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Bruce Waynes Welt

Batmans wichtigster Verbündeter auf der Seite des Rechts ist Detective Sergeant James „Jim“ Gordon, einer der wenigen ehrlichen Cops im verfilzten Polizeiapparat von Gotham. Als die Waynes ermordet wurden, lief er noch Streife, und er versuchte den kleinen Bruce Wayne in jener unheilvollen Nacht zu trösten, die dem Leben des Erben eine neue Richtung gab. Jahre später bittet Batman Gordon bei seinem Kampf gegen das Unrecht um Hilfe. Gordon hat sich in dem Sumpf über Wasser gehalten und bekleidet inzwischen den Rang eines Detective Sergeant. Doch in dem Maße, wie Gordon gesetzestreu ist, tritt sein skrupelloser Partner Detective Flass es mit Füßen.

„Gordons Haar ist sicher viel zu früh grau geworden“, sagt der gefeierte Schauspieler Gary Oldman, der in Filmen wie „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ (Harry Potter und der Gefangene von Askaban), „Hannibal“ (Hannibal), „Air Force One“ (Air Force One), „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stokers Dracula) und „JFK“ (John F. Kennedy – Tatort Dallas) weit weniger aufrichtige Typen als Gordon gespielt hat. „Heutzutage ist es schwierig, integer zu bleiben – egal, in welcher Branche man tätig ist. Als Polizist in Gotham City würde jeder graue Haare bekommen. Ich finde es schön, dass Gordon so durch und durch ehrlich und aufrichtig ist. Ich spiele gerne mal den einzigen Apfel, der nicht faul ist.“

„Gary hat noch nie einen derart anständigen Typen dargestellt“, stellt Nolan fest. „Aber er ist nun mal ein Chamäleon und eignet sich Gordons Rolle völlig an. Die sprichwörtliche Güte dieses Mannes ist von der ersten Szene an deutlich spürbar.“

„Garys Darstellung trifft genau Gordons entscheidende Charaktermerkmale, wie wir sie aus den Comic-Heften kennen“, fügt Produzentin Emma Thomas hinzu. „Er sieht zum Beispiel genauso aus wie Gordon in ,Batman: Year One‘. Und man spürt, dass er es satt hat, beim Kampf gegen das Verbrechen auf derart verlorenem Posten zu stehen, weil er ja auch seine korrupten Kollegen gegen sich hat.“

Oldman übernahm Gordons Markenzeichen, Schnurrbart und Brille, für seine Darstellung und spricht auf Nolans Bitte seine Dialoge mit amerikanischem Akzent ohne besondere regionale Färbung. „Chris wollte, dass ich so weit wie irgend möglich wie der Gordon aus den Comic-Heften aussehe. Aber man soll an seiner Sprache nicht hören können, dass er aus einer spezifischen Region stammt“, sagt Oldman. Und über Gordons Weltschmerz witzelt er: „Ich habe einfach den Jetlag raushängen lassen.“ Damit spielt er auf die zahlreichen Flüge zwischen seinem Wohnort Los Angeles und den Drehorten Chicago und London an.

Anfangs weiß Gordon nicht genau, ob er Batman trauen kann. Aber schließlich schließen die beiden ein heimliches Bündnis. „Als Batman auftaucht, wirkt er auf Gordon wie eine Energiespritze: Der Cop schöpft neue Hoffnung“, sagt Oldman. „Natürlich merkt er, wie unberechenbar Batman ist, doch sein Herz sitzt auf dem rechten Fleck. Sie haben ein gemeinsames Ziel, und beide schaffen es, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren.“

Den diametralen Gegensatz zu Gordons Anständigkeit bildet der raffgierige Chefmanager von Wayne Enterprises, Richard Earle. Nach dem Tod von Thomas Wayne und Bruces Verschwinden hat Earle die Führung der Firma übernommen und die menschenfreundlich-idealistische Geschäftsphilosophie der Waynes ins Gegenteil verkehrt: Inzwischen ist die Firma groß in die Waffenproduktion eingestiegen.

„Earle ist äußerst ehrgeizig und aggressiv – für mich ist er eine Kombination aus Donald Trump und Bill Gates“, sagt Rutger Hauer, dessen Markenzeichen legendäre Bösewichte in Filmen wie „Blade Runner“ (Der Blade Runner) und „The Hitcher“ (Hitcher – Der Highwaykiller) sind. Aktuell war er in „Sin City“ (Sin City) und „Confessions of a Dangerous Mind“ (Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind) zu sehen. „Earle hat klare Zielvorstellungen für die Firma, was seine Angestellten in zwei Lager spaltet: Manche arbeiten gut mit ihm zusammen, andere nicht.“

Lucius Fox war ein enger Freund von Thomas Wayne, und er ist nicht wie Earle der Meinung, Bilanzen seien wichtiger als gute Vorsätze. Wayne bereitet den Börsengang von Wayne Enterprises vor und entfernt Fox kurzerhand aus seiner einflussreichen Position im Vorstand – stattdessen wird ihm nun die Leitung der Firmenabteilung für angewandte Wissenschaften übertragen.

„Wenn Fox und Earle aufeinander treffen, ist das, als ob man zwei Stücke Schmirgelpapier gegeneinander reibt“, stellt Morgan Freeman fest, der für seinen Auftritt in Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ (Million Dollar Baby) den Oscar gewann und mit seinen Rollen in „The Shawshank Redemption“ (Die Verurteilten), „Driving Miss Daisy“ (Miss Daisy und ihr Chauffeur) und „Street Smart“ (Glitzernder Asphalt) jeweils für den Oscar nominiert wurde. „Ich sehe Fox nicht als besonders ehrgeizig, er ist kein Kämpfer. Aber er ist ein sehr kluger, gebildeter Mann. Earle muss Fox unbedingt loswerden, kann ihn allerdings nicht einfach feuern – dazu weiß Fox zuviel. Er muss ihn kaltstellen, um ihn weiter im Auge zu behalten. Also degradiert er ihn zum Lagerverwalter für wunderbare Spielzeuge.“

Die Abteilung für angewandte Wissenschaften dient der Entwicklung und Produktion von High-Tech-Material-Prototypen, neuen Waffen und sonstigem militärischen Gerät. Als Bruce Wayne nach Gotham zurückkehrt und die Ausrüstung für Batman zusammenstellt, findet er in Fox einen Verbündeten, der ihm Zugang zu den Ressourcen seiner Abteilung ermöglicht. Bruce experimentiert also mit unterschiedlichen Waffenprototypen, die Fox ihm zeigt – von einer Körperrüstung für Kampfeinsätze bis zu einem robusten, panzerähnlichen Gefährt mit dem Spitznamen „Tumbler“.

„Die beiden verstehen sich gut, denn Fox begreift, dass Bruce jetzt so weit ist, die Leitung der Firma zu übernehmen und sie wieder zur alten Größe zurückzuführen“, sagt Freeman, der zugibt, dass er mit dem technischen Know-how seiner Rolle überfordert ist: „Mit technischen Dingen kann ich nichts anfangen. Ich habe mir zwar schon früh einen PC angeschafft, aber ich kann heute noch keine Diskette initialisieren. Für mich ist das Fachchinesisch.“

In den Comic-Heften taucht Lucius Fox als Nebenfigur auf. Die Drehbuchautoren Christopher Nolan und David Goyer entwickelten Lucius Fox als neue Hauptfigur speziell für „Batman Begins“. „Wir wollen Bruces Zusammenstellung seiner Ausrüstung mit seinem Anliegen verbinden, das Erbe seines Vaters zurückzufordern und die Geschicke von Wayne Enterprises in positivere Bahnen zu lenken“, erklärt Nolan. „Lucius Fox hilft Bruce bei seinem Plan, Batman zu werden, obwohl er gar nicht genau weiß, was Bruce eigentlich vorhat. Die beiden verständigen sich wunderbar auch ohne viele Worte.“

Während Bruce Wayne seine größten Ängste in den Griff bekommt und sie in positive Energie ummünzt, spielt Dr. Jonathan Crane mit der Angst, um sich dadurch zu bereichern. Dem renommierten jungen Psychiater sind die Häftlinge in Gothams Arkham-Sanatorium anvertraut, an denen er Ängste und Phobien studiert. Er hat ein Toxin entwickelt, mit dem er die Urängste seiner Patienten aktivieren kann. Und mit seinem Alter Ego, dem fürchterlich maskierten Scarecrow, setzt er Terror und Paranoia gegen sie ein.

„Crane ist überzeugt, dass der Verstand alles beherrscht, und er seinerseits will den Verstand beherrschen“, sagt Roven.

„Crane hat offensichtlich bereits als sehr junger Mann eine Menge erreicht, und er tritt sehr arrogant auf“, sagt Schauspieler Cillian Murphy, der sich unter anderem mit einer Hauptrolle in Danny Boyles originellem Science-Fiction-Thriller „28 Days Later“ (28 Days Later) einen Namen gemacht hat. „Von der Statur her macht Crane keinen besonderen Eindruck – dieses Defizit gleicht er durch seine Intelligenz und sein Angst-Toxin aus. Im Grunde will er sich dafür rächen, dass er als Junge gehänselt wurde. Er geilt sich daran auf, andere Menschen zu einem vor Angst erstarrten Häufchen Elend zu reduzieren, wie er selbst es einst war.“

„Wir merkten, dass Cranes Drang, andere durch Angst zu manipulieren, eine höchst interessante Parallele zu Bruces Entwicklung in Richtung Batman darstellt“, sagt Nolan, der mit Goyer gemeinsam eine Verbindung zwischen Crane, der erstmals 1941 in World’s Finest Comics No. 3 auftauchte, und dem in der Batman-Mythologie so bedeutenden Arkham-Sanatorium herstellte.

Obwohl Crane und sein Alter Ego Scarecrow in Batmans Comic-Heft-Welt eine wichtige Rolle spielen, sind sie noch nie in einem Film aufgetaucht. „Ich habe mich gern der Herausforderung gestellt, Cranes Verwandlung in Scarecrow darzustellen“, sagt Murphy, der alle Batman-Hefte mit Scarecrows Auftritten las, nachdem er die Rolle ergattert hatte.

„Cillian zeigt eine ausgesucht gruselige, wahrhaft haarsträubende Darstellung des Crane“, sagt Thomas. „Er beherrscht die Leinwand, und vor allem seine Augen lassen uns kalte Schauer über den Rücken laufen. Mit diesem Typ möchte ich wirklich nicht in ein Zimmer gesperrt werden!“

Crane steckt mit Carmine Falcone unter einer Decke – Falcone ist der berüchtigtste Unterweltboss in Gotham City, und der willfährige Psychiater stellt regelmäßig Gutachten aus, die Falcones Gangster als unzurechnungsfähig einstufen – so verhindern die beiden die strafrechtliche Verfolgung ihrer Helfershelfer durch den Staatsanwalt.

„Falcone ist der Inbegriff der Korruption in Gotham“, sagt Tom Wilkinson, der aktuell in den für den Oscar nominierten Filmen „In the Bedroom“ (In the Bedroom) und „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ (Vergiss mein nicht) zu sehen war. „Die Polizei tanzt nach seiner Pfeife, genau wie die Politiker und die Richter. Er ist der erste Bösewicht, an dem der gerade flügge gewordene Batman ein Exempel statuieren will.“

Doch trotz der sorgfältig ausgesuchten Verbündeten, trotz der jahrelangen Vorbereitung und seinem umfangreichen, technischen hochgerüsteten Waffenarsenal fällt es Batman nicht leicht, einen so mächtigen Mann wie Falcone zu Fall zu bringen…

… von den noch gefährlicheren, unheimlichen Drahtziehern ganz zu schweigen, die Gotham City zugrunde richten.

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