Chris, Filme wie ‚Iron Man’ und ‚Der unglaubliche Hulk’ haben diesen Sommer die ‚Crossover-Ära’ der Comicverfilmungen eingeläutet. Beide Helden existieren in der gleichen Welt. DC und Warner Bros. könnten nun einen ähnlichen Weg wie Marvel einschlagen, besonders wenn das Justice League-Projekt wiederbelebt werden sollte. Beunruhigt Sie so etwas? Ihr Gotham scheint in so eine Welt nicht passen zu wollen.
Ich glaube nicht, dass sich unser Batman und unser Gotham für solch ein Crossover eignen würden. Mit dieser Frage haben wir uns schon zu Beginn unserer Arbeit an der Geschichte beschäftigte: soll es in dieser Welt Comics geben? Gibt es in dieser Welt bereits Superhelden?
Man denke nur an ‚Batman Begins’ und an die Philosophie, die der Figur zu Grunde liegt, in der sie sich selbst als Symbol neu erfindet ... Auch wenn wir es im Film nicht direkt betonen, schlugen wir damit einen philosophischen Weg ein, in dem Superhelden einfach nicht existieren. Würden sie bereits existieren – würde Bruce Superman oder Comichefte kennen – dann hätte dies einen völlig anderen Einfluss auf seine Entscheidung ein Kostüm anzulegen und zu einem Symbol zu werden. Es ist paradox und eine knifflige Aufgabe, aber wir wollten zu dem ursprünglichen Konzept der Figur zurückkehren. In seinem ersten Auftritt erfindet er sich als eine komplett eigenständige Kreation neu.

Was ihm also nicht erlaubt durch die Häuserschluchten von Metropolis zu schwingen.
Richtig, denn dies ist ein anderes Universum. Ein anderer Ansatz. In den Comics wurde dieser Ansatz sehr erfolgreich umgesetzt. Ich habe auch nichts gegen diese Herangehensweise. Es ist halt nur nicht der von uns gewünschte Ansatz. Für ‚Batman Begins’ mussten wir eine Entscheidung treffen.
Einen anderen Weg einschlagen ...
Ja, einen völlig anderen Weg. Es hätte eine völlig andere Bedeutung gehabt, als Bruce Wayne seine Heimat verlässt und mit dem Gedanken zurückkehrt ein Kostüm, etc. anzufertigen. Wir hatten unsere eigenen Bedingungen: Was bedeutet Batman für Bruce Wayne? Was soll er bewirken? Er wurde nicht von anderen Superhelden beeinflusst.
Den Joker konnten wir dann natürlich als ebenfalls theatralische Figur darstellen, da Batman das Beispiel an Theatralik in Gotham steht. Dies stellt sich nun gegen Batman. Aber uns war wichtig, dass er mit Batman etwas völlig neues erfindet. Und ehrlich gesagt sind wir hierbei noch viel weiter gegangen, als es die Comics tun. Ich kann mich nicht an den Zeitpunkt erinnern, als in den Comics die Idee aufkam, dass er als Kind ein großer Fan von Zorro war. Ich habe es zwar nicht recherchiert, aber ich glaube, dass dies schon eine Ewigkeit her sein muss.
In Frank Millers ‚Die Rückkehr des Dunklen Ritters’ aus dem Jahr 1986 gab es eine Zorro-Kinovorstellung.
Ich bin mir sicher, dass dies noch länger her sein muss. Da müsste ich noch mal bei Paul Levitz nachhaken, aber mein Gefühl sagt mir, dass es schon etwas länger her ist ... egal, wir haben es geändert.
Wir hatten keinen kleinen Bruce, der sich einen Zorro-Film ansieht. Es macht schon einen Unterschied, ob man sich in einem Film oder einem Comic einen Film ansieht. Wenn eine Comicfigur ein Comic liest wirkt es genauso merkwürdig, als wenn eine Filmfigur sich einen Film ansieht. Solch einen destruktiven Moment wollten wir unbedingt vermeiden.

Ein weiterer Grund war, dass wir Zorro nicht als sein Vorbild zeigen wollten. Bruce sollte bei seinem verrückten Plan nicht beeinflusst werden. Es sollte seine eigene Idee sein eine Maske anzulegen. So konnten wir es nach unseren eigenen Regeln formen. Wir ersetzten die Zorro-Idee mit Fledermäusen, damit er seine Vorstellung von Angst und sein Symbol an Fledermäusen festmacht.
Deswegen sitzen Bruce und seine Eltern in einer Oper um sich ‚Die Fledermaus’ anzusehen, was Ihnen zudem die Möglichkeit gab den operettenhaften Still Ihres Films zu unterstreichen.
Richtig. Dies ermöglichte es uns, dass es auf der Leinwand funktioniert.
Sie meinten vorhin, dass Sie noch nicht wüssten, was Ihr nächstes Filmprojekt sein könnte. Warner Bros. sieht Batman als Teil ihres Kerngeschäfts – jetzt vielleicht sogar mehr denn je. Das Studio sieht sich gezwungen den nächsten Teil des Franchises zeitlich festzumachen. Werden Sie stark unter Druck gesetzt eine Entscheidung zu fällen?
Sie sind äußerst gnädig. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu dem Studio. Ihnen ist bewusst, dass ich meinen Urlaub und eine gewisse Zeit brauchte um über meine nächsten Schritte nachzudenken. Sie respektieren das sehr, was wirklich wunderbar und einer der Gründe ist, warum ich gerne mit Warner Bros. arbeite.
Im Januar werden die Nominierungen für die Oscars bekannt gegeben. Welche Bedeutung hat es für die Crew von ‚The Dark Knight’, sollte der verstorbene Heath Ledger als Bester Nebendarsteller nominiert werden?
Im Bezug auf Heath Tod war mir immer die Verantwortung für seine Arbeit sehr wichtig. Die Verantwortung den Film so zu gestalten, dass seine Leistung so rüberkommt, wie er es gewollt hat. Und dies war eindeutig der Fall. Das ist einer der Gründe, warum ich auf diesen Film so stolz bin.
Ich spürte eine große Erleichterung, als die Menschen seine Leistung unbedingt sehen wollten. Und sehr schnell wurde klar, dass sie diese auch bekamen. Man vergisst leicht, welch eine Herausforderung es für Heath war, die Figur als die Ikone darzustellen, die sie ist. Wie er mit dieser Herausforderung wuchs war so bewundernswert, dass jegliches Lob der Menschen die von seiner Leistung begeistert sind, ein wunderbares Geschenk darstellt. Egal in welcher Form. Die Leute wollen seine Leistung sehen und bekommen sie. Für uns alle ist dies jetzt schon eine Genugtuung. Alles was jetzt noch folgt, wäre einfach traumhaft.

Quelle: latimes.com
<< Zurück zu Teil 2 | Zurück zum Anfang >>