RSS Twitter Facebook YouTube

Special | Batman Begins

Die Dreharbeiten

Drehstart zu „Batman Begins“ war im März 2004. Im Laufe von 129 Drehtagen entstanden Aufnahmen an Drehorten in Island, Chicago und London sowie in den berühmten britischen Shepperton Studios und in Cardington, einem ehemaligen Luftschiff-Hangar, der für die Dreharbeiten in eine gigantische Studiohalle umgerüstet wurde. Die letzte Klappe fiel im September.

Ein Grund für die langen Dreharbeiten war die Entscheidung von Regisseur Christopher Nolan, auf einen Regisseur des 2. Drehteams zu verzichten. Bei diesem sonst üblichen Vorgehen werden bestimmte Action- und Landschaftsaufnahmen von einem Teammitarbeiter inszeniert, während sich der Regisseur gleichzeitig auf die Aufnahmen mit den Schauspielern konzentriert. Weil Nolan auf jedes kleine Detail persönlich achtet, sind alle Einstellungen seines Films wie aus einem Guss. Jeder Aspekt der ehrgeizigen Produktion wird von seinem realistischen Anspruch geprägt, von der Ausstattung bis zu den Stunts und Spezialeffekten. „In gewisser Weise wird die Arbeit durch Chris’ Realismus-Maxime schwieriger, aber bestimmte Aspekte werden dadurch auch erleichtert“, sagt Produzent Larry Franco. „Die eigentlichen Dreharbeiten gestalten sich dadurch komplizierter, und das ist immer die schwierigste Phase des Filmemachens, weil es mörderisch anstrengt, vor allem, weil wir die Szenen tatsächlich mit der Kamera drehen wollen und Computerbilder möglichst wenig einsetzen. Aber unterm Strich ist es doch einfacher, weil wir nicht versuchen, Bilder aus dem Nichts zu erschaffen. Wir sind nicht gezwungen, etwas zusammenzuschustern, was vor der Kamera so gar nicht zu sehen war.“

Bei der Erschaffung von Bruce Waynes und Batmans Welt setzten die Filmemacher also tatsächliche Schauplätze und Sets in Studiohallen ein, die sie mit Miniatur-Aufnahmen und einem Minimum an im Computer entstandenen Effekten kombinierten.

„In diesem Film kommen eine Menge Miniaturmodelle zum Einsatz, die mit Computereffekten nichts zu tun haben“, sagt Produktionsdesigner Nathan Crowley. Er meint damit Set-Modelle in kleinerem Maßstab, die die zahlreichen Schauplätze der Geschichte ergänzen und die dynamische Gestaltung der Optik erleichtern. „Wir gingen in jedem Fall von existierenden Gebäuden aus, ob an einem Originalschauplatz, im Studio oder als Miniaturmodell. Und diese wurden dann durch visuelle Effekte veredelt. Denn die Realität kann man einfach nicht übertreffen – nichts kommt ihr gleich.“

„Das höchste Ziel im Bereich Visuelle Effekte ist es ja, Bilder zu erzeugen, die echt wirken. Und man kann das gar nicht besser machen als durch das Filmen real inszenierter Szenen“, fügt der für die visuellen Effekte verantwortliche Dan Glass hinzu.

Die Dreharbeiten begannen oben auf dem Vatnajokull-Gletscher im Südosten Islands. (Er ist der größte europäische Gletscher und bedeckt ein Zehntel der gesamten isländischen Landmasse.) „Wir hatten großes Glück, diesen Drehort aufzuspüren, denn in der einen Richtung kann man das Meer sehen, und wenn man sich umdreht, sieht es so aus, als ob man auf einem 6000er-Berggipfel steht“, sagt Franco.

Die unwegsame Felslandschaft Islands eignet sich hervorragend für die Drehbuchvorgaben der rauen Schauplätze im Himalaya. Dort findet auch Bruce Waynes zermürbender Schwertkampf mit seinem Mentor Ducard auf einem zugefrorenen See statt, dort rutschen sie Hals über Kopf einen eisbedeckten Berghang hinunter. Dort steht auch ein kleines Dorf, das Crowley mit seinem Ausstattungsteam auf den Berg baute. Und schließlich befindet sich dort das gigantische Eingangstor zu dem Kloster, in dem die geheimnisvolle Schattenliga ihre Mitglieder ausbildet.

„Ich habe die Dreharbeiten in Island sehr genossen“, sagt Neeson. „Ein seltsames Erlebnis, diese Welt, in der kein Baum zu sehen, kein Vogel zu hören ist. Eine wundervolle Einöde à la Beckett.“

Weil nur eine einzige schmale Straße durchs Land führt, musste das Bauteam zunächst eine Zufahrtsstraße zum vereisten See und den Schauplätzen für das Dorf und das Klostertor bauen. (Für die Bilder mit dem gesamten Kloster verwendete man ein Miniaturmodell. Nur den Eingang baute man in Originalgröße, um Bruce Waynes Ankunft im Kloster zu filmen.)

„In den Szenen, die auf Island gedreht wurden, ist auch ein heulender Sturm zu sehen“, sagt Produzent Charles Roven. „Der Sturm ist echt, die Bilder stammen nicht aus dem Computer. Wir drehten bei 120 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit. Einige Teammitglieder wurden buchstäblich umgeweht. Aber wenn Chris am Ruder ist, stehen die Kameras nie still.“

„Island war ein wunderbarer Einstand für die Produktion“, sagt Nolan. „Am ersten Drehtag drehten wir auf einem zugefrorenen See – es geht um den Schwertkampf zwischen Bruce Wayne und Ducard, und das Eis knackte wirklich so, wie es im Film wirken soll, also äußerst beunruhigend: Schon der Anfang des Drehs war reichlich extrem.“

«

  1. Intro
  2. Kurzinhalt
  3. Wie der Dunkle Ritter entstand
  4. Bruce Waynes Welt
  5. Das Batmobil
  6. Der Bat-Anzug und Accessoires
  7. Der Kampf für das Gute
  8. Die Dreharbeiten, Teil 1
  9. Die Dreharbeiten, Teil 2
  10. Die Dreharbeiten, Teil III
  11. Die Darsteller
  12. Die Darsteller, Teil II
  13. Hinter der Kamera
  14. Hinter der Kamera, Teil II
  15. Gesamten Artikel ansehen
»

Pages 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14