes Bild habe.

      Es dient zwar der Tarnung und früher mochte ich diesen Moment weit weniger, aber zusagen tut er nir auch heute nicht richtig. Mir würds schon genügen, würde man Bruce ziemlich gesprächig zeigen und Batman im Vergleich als schweigende, dunkle Gestalt. Zumindest solange er unter sich ist.

      Ich bin kein Comicleser, um das nochmal klarzustellen, aber ein paar ganz wenige Ausgaben habe ich tatsächlich mal in der Hand gehabt, z.B. den ersten Band von diesem All Star Batman, der eine Nacherzählung ist, wie Dick zu Batman gelangt. Da verlangt er tatsächlich das mit den Ratten. Weil Alfred das nicht erträgt, serviert er ihm was zu Essen. Dafür wird er von Batman dann mal schön an die Wand gedrückt.

    • Batcomputer Batcomputer sagt:

      Ich hab mir schon fast gedacht, das du All Star-Batman damit meinst, welcher tatsächlich so fast gar nichts mit dem eigentlichen Batman aus den Comics zu tun hat. Es ist eine freie Interpretation von Frank Miller, die bei den Comic-Fans – sagens wir mal beschönigend – umstritten ist.

    • XXX sagt:

      Ich fands dennoch recht cool und hab auch nicht schlecht geglotzt. Danach fand ich längere Zeit, dass man bei den realen Verfilmungen mit Batman das gleiche abgetan zu haben schien wie mit Wolverine, der mir heutzutage auch viel zu weich rüberkommt. Aber wenn du sagst, dass Batman NORMALERWEISSE nicht so ist, dann ist alles in Ordnung.

  9. Batman94 sagt:

    Klar war es mal „recht cool“ einen neuen Batman kennen zu lernen. ABER.. Ich fande das teilweise einfach zu übertrieben. Das ist ganz einfach nicht Batman gewesen.

    Wobei Frank Miller´s Batman Version in The Dark Knight Returns echt gut gefällt ! Er ist Heroisch, jedoch Brutal.

  10. Kelthor sagt:

    was der herr whedon da aussagt, bestätigt das der typ keine ahnung von batman hat.

  11. Franklin sagt:

    Gott, was für ein kitschiger Mist. Das könnte auch aus der Feder von Zack Snyder stammen, der kleine Bruce verprügelt die Leute in Zeitlupe.

    JW ist an sich schon ein Guter, aber so wie er die Avengers inszeniert hat möchte ich Batman eigentlich nicht so gerne sehen. Der Film war super, er hat mir Spaß gemacht, ich hab mich köstlich amüsiert. Danach bin ich zufrieden nach Hause gegangen.

    TDK hat hingegen bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, nicht nur als Comic Verfilmung sondern als echter, großer Film!

    • dabeggagaggi sagt:

      Mir gefällts was Zack Snyder macht, Sucker Punch und Watchmen fand ich als Comicverfilmung ziemlich cool.
      Schnitt, Perspektive und Cameraführung wirken sehr kunstvoll 😉

      Aber ich sehe es ähnlich in Bezug auf Batman, vor Nolans Darstellung wärs vllt noch gegangen, aber es gibt zu viele Aspekte die ich jetzt bei einem plumpen Popcornfilm von Batman vermissen würde.
      Wahrscheinlich würd ichs trotzdem gut finden, weil ich auch der Ansicht bin, das was Zusätzliches uns das Bestehende nicht nehmen kann. Iron Man war auch spitze, der Zweite war furchtbar mies, macht aber den ersten deswegen nicht schlechter 😉

  12. AntiHaiBatspray sagt:

    Die Szene wirkt auf mich, als hätte Batman Superkräfte… zudem soll ja „mehr“ in ihm stecken. Wenn seine Vision Batman zu einem echten Superhelden macht, hätte ich ihn auch Heim geschickt!

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