Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 4 – Splicer, Monster, Schöpfer und Geschöpfe

Splicing

Das, was Dr. Dorian mit seinem „T-99“-Mutagen einst anfing, nahm nicht nur die monströsen Auswüchse, die wir hier und bei Man-Bat bestaunen können, sondern es wird das ganze DCAU prägen, vor allem die uns bekannte Zukunft aus Batman Beyond.

Die Methode an sich heißt „Splicen/Splicing“, etwa „Verbinden“, „Kleben“ oder „Zusammenfügen“. Man könnte das ganze sogar mit „Spleißen“ übersetzen, einem biologischen Vorgang auf molekulargenetischer Ebene, dessen Erklärung ich mir ungefähr 10 Mal durchlesen musste, bis ich ihn ungefähr verstanden habe. In der vorliegenden Chronik ist eher die aktive Kreuzung zweier unterschiedlicher (Säugetier)Spezies (oder deren Merkmale) gemeint; wobei hier meistens eine der beiden Arten der Homo Sapiens ist.

Tatsächlich gibt es nicht nur literarische (wie in „Tiger, Tiger“ ausgeführt), sondern auch historische Vorbilder für derartige Züchtungsversuche. Einer der bekanntesten Vertreter war der russisch/sowjetische Biologe Ilja Iwanowitsch Iwanow; u. a. auch deswegen, weil er streckenweise beachtliche Erfolge vorzuweisen hatte. Er verbesserte die Methoden künstlicher Befruchtung bei Pferden und war immerhin der erste, der sog. Zebroiden (Kreuzungen aus Zebras und anderen Pferdearten) züchtete. Danach versuchte er sich auch an Hybriden aus Menschen und Affen, scheiterte aber zeit seines Lebens an dieser in der Fachwelt umstrittenen Aufgabe. Iwanow war aber kein abgedrehter Spinner auf einer Insel mit Gottkomplex, sondern ein anerkannter Wissenschaftler, der u. a. freundschaftlichen Kontakt zu Iwan Pawlow (das ist der mit den konditionierten Hunden) pflegte. Derartige Versuche wurden nach seinem Tod 1932 kaum mehr ernsthaft von anderen Biologen verfolgt. Zum einen, weil sich immer mehr die Lehrmeinung durchsetzte, dass eine derartige Kreuzung nicht gelingen könne, wofür Iwanows Scheitern auch exemplarisch herangezogen wurde. Zum anderen, festigten sich nach dem Fall des Dritten Reichs in Europa auch die Vorbehalte gegen derartige Versuche und für staatlich Forschung setzte sich nach und nach eine entsprechende Wissenschaftsethik durch (was jetzt sicher recht unterkomplex zusammengefasst ist). Es wird also noch etwas dauern, bis wir die Stärke und Ausdauer und das glänzende Fell eines Tygrus unser eigen nennen dürfen.

Zurück also zu unserem eher fiktiven Splicing-Begriff. Auch bei der Man-Bat-Chronik gab es zum Schluss einen kleinen Unterpunkt über das Splicing an sich. Dort erfahren wir auch, dass Dr. Milo später Leiter der Splicing-Abteilung bei Cadmus wurde. Sein weiteres Schicksal ist weiter oben beschrieben. Das bedeutet aber, dass auch die Regierung Interesse an derartigen Technologien zeigte und entsprechend experimentierte.

Schließlich ist es insbesondere Dr. Abel Cuvier, der in den 2040ern eine für die praktische Medizin anwendbare Methode entwickelt. Splicing wird schnell populär und die persönliche Veränderung per Tier-DNA ein steter Kult, für alle, die es sich leisten können. Denn das von Cuvier entwickelte Verfahren führt nicht zwangsläufig zu den uns bekannten hybriden Lebensformen. Vielmehr ist es möglich, sich Katzenaugen oder ein schönes Hirschgeweih verpassen zu lassen, ohne eine gänzlich komplette (Wesens)Veränderung herbeizuführen.

Zunächst ist es also v. a. die plastische Chirurgie, die sich ein goldenes Näschen an der ausgefallenen Tierästhetik seiner gut betuchten Kunden verdient. Doch bald greift auch der Wunsch nach Aufwertung eigener Fähigkeiten um sich; wie wäre es z. B. für einen mittelmäßigen Läufer, sich mit der DNA einer Gazelle zu kreuzen?! Sorgte das schon in den Behörden für Nervosität, traten auch bald ernste Nebenwirkungen und Folgeschäden zutage, die schließlich zu umfassenden Verboten der Mischtechnik führten.

Doch, wie das so ist, Verbote führen nicht sofort zum Unterlassen, sondern mehr zu Verschiebung bestimmter Verhaltensweisen und Methoden. Splicing wurde illegal und fand im entsprechenden Millieu ganz neue Anwendungsbereiche. Ob ich als Polizist einen gewöhnlichen Räuber stelle oder einen wildgewordenen Stier-Mann ist schon ein großer Unterschied.

Und da auch das zukünftige GCPD nicht ohne Batman auskommen muss, gibt es bei Batman Beyond einige Episoden, die das Splicing thematisieren und entsprechend problematisieren. Wie gesagt, gibt es auch schon in der Justice League Serie damit einhergehende Erwähnungen. Thematisch gehört das mit in diese Chronik. Allerdings wird keiner der hier behandelten Charaktere nochmals explizit behandelt (bis auf Milo, s. o.) bzw. würde eine Besprechung der betreffenden Episoden den Rahmen sprengen. Für den interessierten Zuschauer sollen die Batman Beyond Episoden aber wenigstens (chronologisch geordnet) genannt werden:

„Kampf der Mutanten“ (Batman Beyond, S02E03; „Splicers“)

„Hautnah dabei“ (Batman Beyond, S02E19; „Sneak Peek“)

„Der Gorilla“ (Batman Beyond, S03E06; „Speak no evil“)

„Kobra 1+2“ (Batman Beyond, S03E10+11; „Curse Of Kobra 1+2“)

Batman of the Future – Der Joker kommt zurück (Original: Batman Beyond. Return of the Joker)

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