Batman Rejected Teil 7: Batman vs. Superman

Ende der 90er Jahre. Das letzte große Abenteuer des Mannes aus Stahl lag bereits über 10 Jahre zurück und enttäuschte seinerzeit Zuschauer wie Kritiker. Die Jahre danach schien es für Warner Bros. geradezu unmöglich zu sein einen weiteren Film auf die Leinwand zu bringen. 1998 sollte ‚Batman‘-Regisseur Tim Burton Superman wieder startklar machen (auch ein Kurzauftritt von Batman soll geplant gewesen sein). Das Projekt mit dem Namen ‚Superman Lives‘ bzw. ‚Superman Reborn‘ verschliess allein in seiner 1-jährigen Vorbereitungszeit 30 Millionen US-Dollar, ohne das auch nur ein Meter Film gedreht wurde. Warner Bros. zog die Notbremse und stoppte das Unterfangen vorerst.

2001 konnte man sich bei Warner mit dem Gedanken anfreunden der Superman-Reihe einen Neustart zu verpassen. J.J. Abrams entwickelte ein Drehbuch mit dem Titel ‚Superman: Flyby‘ und McG sollte die Regie übernehmen. Auch wenn dem Projekt bereits Grünes Licht erteilt wurde, entschied sich McG auszusteigen und der Fortsetzung zu ‚Charlie’s Angels‘ den Vorzug zu geben. Als Ersatz sollte der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen (‚Die unendliche Geschichte‘, ‚In the Line of Fire‘, ‚Air Force One‘, ‚Der Sturm‘) die Umsetzung des ‚Flyby‘-Scripts übernehmen, doch man schien sich bei Warner an eine Idee von Drehbuch-Autor Andrew Kevin Walker zu erinnern, der dem Studio vorschlug die beiden größten Superhelden in einem Film gemeinsam auftreten zu lassen … oder noch besser, gegeneinander.

An sich eine schlüssige Idee: beide Figuren benötigten einen filmischen Neustart, der Event-Charakter wäre immens und Batman und Superman sind bereits aus Comics und Zeichentrickfilme als ‚Worlds Finest‘-Team etabliert. Man stellte das ‚Flyby‘-Script zurück und zog Petersen hinzu.

Im Sommer 2002 kündigte man das Vorhaben offiziell an. Die Fans waren irritiert, denn bis dahin rechnete man fest mit einer Umsetzung von ‚Batman: Year One‘. Regisseur Petersen war voller Elan und verriet auch der Presse, was ihn an der Geschichte reizen würde:

„Weil es auch hier um ganz tiefgreifende menschliche Themen geht. Dieser Film erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die eine schwere Krise erlebt. Superman und Batman sind keine realitätsfernen Figuren, sie verkörpern die einander entgegengesetzten Seiten des Lebens. Jeder repräsentiert eine der beiden Seelen in unserer Brust: Der eine ist gut und nobel, der andere düster und melancholisch. Deshalb hätte mich ein Film über einen der beiden Superhelden allein gar nicht interessiert. Ich wollte ein „morality play“, wo die Hauptfiguren für bestimmte moralische Prinzipien stehen.

Popcorn-Kino, das ist etwas wie „Air Force One“ – ein völlig konstruiertes Spektakel, das so nie passieren könnte. Mit Comics ist das anders. Für mich sind sie ein Stück moderner Mythologie – gar nicht viel anders als die klassischen Götter- und Heldengeschichten. Pop Culture eben, aber nicht Popcorn.

In meiner Jugend habe ich diese Geschichten immer wieder verschlungen und mich in ihrer Welt verloren. Das war für mich kein Fastfood, ich habe das richtig ernst genommen. Und das gilt eben auch für die Geschichte dieses Films. Der Autor Andrew Kevin Walker („Sieben“) und ich wollen zeigen, wie sich diese Superhelden in einer Welt nach dem 11. September zurechtfinden, wofür sie stehen und wofür sie nicht mehr stehen. Da geht es um Fragen wie „Gibt es eine Moral?“ oder „Macht es Sinn, sich für Moral einzusetzen?“, „Müssen wir Schuld auf uns nehmen?“.“

Doch das Script von Walker schien nicht auf ganzer Linie zu überzeugen und so holte man einen alten Bekannten mit an Bord. Akiva Goldsman, der nach seinen Comicausflügen ‚Batman Forever‘ und ‚Batman & Robin‘ inzwischen für ‚A Beautiful Mind‘ mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, wurde mit der Überarbeitung des Drehbuchs mit dem Codenamen ‚Asylum‘ beauftragt und reichte diese am 21. Juni 2002 ein.

Und darum sollte es in ‚Batman vs. Superman‘ gehen:

 Bruce Waynes Leben wird weiterhin mit Schicksalsschlägen gefoltert. Dick Grayson ist tot, genauso wie sein Butler Alfred und Commissioner Gordon. Doch auch Lichtblicke sind zu erkennen. So lernt er die perfekte Frau in Form von Elizabeth kennen und gibt sein Leben als Batman auf. Bei dem sonst so sonnigen Gemüt Clark Kent läuft es derzeit nicht ganz so gut. Als Superman sieht er sich immer öfter mit dem Vorwurf konfrontiert selbst das Leben von Verbrechern und Mördern zu schützen. Sein Handeln wird in Frage gestellt. Auch privat rennt Clark gegen Mauern, denn seine große Liebe Lois hat die Scheidung eingereicht.

Clark ist der Trauzeuge auf Bruces Hochzeit, bei der auch Barbara Gordon, die die Position ihres Vaters eingenommen hat, anwesend ist. Clark und Bruce schwelgen in der Vergangenheit, Clark berichtet ihm von seinem privaten Dilemma und von einer kürzlichen Konfrontation mit einem Terroristen, bei der er das Gefühl hatte in eine Falle gelaufen zu sein.

Am nächsten Morgen der Hochzeitsnacht findet Bruce Elizabeth hysterisch lachend am Boden liegend. Das Lachen hat sich in ihr Gesicht gebrannt und stirbt letztendlich in Bruces Armen. Am Spiegel findet er eine Botschaft: „DIES IST NUR DER ANFANG … VOM ENDE!“

Bruce entschließt sich wieder Batman zu sein um den Mörder seiner Frau zu finden. Er aktiviert wieder den Batcave und auch Alfred zieht er wieder zu rate, nur diesmal in Form einer dreidimensionalen Projektion. Seine Spur führt ihn zum totgeglaubten Joker. Später erfährt man, Lex Luthor, welcher inzwischen Batmans Geheimidentität kennt, habe den Clownprinz des Verbrechens anhand von DNA-Überresten geklont. Batman ist nun bereit seine eigene Regel zu brechen. Er ist bereit den Mörder seiner Frau zu töten. Natürlich will Clark ihn von diesem Vorhaben abbringen. Doch Batman ist fest entschlossen und bricht die Freundschaft mit Superman. Ein epischer Kampf zwischen den beiden entbrennt, welcher teilweise sehr stark an das Finale von ‚Batman: The Dark Knight Returns‘ erinnert. Batmans Chancen stehen dabei nicht schlecht, da er seinen Kampfanzug mit Kryptonit überzogen hat. Letztendlich schafft er es tatsächlich den Mann aus Stahl besiegt zurückzulassen um anschließend Jagd auf den Joker zu machen.

Doch Batman tappt in eine Falle und befindet sich nun in der Gewalt des Jokers, welcher Ebenfalls nur den Tod Batmans im Kopf hat. Doch bevor es zu Batmans Exekution durch eine Axt kommen soll, verrät der Joker Batman, das er schon lange seine Geheimidentität kenne und auch seine große Liebe Elizabeth zu seinem Plan gehörte. Der halbwegs erholte Superman platzt in das Geschehen und befreit Batman. Gemeinsam kämpfen sie gegen Jokers Männer. Clark erlaubt nun auch Batman Joker zu töten, er bittet allerdings darum, das er die Maske dabei abnehmen soll. Bruce schafft es nicht über seinen Schatten zu springen und lässt den Joker leben.

Es folgt der große Aufritt des eigentlichen Kopfes hinter der Sache: Lex Luthor. Er ist vom Joker enttäuscht und tötet ihn kurzerhand. In einem Exo-Suit geht Lex auf Batman und Superman los und erneut wird ein großer Kampf entfacht, welcher sein Finale in der Luft findet. Bruce schafft es Luthor abstürzen zu lassen, der Exo-Suit explodiert. Allerdings wird Luthors Leiche nicht gefunden.

Die beiden Superhelden erneuern ihre Freundschaft. Batman lädt Superman auf ein Bier ein, Superman besteht auf Limonade.

ENDE 

Die Jungs von ‚Mr Sunday Movies‘ haben den Inhalt des Drehbuchs witzig in Szene gesetzt und zusammengefasst:

httpvh://youtu.be/ZkmCbqeMJ6U

httpvh://youtu.be/aCdMu0PvYsY

Der Drehbeginn war für Anfang 2003 geplant und sollte 6 Monate andauern. Im Sommer 2004 sollte der Film dann seine Premiere feiern. Für die Besetzung wünschte sich Petersen „Darsteller, die auch wirklich schauspielern und den Figuren Komplexität und Emotionen verleihen können, und zudem Spaß daran haben ein großartiger Superheld zu sein und sich dafür etwas aufzupumpen.“ Matt Damon nannte er als unverbindliches Beispiel. Eine Casting-Agentur verriet, Johnny Depp, Colin Farrell, James Franco, Jude Law und Paul Walker stünden bei Warner ganz oben auf der Liste. Zumindest für die Superman-Rolle hatte Petersen bereits seine Kandidaten gefunden: Christian Bale und Josh Hartnett sprachen für den Mann aus Stahl vor.

Doch schon im August 2002 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Offiziell soll Petersen den lang geplanten ‚Troja‘ den Vorzug gegeben haben. Wie er selbst Jahre später verriet, lag es an dem überarbeiteten Superman-Script von J.J. Abrams, welches einen neuen Weg für einen Superman-Reboot aufzeigte. Warner war plötzlich begeistert von dem ‚Superman: Flyby‘-Script und blies das Superhelden-Treffen ab. Warner-Chef Alan Horn war dennoch hin-und hergerissen und hätte auch gerne den ‚Batman vs. Superman‘-Film verwirklicht gesehen. Doch man entschied sich dafür beiden Figuren vorerst eigenständige Abenteuer erleben zu lassen.

Auf eine gewisse Weise kam es dann 2007 doch noch zu einer „Umsetzung“ des Projekts. In ‚I Am Legend‘, für den ebenfalls Akiva Goldsman das Drehbuch verfasste, wurde als Insider-Gag eine Werbefläche für eine fiktive Ankündung für den ‚Batman vs. Superman‘-Start am 15. Mai 2010 prominent platziert:

Wolfgang Petersen wurde auch die Jahre danach nicht müde von dem einstigen Vorhaben zu schwärmen und hält sich auch weiterhin die Option offen: „Irgendwann vielleicht, wenn ich so um die 80 bin, dann werde ich ‚Batman vs. Superman‘ drehen. Dann aber mit einem richtig alten Christian Bale.“

FORTSETZUNG FOLGT …


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