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Special | Batman Begins

„Batman Begins“ schildert Bruce Waynes Weltreise, auf der er nach Möglichkeiten sucht, um Gotham City vom Bösen zu befreien. Damit zeigt dieser Film erstmals auch Szenen, die nicht in Gotham City spielen. „Wir erleben, was die Menschen in aller Welt von Gotham halten, wir stellen sie also auf eine Stufe mit anderen Großstädten wie London, New York oder Paris“, sagt Nolan.

Nolan bezeichnet seine Darstellung Gothams als „ein übertriebenes heutiges New York, eine überwältigende Metropole, die uns so sehr vereinnahmt, dass sie praktisch grenzenlos erscheint.“

„Wir wollen den Zuschauern das Gefühl vermitteln, dass Gotham ihnen sehr vertraut ist, obwohl dort viele Gefahren lauern“, fügt Crowley hinzu.

Nolan nennt sein Gotham-Konzept „New York in Würfelform“. Um dem gerecht zu werden, setzten die Filmemacher nach Möglichkeit tatsächliche Schauplätze ein, um sie dann mit den von Crowley entworfenen Sets zu kombinieren. In der Endfertigung kamen dann noch Einstellungen mit visuellen Effekten hinzu, die Gesamtansichten der Stadt zeigen.

Chicago diente dabei nicht nur als Basis für das Gotham-Design, hier entstanden auch die Außenaufnahmen in der fiktiven Stadt, vor allem die spektakuläre Verfolgungsjagd, in der das Batmobil durch ein minutiös choreografiertes Ballett aus Straßenverkehr und kollidierenden Polizeiwagen rast.

Die Verfolgungsjagdszenen entstanden vor allem auf dem Lower Wacker Drive im „Loop“-Viertel der Stadt direkt südlich des Chicago River. Den Amstutz Highway in Chicago, ein drei Kilometer langes Autobahnstück, das nie fertiggestellt wurde und nicht an den Straßenverkehr angeschlossen ist, verwendete man für Teile der Verfolgungsjagd, die auf der Autobahn durch Gotham spielen.

„Die Zusammenarbeit mit den Chicagoer Behörden gestaltete sich besser, als es je ein Filmteam in einer Großstadt erlebt hat“, sagt Franco. „Wir haben ganze Viertel abgesperrt und wirklich außergewöhnliche Einstellungen mit dem Batmobil aus dem Helikopter gefilmt, während die Polizeiwagen auf der Straße nur so über andere Wagen purzeln.“

Bei besonders schwierigen Abschnitten der Verfolgungsjagd kamen Miniatursets zum Einsatz. Der größte Set dient einer Sequenz, in der das Batmobil über mehrere Dächer springt und dabei alles unter sich zermalmt. „Das Set mit den Miniatur-Dächern bauten wir im Maßstab 1:3, es hat etwa die Ausmaße von 30 x 50 Metern“, berichtet Glass. „Wenn man mit derart riesigen Modellen arbeitet, verhalten sich die Objekte weitgehend so wie in der Realität. Wenn der Wagen also über ein gefliestes Dach rast, zerbersten und fallen die Fliesen genau so, wie man es in der Realität erwarten würde. Das erlaubt uns, die Sequenz praktisch so wie eine Action-Sequenz in normaler Größe zu inszenieren.“

(Genauere Informationen über die Batmobil-Verfolgungsjagd finden Sie im „Batmobil“-Kapitel auf den vorigen Seiten.)

Die meisten für den Film gebauten Gotham-City-Außensets entstanden in Cardington, einem ehemaligen Luftschiff-Hangar etwa eine Stunde nördlich von London. („Batman Begins“ war der erste Spielfilm, bei dem Cardington als Studio benutzt wurde. Jede übliche Studiohalle wirkt winzig im Vergleich zu dem gewaltigen Hangar Nr. 2 in Cardington: Er ist 247 Meter lang und an seinem Scheitelpunkt 55 Meter hoch. (Eine normale Studiohalle ist nicht höher als 14 Meter.) Die Grundfläche entspricht 16 Schwimmbecken nach olympischem Standard, und in dem riesigen Raum könnte man 8338 Londoner Doppeldecker-Busse stapeln.

„Durch die Dreharbeiten in Cardington erreichten wir einen Realismus und eine Größenordnung, die in einem normalen Studio unmöglich gewesen wären“, sagt Produzentin Emma Thomas. „Wir hatten den Arbeitsbereich jederzeit voll unter Kontrolle, konnten also Stunts mit Bränden oder Stürze aus großer Höhe inszenieren, ohne vom Wind und anderen Wetter-Unwägbarkeiten abhängig zu sein. Außerdem konnten wir in dieser außergewöhnlichen Halle auch viele Nachtaufnahmen am Tag drehen.“

In Cardington entstand auch Crowleys Narrows-Set: ein heruntergekommenes und verrufenes Slum-Viertel, das auf einer Insel mitten in Gotham liegt und mit der Stadt durch etliche Brücken verbunden ist. Als Vorbild dienten Roosevelt Island in New York, die Autobahnen von Tokio und das alte Kowloon City in Hongkong. Crowleys Viertel ist klaustrophobisch eng mitten in der Stadt eingekeilt und wirkt so, „als ob die New Yorker Fifth Avenue eine Autobahn wäre.“

„Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir in Bezug auf die Beleuchtung der Narrows erreicht haben“, sagt Kameramann Wally Pfister, der dem Film eine möglichst düstere, unheimliche Atmosphäre geben wollte. „Das Viertel sieht wirklich wie eine echte Stadt bei Nacht aus, und dabei haben wir jede Lampe selbst installiert.“

In den Narrows befindet sich das Arkham-Sanatorium, jene berüchtigte Anstalt für kriminelle Irre, die Dr. Jonathan Crane leitet. „Ich war überwältigt“, berichtet Cillian Murphy über seinen ersten Eindruck von Crowleys überzeugendem Set. „Als ich hereinkam, begeisterten und erschreckten mich die riesigen Ausmaße gleichermaßen.“

Die Filmemacher ergänzten Crowleys Arkham-Set durch Aufnahmen an etlichen realen Schauplätzen bei London, um „eine wunderbare neogotische Atmosphäre zu schaffen, eine traumhaft düstere und komplexe Architektur, wie sie Batman und seiner Welt entspricht“, sagt Nolan. Außerdem fungierte die Franklin Street Bridge in Chicago als die letzte hochgefahrene Brücke in einer spannenden Sequenz, in der die Insassen von Arkham aus der Anstalt ausbrechen und das Narrows-Viertel verwüsten.

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  1. Intro
  2. Kurzinhalt
  3. Wie der Dunkle Ritter entstand
  4. Bruce Waynes Welt
  5. Das Batmobil
  6. Der Bat-Anzug und Accessoires
  7. Der Kampf für das Gute
  8. Die Dreharbeiten, Teil 1
  9. Die Dreharbeiten, Teil 2
  10. Die Dreharbeiten, Teil III
  11. Die Darsteller
  12. Die Darsteller, Teil II
  13. Hinter der Kamera
  14. Hinter der Kamera, Teil II
  15. Gesamten Artikel ansehen
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