Batman: The Animated Chronicles, Kapitel 4 – Splicer, Monster, Schöpfer und Geschöpfe

House of Dorian

Batman Adventures Vol. 1 #21
„House of Dorian“ (auf deutsch in Dinos „Batman Adventures #13“)

Story: Michael Reaves & Kelley Pucket | Gestaltung: Mike Parobeck, Rick Burchett & Rick Taylor

Synopsis:

Durch einen Blitz, also einen Akt Gottes möchte man meinen, erhält Emile Dorian eine schicksalhafte Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte. Der Doktor kommt schnell zur Sache und injiziert alsbald seinem alten Kollegen Langstrom (natürlich unter Gewaltanwendung) ein Mutagen, dass ihn in Man-Bat verwandelt und gleichzeitig hörig macht. Dorian befiehlt der nun willenlosen Kreatur, Batman und Selina Kyle (da ist sie wieder) zu entführen. Gesagt, getan. Batman wird von Man-Bat überwältigt und erwacht in Dorians neuem Laboratorium. Emile schwärmt von der Physis des Detektivs und beginnt, laut darüber zu spekulieren, wie vielen wunderbare Mutationen Bats‘ Körper wohl standhalten wird.

Unterdessen landet Anthony Romulus auf Dorians Insel. Der Genetiker soll ihn von seiner Werwolf-Mutation befreien. Schließlich trifft er auf Tygrus und versucht ihn zu überreden, Tony bei seiner Suche nach Tygrus‘ Vater zu helfen. Als Preis lobt er ausgerechnet eine Treffen mit Selina aus. Tygrus kann nicht anders und willigt ein.

Tygrus und Romulus kommen gerade hinzu, als Man-Bat Selina aus ihrem Appartement entführt und folgen dem geflügelten Kidnapper bis zu Dorians neuem Labor in Gotham. Dort ist Dr. Dorian gerade drauf und dran der frisch angelieferten Selina wieder mal eine Mutagen spritzen zu wollen. Doch Tygrus geht dazwischen und befreit seine Lady in Nöten.

Dorian aber bietet ihm ein letztes Experiment an; eine letzte Chance Selina evtl. doch für sich gewinnen zu können: eine „Seelenübertragung“ mit Batman. Da Tygrus glaubt, Selina ohne menschlichen Körper nie näher kommen zu können, willigt er ein. Doch kurz bevor der Versuch durchgeführt wird greift der inzwischen verwandelte Romulus aka Werwolf an. Dorian versucht sich in Sicherheit zu bringen und hetzt Man-Bat auf den Werwolf. In dieser Zeit kann sich Batman befreien und will auch gleich darauf mit Selina und Tygrus aus dem Labor fliehen. Doch Tygrus entscheidet sich, bei seinem Vater zu bleiben und wirft sich mit in den Kampf.

Durch die Schlägerei kommt es aber zu einem sich ausbreitenden Brand, welcher schließlich das ganze Labor erfasst und einer riesigen Explosion mündet. Batman und Selina können dem Inferno gerade noch so entkommen. Ein paar Augenblicke später, möchte Batman Selina auf dem Dach zurücklassen und nachsehen, ob (v. a.) Tygrus überlebt hat; man könne ja nie wissen. Die traurige Selina erwidert: „Stimmt. Man kann nie wissen“. Ende.

Episode & Figuren:

Wie ich finde ein schöner Abschluss für diese Figuren. Ohne diese kleine Geschichte wären sie einfach im Kanon als Einzelerwähnung verschwunden, was durchaus schade gewesen wäre. Ich bin generell etwas bedrückt, dass wir v. a. Tygrus und seinen Schöpfer nie wieder sehen. Beide hätten ordentlich Potential für wiederkehrende Gegner/Protagonisten gehabt. Und so sehr ich oben auch über Anthony Romulus geschimpft habe, auch er hätte die ein oder andere (gute) Story auf seinen haarigen Schultern tragen können. Alle, die es also eher fantastisch mögen, müssen sich ab sofort mit Man-Bat, Etrigan usw. begnügen.

Die anderen Monster sind tot … oder eben auch nicht. Denn ein kleiner Cliffhanger steckt in dem Ende ja drin. Und wir wissen aus der letzten Chronik, dass auf jeden Fall Man-Bat überlebt hat. Es wird dort explizit erwähnt, dass er dem Feuer in Dorians Labor entkommen sei und danach monatelang im Höhlensystem unter Gotham hauste, bis er schließlich zu weit in die Bathöhle vordrang und so das Dynamische Duo auf den Plan rief.

Tony wirkt in dieser kurzen Geschichte recht farblos. Wenig ist übrig von dem arroganten Sportler aus „Wolfsmond“ aber er hat auch wenig Text. Das einzige, was von ihm bleibt, ist seine stete Verzweiflung über seine Vollmondeskapaden; und die Verursachung des Feuers, das schließlich zur verheerenden Explosion führt.

Ähnlich wortkarg verhält sich Batman. Ab Dorians Labor kommt einzig eine Lüge aus seinem Mund, mit der er versucht, die noch nicht entführte Selina zu schützen. Ab da ist er nur noch Statist, bis er schließlich das Katzenweib in Sicherheit bringen kann.

Selina hat auch nicht viel zu sagen, aber es wird erneut aufgegriffen, dass sie sich um Tygrus sorgt; so, wie wir es bei „Tiger, Tiger“ erlebt haben.

Tygrus selbst ist auch der, den wir schon kennen. Er ist und bleibt hin und hergerissen zwischen seiner ungebrochenen Zuneigung zu Selina, dem Verständnis für ihre Einwände, als auch seiner Beziehung zu Dorian. Was etwas schade ist: Nach seiner großartigen Selbsterkenntnis während seines Debüts, ist Tygrus nun allzu schnell bereit, sich in einen fremden, menschlichen Körper transferieren zu lassen. Geschuldet ist das aber der insgesamt recht hektischen Story. Wie soll man auch auf 24 Seiten die Belange von 6 Charakteren gleichwertig ausformulieren.

Emile Dorian hat dafür mittlerweile vom moralinbefreiten Genetiker zum Okkultisten umgeschult. Er bedient sich hier des in Trickfilmkreisen sehr beliebten Körpertauschs und nennt das Ganze dann Seelenübertragung. Da er ansonsten seiner Darstellung in „Tiger, Tiger“ im Wesentlichen ähnelt, will ich mal ein Auge zudrücken. Am Ende ist er sehr wahrscheinlich eh gestorben.

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