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Gotham People

Batman Begins

Die Fledermaus ist zurück aus der Hölle

DIE FLEDERMAUS IST ZURÜCK AUS DER HÖLLE

Der einzige Hauptdarsteller am Set des neuen BATMAN-Films, der kein Namensschild an seinen Trailer hat, ist Batman selbst: Schauspieler Christian Bale. Michael Caine, der Batmans treuen Butler Alfred spielt, hat ein Namensschild, genauso wie Katie Holmes, die Bruce Waynes Freundin Rachel Dodson spielt. Aber was ist mit Bale? Wenn man ihn sucht, sollte man es vielleicht an der Tür mit dem Schild BRUCE WAYNE versuchen. Wenn sich das nach einem peniblen Method-Schauspieler anhört, nun, so ist es auch. Aber so kommt Bale nicht rüber. Zwischen den Takes einer Szene im dunklen, monströsen Batcave – errichtet in den Shepperton Studios, außerhalb Londons und komplett ausgestattet mit Lagune, Wasserfall und unterirdischer Junggesellenwohnung – versucht Holmes, Bale (30) zu einer Probe zu bewegen. „Ist Sergeant Gordon dein Freund?“ zitiert sie eine Zeile aus dem Script. „Ja“, antwortet ein vollkostümierter Bale mit seiner tiefen, eisigen Baritonstimme. „Er ist sehr warm, sehr beruhigend. Ich mag es gehalten zu werden”, schätzt Holmes ihren Kollegen. Während ihm neues Make-up aufgetragen wird, summt Bale vor sich hin. „Der nächste wird ein Musical?“ fragt der Make-up-Artist. Bale grinst: „Ja, und sie werden es ‚Batman!“ nennen, mit einem Ausrufezeichen.”

Nunja, schauen wir erstmal wie gut es mit diesem Film laufen wird. Denn dieses Comic-Franchise hat immerhin eine sehr kontroverse Vergangenheit hinter sich. Das neue Kapitel, dass im Juni 2005 auf den großen Leinwänden gezeigt wird, nennt sich „Batman Begins“ – wahrscheinlich weil „Batman war letztes mal so unsäglich das wir von vorne beginnen“ zu umständlich klang. Nach dem kulturellen Phänomen, dass Tim Burtons opernhaftes Original von 1989 auslöste, 251 Millionen Dollar in die Kinokassen spülte und noch mehr durch den Verkauf von Caps und Prince-Singles einbrachte, stürzte die Serie nach drei Fortsetzungen 1997 mit dem disaströsen „Batman & Robin“, mit in einem Gummianzug gestopften und mit Gumminippeln ausgestatteten George Clooney, in ihren Tiefpunkt. Aber nun herrscht wieder Freude über das Warner Bros. Franchise, und das nur wegen dem 33-jährigen Regisseur, der Engländer Christopher Nolan, dem Macher von „Memento“. „Batman ist ein absolutes Kultsymbol, einer dieser großartigen Figuren der Pop-Kultur”, meint Nolan. „Aber es muss einen Grund geben, diesen Film gegensätzlich zu Tim Burtons Version wirken zu lassen, anstatt sich an ihm zu bedienen.” Den walisischen Independet-Schauspieler Bale („American Psycho“) zu engagieren, war schon mal ein guter Anfang – besonders nach diesem übermäßigen Staraufgebot (Uma Thurman, Arnold Schwarzenegger), das die letzten Batman-Fortsetzungen aufmotzte.

Man könnte meinen, dass die Warner Brüder die Würfel entscheiden liesen, als es darum ging einem Mann, der nie zuvor einen Action-Film gedreht hat, einen 150 Millionen Dollar teuren Sommer-Blockbuster anzuvertrauen. Aber das eigentliche Risiko ist nicht Nolan. Es ist Batman. Vor sieben Jahren flachte das Interesse der Kinobesucher an der Figur ab. Selbst Nolan ist sich nicht sicher, ob nun schon genug Zeit ins Land ging und das Publikum bereit dazu ist sich von einem neuen Batman begeistern zu lassen. „Aber ich weiß, dass ich es bin.”, meint er lachend. So auch das Studio. Als Alan Horn vor vier Jahren Warner Brothers übernahm „war eine seiner Veranlassungen, Batman da raus zu holen”, sagt Produktionspräsident Jeff Rabinov. „Aber es braucht Zeit die richtige Person zu finden, die das Franchise neu definiert.” Nolan bekam den Zuschlag, mit dem Versprechen die letzten Fortsetzungen vergessen zu machen und Batman zu seinen Wurzeln, seinem dramatischen Charakter, zurückzuführen.

So ausgiebig die „Batman“-Legende in Film und Fernsehen auch erzählt wurde, ein Kapitel wurde nie ausführlich beleuchtet: das Erste. Als kleiner Junge muss Bruce Wayne mit ansehen wie seine Eltern vor seinen Augen ermordet werden und widmet sein Leben von da an dem Gedanken sie zu rächen. Aber wie und warum wurde er zu Batman? Woher kommt der Anzug und der Umhang (Burtons Filme liesen diese Fragen offen)? Oder, wie Nolan meint: „Wie bekam dieser Kerl, der keinerlei Superkräfte hat, diese Fähigkeiten? Er lebt in der realen Welt – es ist zwar eine Art New York auf Steroide, aber es ist unsereWelt.” Nolan studierte die 65-jährige Geschichte der Comics und kam so zu seiner Story: Nach langer Zeit im Exil kehrt der 25-jährige Bruce Wayne nach Gotham City zurück um es mit dem Verbrechen aufzunehmen. Das mit Militäraufträgen beschäftigte Familien-Unternehmen, Wayne Enterprises, wurde von Gesellschaftern übernommen, die die ambitioniertesten Erfindungen – und deren Entwickler, Lucius Fox (Morgan Freeman) – aufs Abstellgleis verwiesen. Wayne freundet sich mit Fox an und benutzt seine Entwicklungen um sein Alter Ego aufzubauen. Und das keinen Moment zu früh, denn natürlich gibt es einen Schurken namens Scarecrow (Cillian Murphy aus „28 Days Later“), der versessen darauf ist, alle Einwohner Gothams zu vergiften.

Es ist ein Comic-Märchen, aber Nolan verspricht das „Batman Begins“, in dem auch Stars wie Liam Neeson und Gary Oldman aufmarschieren, nie wie eine Comic-Verfilmung aussehen wird. Im Gegensatz zu den Gothic-Phantasien der Burton-Kreation setzt Nolan auf einen mutigen, städtischen Realismus. In einem umgebauten Flugzeug-Hangar, eine Stunde von London entfernt, hat seine Crew einen ganzen Häuserblock Gothams errichten lassen, angelehnt an den Elendsvierteln von Kowloon in Hong Kong, die 1994 abgerissen wurden. Aber den Anfang seiner Vision macht das Batmobil, sagt der Regisseur. Letztes Jahr traf sich Nolan in seiner Garage mit Produktionsdesigner Nathan Crowley, und erarbeiteten ein Design, dass für die Story Sinn machen würde. Was dabei herauskam war ein entscheidender Ansatz. Das Heck des Fahrzeugs ist mit vier 44-inch Humvee-Reifen ausgestattet und der Front-Teil ist mit Panzerplatten abgedeckt. Es sieht aus wie etwas das Pablo Picasso zu einer Monster-Truck Ralley gefahren hätte – ein muskulöses Auto für eine gequälte Seele. Perfekt für Batman.

Das Batmobil mag der erste Schritt gewesen sein, aber am Set wird nichts mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Batsuit. Wann immer Bale im Kostüm steckt, kümmern sich zwei Leute darum ihn von Schmutz zu befreien, und eine Person soll sicherstellen, dass das Cape keine großen Falten wirft. Auf einem umgebauten Parkplatz bei Shepperton hat die Crew ein ganzes Dorf aus Trailern errichtet, genannt Cape Town, wo Chemiker und Kostümbildner Neopren- und Schaumstoff-Batsuits am Fließband herstellen. Im Film ist der Anzug erst durchsichtig: er ist eine militärische Entwicklung, komplett mit Körperpanzerung und muskelaufbauenden Geräten. Um es zu tarnen, sprüht es Wayne schwarz an. „Chris wollte einen schweren, matten Anstrich – weder glänzend noch schillernd”, sagt Kostümdesignerin Lindy Hemming. „Wir wollten uns nicht von der klassischen Silhouette entfernen, aber wir wollten auch nicht zu sehr in die homoerotische Richtung gehen”. Verstanden: keine Nippel.

An diesem Tag musste Bale neun Stunden im Batsuit verbringen und sein Hirn fängt an zu kochen. Aber er behält seinen Sinn für Humor. Nach einer Aufnahme instruiert ihn Nolan einen Satz mit mehr Intensität zu sprechen. Bale antwortet mit einem Zitat aus dem Film „This is Spinal Tap“: „Wie viel mehr Batman kannst du bekommen? Die Antwort ist: keinen. Kein bisschen mehr Batman”. Nachdem Bale aus dem Anzug befreit wurde, steckt er seine Nase in ein Tuch  mit Olbas-Öl, einem Schweizer Heilmittel gegen Kopfschmerzen. „Das ist wohl der bekannteste Film, den ich wahrscheinlich je machen werde”, meint Bale während er einen Zug von seiner selbstgedrehten Zigarette nimmt. „Und manchmal wird bei einem so großen Film jede Aufnahme zu einem Erlebnis. Du kannst sehr leicht jegliche Art von Intimität verlieren. Aber man kommt sich hier richtig aufgehoben vor, denn im Mittelpunkt dieser gigantischen Produktion ist Chris Nolan.”

Und wenn „Batman“ wieder von vorne beginnen wird, hängt alles vom Mann an der Spitze ab.

David Goyer:

„BATMAN KANN EIGENTLICH JEDER SEIN“

Ein Interview mit Batman Begins-Drehbuchautor David Goyer

„Ich habe schon immer davon geträumt einen Batman-Film machen zu dürfen. Schon als kleiner Junge sagte ich meiner Mutter: ‚ Wenn ich groß bin, werde ich Filme drehen und werde einen Batman-Film machen.’ Ich war dann etwas enttäuscht als die vorherigen Batman-Filme raus kamen und ich mir dachte ‚Na dann, das war’s mit meinem Traum’. So war dies nun die Möglichkeit auf die ich schon immer gewartet hatte. Es war nicht nur eine gewaltige Ehre das man mich gefragt hat, sondern speziell das es Chris Nolan war der mich deswegen ansprach. Ich glaube, dass Chris einer unserer größten Filmemacher ist. Manchmal ist es schon witzig wie sich manche Sachen entwickeln – du würdest für etwas sterben und dann bekommst du dazu die Möglichkeit.“

„Die Arbeit an dem Projekt war eine ziemlich schizophrene Erfahrung. Einerseits war ich ein Profi, der sich mit Chris Nolan, Warner Bros. und DC Comics traf, und andererseits war ich einfach nur dieser Fan, dieser Geek, dieses Kind, dass Comics las als es erwachsen wurde. Ich pendelte zwischen diesen beiden Persönlichkeiten hin und her, weil es wirklich mein Traumprojekt ist. Es ist wirklich der Batman-Film den ich gerne als Kind gesehen hätte – er hat alles was ich immer schon in einem Batman-Film sehen wollte. Und es ist wirklich eine Auszeichnung, wenn beide – also Warner Bros. und DC – sehr mit dem Zufrieden sind, was wir auf die Beine gestellt haben.“

„Was diesen Film von anderen Superhelden-Filmen unterscheidet, ist, dass Batman eine völlig glaubwürdige Figur ist. Es gibt in dem Film keinerlei übernatürliche Kräfte. Es gibt keine Mutanten oder Figuren von anderen Planeten. Es spielt in der realen Welt. Und deswegen glaube ich, dass das Publikum einen schnelleren Zugang zu dem Film bekommt. Du könntest nie Superman sein, du könntest nie der unglaubliche Hulk sein, aber jeder könnte zu Batman werden – du müsstest zwar dafür Milliarden an Dollar erben um an all diese Gerätschaften zu kommen, aber es wäre trotzdem möglich. Wenn wir hart genug an uns arbeiten, hart genug trainieren, dann könnte man vielleicht Batman werden.“

„Das großartige an der Story ist, dass sie bisher noch nicht erzählt wurde. Noch nicht mal in den Comics. Das einzige was nah rankommt, ist eine Story namens Batman: Year One, welche nach Bruce Waynes Rückkehr nach Gotham City spielt. Es gibt aber diese Lücke von ungefähr sieben Jahren nach denen er Gotham verlies – und das wurde nie erzählt. So hatten wir die Möglichkeit etwas völlig Neues und völlig Anderes zu schaffen. Das reizte mich und Chris, und anscheinend reizte es auch DC und Warner Bros.“

Batmobile Begins

BATMOBILE BEGINS

Produktions-Designer Nathan Crowley über die Entwicklung des Batmobils

„Ich arbeitete schon zuvor mit Chris. Er rief mich an und meinte, er wäre zusammen mit David Goyer in einer frühen Schreibphase für Batman und fragte mich, ob ich dazukommen möchte und das Batmobil designen möchte. Wir errichteten ein Art Department in Chris Garage. Dazu richteten wir eine kleine Maschinenhalle ein und begannen damit mit allem was uns in die Finger kam, Automodelle zu basteln. Es gab nur mich und Chris, er schrieb an seinem Drehbuch und kam dann in die Garage und ich saß da mit meinen Auto-Konzepten, und mit Klebstoff besudelt. Wir kreierten in ca. 8 Wochen ungefähr fünf oder sechs Versionen des Batmobils.“

„Eigentlich sollte ich nur das Fahrzeug aussortieren, und dann konnte ich einfach nicht mehr aufhören. Wir entschieden uns dafür, dass während Chris am Drehbuch schreibt, ich bekannte Schlüsselelemente des Films gestalte, um ihm damit beim Schreiben zu helfen. Es war eine wirkliche Freude am Design zu arbeiten während Chris das Drehbuch schrieb. Diesen Input und solch ein Feedback zu bekommen war magisch. Ich war noch nie zuvor so früh in ein Projekt involviert, für das ich konzeptionelle Dinge entwerfen soll.

„Als Production Designer arbeitet man normalerweise mit einer Armee an Leuten, so dass man selten dazu kommt sich selbst einzubringen – was sehr frustrierend sein kann. Die meiste Zeit verbringt man damit, andere Leute anzuweisen. Deswegen war es eine Freude das Model alleine zu bauen und zu illustrieren, genauso wie das Entwerfen der ganzen Dinge für die man sonst nie genug Zeit aufbringen kann. Besonders bei solch großen Filmen ist man üblicherweise voll beschäftigt, da es ein enormer Aufwand ist, die Maschinerie am Laufen zu halten. Deswegen war es sehr wichtig, diese Zeit für den Kreationsprozess nutzen zu können. Letztendlich waren es drei fantastische Monate. Damit hätte ich vorher sich nicht gerechnet.“

Katie Holmes:

„ICH HABE MICH IN DAS BATMOBIL VERLIEBT“

Während der Produktionszeit von ‚BATMAN BEGINS‘ war nicht viel über Katie Holmes Filmrolle der Rachel Dawes bekannt. Ihre Figur hat ihren Ursprung nicht aus den Comics und das einzige was man von ihr wußte, war, dass sie mit Bruce Wayne befreundet ist und mit ihm aufwuchs.Latino Review versuchte ein paar Details mehr aus der Jungdarstellerin herauszukitzeln.

„Es ist eher eine Sprechrolle,“ sagt sie. „Ich mache keine Stunts. Ich bin nicht eine von diesen Mädels. Ich mag es wirklich sehr einfach.“

Gerade ist Katie in große Special Effects-Aufnahmen verwickelt. „Ich finde es eigentlich eine größere Herausforderung bei solch einem großen Effects-Film, weil hier bestimmte Dinge gar nicht zu sehen sind, also musst du dem Regisseur einfach vertrauen. Du reagierst praktisch auf etwas, was gar nicht da ist. Und bei diesem besonderen Projekt ist die Besetzung auch noch sehr einschüchternd. Aber Chris Nolan ist fantastisch, und ich war so begeistert mit diesen ganzen Leuten arbeiten zu dürfen, das ich mir sagte, >Ich muss das einfach machen – und zwar richtig und perfekt.< Also falls ich mal in einem Weiteren mitmache, kann ich dann schon etwas beruhigter an die Sache rangehen.“

Und sie fuhr mit dem Batmobil. „Wie jeden Tag am Set schrieb ich meinen Freunden Mails, >Ich bin gerade mit dem Batmobil gefahren. Ha ha, und was macht ihr gerade?< Es ist so cool. Ich sah das Batmobil abheben und wieder auf der Straße landen, und ich sagte mir, >Ok, ich verstehe jetzt. Ich verstehe warum Kerle Autos lieben. Und ich bin jetzt auch verliebt und alles was ich will ist dieses Auto.<“

Aber die größte Enthüllung war ihre Antwort auf die Frage für wie viele Fortsetzungen sie unterschrieben hat. „Das ist eigentlich komplizierter als die Frage ansich. Aber sie können mich für zwei weitere Filme haben, wenn sie wollen.“ Das könnte nun bedeuten, dass sie vielleicht in BATMAN BEGINS sterben wird oder die Macher einfach in jedem Film eine andere Beziehung einbauen wollen.

Katie Holmes spielt derzeit in First Daughter die Hauptrolle, in der sie die Tochter von Michael Keaton spielt. Sie hat ihn aber nicht nach Tipps aus seiner Batman-Zeit befragt. „Bedauerlicherweise wusste ich seinerzeit noch nicht, dass ich bei dem Batman-Film dabei sein werde. Michael hat zwar ein paar Geschichten über seine Erfahrungen erzählt, aber wir hatten keine Ahnung davon, dass ich im nächsten Batman dabei sein werde.“

Als beliebter Star in Teen-TV-Shows und Filmen, schätzt Holmes nicht dass BATMAN BEGINS sie in die Riege der Erwachsenendarsteller bringen wird, aber sie weiß das es helfen könnte. „Ich hoffe dass wenn ich älter und reifer bin auch die Möglichkeit habe Erwachsenen-Rollen zu spielen, aber das werden wir schon noch sehen. Ich denke, Batman gemacht zu haben wird sehr hilfreich sein, weil es ein Film ist, mit dem sich viele Auseinandersetzen. Aber ich war so aufgeregt bei etwas mit einer derartigen Historie dabei zu sein, und die Leute und die Erfahrungen waren großartig.“

Adam West über ‚Batman Begins‘

ADAM WEST ÜBER ‚BATMAN BEGINS‘

Adam West (77), einst Hauptdarsteller der kultigen Batman-Serie der sechziger Jahre, gönnte sich in einem Kino seiner Heimat Idaho eine Nachmittagsvorstellung des jüngsten Batman-Abenteuer ‚Batman Begins’. Dabei war es für West der erste Batman-Film, den er seit Tim Burtons ‚Batman’ von 1989 sah.

USA Today nutzte die Gelegenheit Adam West zu den unterschiedlichen Darstellungen des Dunklen Ritters zu befragen.

Ein großer Teil von ‚Batman Begins’ beschäftigt sich mit der Herkunftsgeschichte der Hauptfigur. Wie erklärte man einst in der TV-Serie Batmans Ursprünge?

Soweit sind wir nie gegangen. Batman machte zwar indirekte Anmerkungen, wenn er Robin unterrichtete, aber grundsätzlich war die Show eine spaßige Fantasy-Erweiterng der Comics – ein Schauplatz der Albernheit. Dieser Film war so clever, Bruce Waynes gefolterte Existenz und die Narben seiner Seele zu erklären.

‚Batman Begins’ behandelt die Figuren Bruce Wayne / Batman (Christian Bale), Alfred (Michael Caine) und Police Lt. Gordon (Gary Oldman). Welche dieser Figuren kommt dem Gegenstück aus Ihrer Ära am nächsten?

Michael Caines Alfred. Auch unser Alfred, Alan Napier, war Engländer. Beide haben diese bestimmte Eleganz und diese unterwürfige Herrschaft, welche die Figur des Alfred auch benötigt.

Und welche Figur unterscheidet sich am meisten?

Christian Bale, welcher wirklich exzellent in dieser Rolle war. Und es war natürlich unerlässlich, dass sein Ansatz vollkommen unterschiedlich zu meinem war. Das hat nichts mehr mit dem Blödsinn zu tun, der in unserem Gotham City herrschte, wo man sogar Gefahr lief, unter einer gigantischen Eistüte begraben zu werden.

Wieso wurden für die TV-Serie neue Schurken wie Egghead und King Tut erfunden, anstatt sich – wie in ‚Batman Begins’ – klassischen DC Comic-Schurken wie Scarecrow (Cillian Murphy) und Ra’s Al Ghul (Ken Watanabe) zu bedienen?

Da bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube bei Scarecrow wäre das Kostüm zu schwierig gewesen und auch nicht so amüsant. Aber wenn man darüber nachdenkt, hätte es bestimmt einige Schauspieler gegeben, die sich über die Anonymität des Kostüms gefreut hätten.

Alle Schauspieler der beliebtesten Schurken sind inzwischen verstorben. Welchen vermissen Sie am meisten?

Wahrscheinlich Frank Gorshin (Riddler), den ich noch einen Tag bevor er starb, besuchte. Und dann wäre da noch Burgess Meredith (Pinguin). Beide waren ausgezeichnete Schauspieler. Nur Cesar Romero (Joker) traf ich gelegentlich privat. Er stammte noch aus einer völlig anderen Ära Hollywoods.

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