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Bruce Waynes Welt

Er mistet eine Stadt aus, die gern in ihrem Dreck lebt.
Das schafft er nicht allein...

– Batman: Year One

Bei der Besetzung von „Batman Begins“ achtete Christopher Nolan wie bei allen anderen Aspekten darauf, weder die Monumentalität noch den Realismus des Films aus den Augen zu verlieren. „Wir schauten uns die unglaubliche Besetzung von Richard Donners ,Superman‘ von 1978 an“, sagt Nolan. „Er hatte Marlon Brando, Gene Hackman, Ned Beatty und jede Menge weiterer großartiger Schauspieler in den Nebenrollen. So ähnlich sind wir bei unserer Besetzung auch vorgegangen: Unser Ensemble wunderbarer Darsteller vertieft die komplexen Rollen, die Bruce Waynes Welt umso glaubwürdiger gestalten.“

Der wichtigste Mensch in Bruce Waynes Leben ist Alfred Pennyworth, der Butler der Wayne-Familie, der nach dem Tod der Eltern als Vormund des jungen Bruce fungiert. Obwohl Bruce in seiner blinden Wut selbstzerstörerische Tendenzen hat, hält Alfred unbeirrbar zu ihm und hilft ihm schließlich, das entsprechende Umfeld zu schaffen, in dem er sich in eine lebende Waffe für den Kampf gegen das Unrecht verwandeln kann.

„Alfred trägt die Verantwortung, den außergewöhnlichsten Spross einer ganzen Generation aufzuziehen“, sagt Nolan. „Er unterstützt ihn sogar bei seinen entscheidenden, aber schrecklichen Aktionen, die kein Vater seinem Sohn erlauben würde.“

„Wir suchten einen Schauspieler, der die Rolle mit Humor und Herz spielen kann, ohne eine gewisse Ernsthaftigkeit zu vernachlässigen“, sagt Produzentin Emma Thomas. „Das schafft nur einer.“

„Alfred bildet die einzige Konstante in Bruces Leben. Nur er allein hält immer zu ihm“, sagt der renommierte Schauspieler Michael Caine, der für seine Leistungen in „The Cider House Rules“ (Gottes Werk und Teufels Beitrag) und „Hannah and Her Sisters“ (Hannah und ihre Schwestern) jeweils den Oscar gewann und 2003 für „The Quiet American“ (Der stille Amerikaner) ein weiteres Mal nominiert wurde. „Außerdem fungiert Alfred als Bruce Waynes moralischer Kompass. Batman balanciert auf einem sehr schmalen Grat zwischen sich selbst und den von ihm gejagten Verbrechern – er muss also einen strikten moralischen Kodex befolgen. Alfred hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, vor allem, wenn er findet, dass Bruce es zu weit getrieben hat. Man darf Batmans Aufgabe nicht persönlich nehmen; wer das tut, begeht einfach nur Selbstjustiz.“

„Die Beziehung der beiden ist sehr komisch, aber sie rührt mich auch“, sagt Bale. „Sie vertrauen einander völlig. Weil sie sich so nahe stehen, nehmen sie kein Blatt vor den Mund, denn sie wissen, dass auch der heftigste Streit sie nicht trennen kann.“

„Christian zeigt eine wunderbare Leistung, er ist ein hervorragender Batman“, sagt Caine, der sich von Nolans und Goyers Drehbuch überzeugen ließ und vor allem ihre Betonung der menschlichen Seite der Figuren schätzt. „Mir gefällt, wie Batman sich aus einem ganz normalen Menschen entwickelt“, erklärt Caine. „Wenn er eine kugelsichere Haut hätte – wo bliebe da die Spannung? Ein echter Mensch gerät in echte Gefahren, das macht die Sache spannend. Deshalb wollte ich dabeisein.“

Bruce Wayne verlässt Gotham, um in der weiten Welt einen Weg zu finden, jene Mittel zu entwickeln, mit denen er den kriminellen Sumpf in Gotham City trocken legen kann. Dabei taucht er selbst tief in die Unterwelt ein – ein riskantes und brutales Experiment, das seine Widerstandskräfte stärkt. Aber letztlich landet er in einem Gefängnis in Bhutan.

Dort, am Ende der Welt, findet er den Pfad, der sein Schicksal bestimmen wird. Ein Mann namens Ducard spricht ihn an, ein Gefährte und Vertreter von Ra’s al Ghul, dem undurchsichtigen Führer einer mächtigen Selbstjustiz-Organisation namens Schattenliga.

„Ra’s al Ghul ist ein sehr geheimnisvoller und komplizierter Mensch“, sagt Ken Watanabe, der 2004 mit seiner Leistung in dem gefeierten „The Last Samurai“ (Last Samurai) für den Oscar nominiert wurde. „Er ist sehr beherrscht und ruhig, aber extrem mächtig. Ich empfinde ihn als schlafenden Vulkan.“

Wie Ra’s al Ghul vertritt auch Ducard das Ideal natürlicher Gerechtigkeit, die „das Recht als ausbalanciertes Gleichgewicht“ definiert. Und die Schattenliga unternimmt alle erforderlichen Schritte, um dieses angestrebte Gleichgewicht herzustellen. Mit seiner unerbittlichen Disziplin wird Ducard Bruces Mentor, er bringt ihm unterschiedliche geistige und körperliche Techniken bei, legt aber auch Wert auf bühnenwirksame Auftritte und Täuschungsmanöver.

„Ducard hat sich einem Ideal verschrieben – so möchte er die Welt gestalten. In Bruce Wayne erkennt er die Möglichkeit, dieses ehrgeizige Projekt in die Tat umzusetzen“, sagt Liam Neeson, der gefeierte Star aus „Kingdom of Heaven“ (Königreich der Himmel), „Kinsey“ (Kinsey) und „Star Wars: Episode I – The Phantom Menace“ (Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung). Mit seiner Leistung in Steven Spielbergs Holocaust-Drama „Schindler’s List“ (Schindlers Liste) wurde er für den Oscar nominiert. „Ducard erinnert mich ein wenig an Ignatius von Loyola aus dem 15. Jahrhundert, der den Jesuitenorden gegründet hat“, sagt Neeson. „Ignatius war ein allseits bekannter Playboy und Trunkenbold, bevor er sich zu einem unglaublich disziplinierten Mann und Heiligen wandelte. Ich bewundere ihn sehr – er war ein außergewöhnlicher Zuchtmeister auf der Suche nach natürlicher Gerechtigkeit in unserer Welt. Damit wollte er der Menschheit helfen.“

Bei Bruces Ausbildung legt Ducard vor allem Wert darauf, dass sein Schüler seinen Zorn zügeln lernt und sich mental auf seine Urängste konzentriert. „Ducard weiß genau, was Bruce Wayne durchmacht, denn auch er hat eine ihm nahe stehende Person verloren, was ihn seinerseits nach seiner spirituellen Bestimmung suchen ließ“, sagt Neeson. „Er ist überzeugt, dass wir in uns selbst hineinschauen müssen, um unsere finsteren Seiten ebenso wie die guten zu analysieren – erst wenn es uns gelingt, beide Seiten in Einklang zu bringen, können wir als Menschen unser gesamtes Potenzial ausschöpfen.“

„Liam spielt diese Rolle mit unglaublicher Autorität“, sagt Roven. „Es gelingt ihm, die Figur außergewöhnlich vertrauenswürdig anzulegen – er überzeugt uns voll und ganz mit seiner Sicht der Welt. Wenn Ducard Bruce auffordert, als ,Tatmensch‘ aufzutreten, dann spüren wir, dass auch er ein Mann der Tat ist. Ducard würde nichts von Bruce verlangen, was er nicht auch selbst tun würde.“

Ebenso wie Caine ließ sich auch Neeson von dem Realismus und der Dynamik des Drehbuchs überzeugen, aber besonders freute er sich auf die Arbeit mit Nolan. „Er ist ein sehr lakonischer Mensch, man würde nicht glauben, dass er schon Jahre voller harter, engagierter Arbeit vorzuweisen hat – ähnlich wie Ducard“, sagt er.

Während Ducard und Ra’s al Ghul Bruce Waynes Weg in die Zukunft ebnen, stellt Rachel Dawes seine Verbindung zur Vergangenheit dar: Sie ist die Tochter der Haushälterin in der Wayne-Villa – in ihren Kindertagen war sie seine engste Freundin. Während Bruce durch die Welt reist, tritt Rachel ihre Stelle als Assistentin des Staatsanwalts in Gotham an, um auf diese Weise gegen die allgegenwärtige Kriminalität zu kämpfen, die die Stadt lähmt. Doch diese Aufgabe erweist sich als zunehmend schwieriger und extrem frustrierend, denn die wild wuchernde Korruption unterwandert in Gotham auch die Polizei, die Justiz und die politische Szene.

Nach dem Tod seiner Eltern haben Bruce und Rachel sich nur noch selten gesehen, weil Bruces Rachedurst selbstzerstörerische Züge annahm. Doch es gelingt Rachel immerhin, ihm den entscheidenden Unterschied zwischen Rache und Recht klarzumachen. „Beim Recht geht es um Ausgleich und Harmonie“, warnt sie ihn. „Bei der Rache geht es nur um deine eigenen Gefühle.“

„Rachel erinnert Bruce daran, was sein Vater ihm vorgelebt hat: Bruce muss die philanthropische Tradition seiner Familie fortführen. Rachel ermahnt ihn, seinem Leben einen Sinn zu geben“, sagt Thomas.

„Ich finde Rachel vor allem deswegen so sympathisch, weil sie Ideale hat“, sagt die beliebte Schauspielerin Katie Holmes, die mit ihrer Hauptrolle in der erfolgreichen TV-Serie „Dawson’s Creek“ (Dawson’s Creek) zum Star aufstieg und sich inzwischen mit Spielfilmen wie „Wonder Boys“ (Wonder Boys), „Phone Booth“ (Nicht auflegen!), „Pieces of April“ (Pieces of April – Ein Tag mit April Burns) und „The Ice Storm“ (Der Eissturm) auch auf der Leinwand etabliert hat. „Einmal sagt sie zu Bruce: ,Dein Innenleben spielt keine Rolle – du definierst dich durch deine Taten.‘ Damit definiert sie ihrerseits, wofür sie selbst eintritt. Sie möchte die Welt verbessern helfen, die Menschen unterstützen, ihre Stadt retten. Für fadenscheinige Ausreden hat sie keine Zeit.“

Obwohl Bruce bereits dabei ist, seine eigene wirkungsvolle Methode im Kampf gegen das Verbrechen in Gotham zu entwickeln, muss er Rachel zunächst sein „öffentliches“ Image als Bruce Wayne vorspielen: den oberflächlichen Playboy, der offenbar gar nicht zur Kenntnis nimmt, wie die Stadt vor die Hunde geht – von tatkräftigem Engagement ganz zu schweigen.

„Nach Bruce Waynes Entscheidung, sich in Batman zu verwandeln, ist es nur konsequent, dass er auf Rachel bewusst einen schlechten Eindruck machen muss“, sagt Nolan. „Sie ist davon überzeugt, dass überragende Fähigkeiten in ihm stecken, aber sie kann natürlich nicht ahnen, dass er diese Fähigkeiten bereits in die Tat umsetzt. In ihren Augen erscheint er als ein Mensch, der seine Talente vernachlässigt. Das kann sie einfach nicht mit ansehen.“

„Rachel macht Bruce schwere Vorwürfe“, gibt Holmes zu. „Sie begreift einfach nicht, wieso ihr bester Freund so gleichgültig auf die wachsende Kriminalität und Korruption in Gotham City reagiert. Sie kennt Bruce gut und schätzt ihn sehr. Aber wenn jemand seine Fähigkeiten derart ignoriert, enttäuscht sie das sehr – das ist schwer zu schlucken.“

Als Bruce begreift, dass er sein wahres Ich gerade jener Person nicht offenbaren darf, die ihm neben Alfred am nächsten steht, bricht es ihm fast das Herz. Laut Nolan erfanden er und Goyer die Rachel – die einzige Hauptfigur in „Batman Begins“, die in der Comic-Mythologie nicht vorkommt – „als Repräsentantin jenes Lebens, das Bruce Wayne führen könnte, wenn er nicht in sein persönliches Schicksal verstrickt wäre, wenn er nicht ein düsteres Alter Ego erschaffen müsste, mit dem er den Menschen helfen kann.“

„Das Besondere an ihrer Beziehung ist die Tatsache, dass Rachel sich nicht in Batman verliebt“, stellt Chuck Roven fest. „Denn sie liebt Bruce schon seit ihren Kindertagen. Und obwohl sie von seiner angeblichen Entwicklung aktuell sehr enttäuscht ist, glaubt sie weiterhin unbeirrbar an das in ihm schlummernde Potenzial.“

„Die Arbeit an diesem Film gehört zu meinen besten Erfahrungen überhaupt“, freut sich Holmes. „Wann hat man schon die Gelegenheit, sich mit Gary Oldman, Christian Bale oder Michael Caine zu unterhalten, von der Arbeit mit ihnen ganz zu schweigen? Anfangs war ich sehr nervös, aber gleichzeitig absolut begeistert.“

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