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Batman Rejected Teil 6: Batman – Year One

Fast gleichzeitig mit der Entwicklung des ‘Batman Beyond’-Projekts, brachte Warner Bros. ein komplett konträres Projekt ins Rollen. Anstatt die Zukunft des Dunklen Ritters zu zeigen, dachte man mit einer Filmadaption von Frank Millers Kult-Comic ‘Batman: Year One’ Fuss zu fassen. Zumindest lies man sich diese Option offen. Im Januar 2000 fragte man Drehbuch-Autor Scott Rosenberg (‘Con Air’, ‘High Fidelity’) an, ein Drehbuch zu verfassen. Aus zeitlichen Gründen musste Rosenberg ablehnen.

Darren Aronofsky, welcher zunächst für eine Adaption von ‘The Dark Knight Returns’ vorgesehen war, war hingegen Feuer und Flamme für dieses Projekt und auch Warner Bros. sah in ihm den richtigen Regisseur für das Batman-Franchise. Nachdem er seinen Film ‘Requiem for a Dream’ fertigstellte, unterschrieb er im September 2000 offiziell für ‘Batman: Year One’. Sein Haus-und Hof-kameramann Mattew Libatique und Komponist Clint Mansell waren ebenfalls gesetzt. Nach seiner (erfolglosen) Arbeit an einer ‘Ronin’-Verfilmung gab es für Aronofsky nur einen passenden Drehbuch-Autoren: Frank Miller sollte mit ihm erneut zusammen das Drehbuch zu seiner eigenen Comickreation schreiben.

Für ‘Year One’ nahm sich Aronofsky Filme wie ‘Taxi Driver’, ‘French Connection’, ‘Serpico’ und ‘Death Wish’ zum Vorbild. Der Film sollte ein Reboot der Batman-Reihe darstellen und ging völlig neu an den Batman-Mythos heran: “Der Film basiert nur lose auf der Comic-Vorlage”, erklärte Aronofsky. “Vergesst alles was ihr über Batman wisst! Alles! Wir kreieren hier etwas völlig neues.”

So kam es dann auch, das die Drehbuch-Entwürfe von Miller und Aronfosky herzlich wenig mit dem Comic ‘Year One’ zu tun hatten:

Die Geschichte wird aus der Sicht Bruces anhand eines Voice-Overs erzählt. Darin sind nicht nur Bruces Gedanken zu hören, sondern auch Briefe an seinen Vater.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern lebt Bruce Wayne auf der Straße und wurde von dem farbigen Werkstattbesitzer Big Al und seinem Sohn Little Al aufgenommen. Bruce hat sich zu einer gestörten Persönlichkeit entwickelt in der die Wut brodelt und nur darauf wartet, Rache an den Mördern seiner Eltern zu nehmen. Bruce ist Mitte 20 und lebt in einem heruntergekommenen Apartment über der Werkstadt. Von dort beobachtet er das Kommen und Gehen der Nutten, Zuhälter und korrupte Polizisten im gegenüberliegenden Bordell (Cathouse).

Später lernen wir noch Detective James Gordon kennen, der mit der Korruption seiner Kollegen jeglichen Ranges im Gotham City Police Department kämpft. Doch Gordon ist der Korruption überdrüssig und zieht des öfteren Selbstmord in Betracht.

Bei seinem ersten Auftritt als selbsternannter Vigilant trifft Bruce auf den schmutzigen Cop Campell, der mit der ‘Misters Selina’ in dem Freudenhaus spricht. Doch die Begegnung endet tödlich für den Polizisten und Bruce entkommt nur knapp als mutmasslicher Mörder. Bruce wird klar, das er an seinen Methoden arbeiten muss und legt sich einen Umhang und eine Hockey-Maske an. Doch schon bald entwickelt er in einem verlassenen U-Bahn-Schacht unterhalb der Werkstatt ein weitaus stilisierteres und funktionaleres Kostüm, provisorische Gadgets und Waffen, sowie ein provisorisches ‘Bat-Mobile’, welches er aus einem schwarzen Lincoln Continental baut.

In seiner neuen Verkleidung als ‘The Bat-Man’ beginnt Bruces Krieg gegen das Verbrechen. Den Namen erhält er aufgrund seines Ringes, auf dem die Initialen von Thomas Wayne – T.W. – eingraviert sind und ein fledermausähnliches Zeichen in den Gesichtern der Verbrecher als Druckspur hinterlassen. Er kämpft sich von den Straßen Gothams zu den oberen Rängen wie Commissioner Loeb und Bürgermeister Noone hoch.

Gordon nimmt sich leicht widerwillig dem ‘The Bat-Man’-Fall an, welcher ihn auch in das Arkham Asylum führt. Dort trifft er kurz auf den Joker. Auch zum Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent führt kurzzeitig die Spur.

Im Finale kämpft ein schwerverletzter Batman gegen Loeb. The Bat-Man rettet sich aus der Situation, in dem er Loeb ein Messer in’s Auge rammt. Der inzwischen maskenlose Vigilant rettet danach Gordons Frau. Dies wird von Gordon beobachtet – unglücklicherweise ohne seine Brille. Von diesem Moment an ist klar, das die beiden in Zukunft als Verbündete gegen die Korruption und das Verbrechen in Gotham City kämpfen werden.

Gleichzeitig sind die Verantwortlichen bei Wayne Enterprises auf der Suche nach dem verloren geglaubten Erben des Wayne-Vermächtnisses. Bruce hatte 15 Jahre lang Anspruch auf das Erbe. Little Al und auch Bruce finden heraus wer er wirklich ist, nimmt sein Erbe an und bezieht Wayne Manor. Der Öffentlichkeit wird erklärt, das Bruce die letzten 15 Jahre die beste Ausbildung in den besten Schulen Europas genoss.

Die letzte Szene zeigt Selina wie sie in einem hautengen schwarzen Kostüm eine Diamanten-Kette stiehlt. Der Alarm geht an. Sie flüchtet über die Dächer Gothams.

Das komplette Script kann hier nachgelesen werden.

Das Drehbuch wurde mehrfach überarbeitet und schlug verschiedene Richtungen ein. So war zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Pinguin der Hauptgegner und Red Hood hatte seinen ersten Auftritt, welcher als Joker enden sollte.

Das Projekt schritt sehr schnell voran. Es wurde eine Produktionsfirma damit beauftragt Entwürfe für die Hauptfiguren des Films zu entwerfen und Vorschläge für ein Batmobil zu erarbeiten:

Zu einem Casting kam es nie, aber während der Entwicklungsphase sah die Gerüchteküche Brad Pitt in der Hauptrolle und Aaron Eckhart in der Rolle des Detective Gordon. Schauspieler die sich selbst in’s Gespräch brachten waren Val Kilmer, Ben Affleck, Keanu Reeves und Christian Bale. Kilmer würde es aber nur machen wenn “es lustiger umgesetzt” werden würde. Für Bale hingegen würde mit der Rolle “ein Traum wahr werden”.

Grünes Licht wurde dem Projekt letztendlich nicht erteilt. Laut Aronofsky war den Verantwortlichen das Drehbuch zu gewalttätig. Ein R-Rated Batman-Film würde keine Familien und Kinder ansprechen. Interessanterweise kamen die Gewaltspitzen nicht von Miller, sondern von Aronofsky. Daraufhin machte der Regisseur den Vorschlag zwei verschiedene Filme in die Kinos zu bringen: den günstig produzierten Aronofsky/Miller ‘Year One’ und einen Film, der mehr Familientauglich war. Das Studio lehnte den Vorschlag ab.

Die Wachowski-Brüder sollten das Projekt übernehmen und tatsächlich schickten sie ihre Vorstellungen in einer kurzen Zusammenfassung an Warner Bros. Das Regie-Gespann konnte sich allerdings aufgrund der Weiterführung der ‘Matrix’-Reihe nicht weiter darum kümmern. Warner  fragte bei Aronofsky an, ob er das Projekt auf Basis der Wachowski-Vorstellungen umsetzen würde und lehnte ab. Somit gab Warner Bros. das Projekt frei und schrieb einen Pitch aus, bei dem sich Autoren und Regisseure mit ihren Vorstellungen um einen Batman-Neustart bewerben konnten.

FORTSETZUNG FOLGT …

24 Kommentare

  1. Geschrieben von Captain Harlock am 29 Januar 12 um 14:12

    Sehr interessant !!!

    Könnte ich mir gut als Serie vorstellen.
    (erinnert mich ein bißchen an den 1. Largo Winch Film)

  2. Geschrieben von Rave am 29 Januar 12 um 14:21

    Die Geschichte klingt zwar sehr interessant, wäre aber in meinen Augen nicht angekommen. Die Abweichungen sind zu groß von der eigentlichen Batman Story. Allerdings gefällt mir wie andere bekannt Figuren eingebunden gewesen wären.

  3. Geschrieben von XXX am 29 Januar 12 um 16:08

    Nach der Serie ein weiteres Projekt, was mich nicht wirklich interessiert hätte. Darknight und Beyond/Batman of the Future bleiben nach wie vor die Dinger, die gerne hätten kommen können. Übrigens:

    -Weshalb meinte Kilmer, er würde nur mitmachen wollen, wenns lustig wird? Soll er nicht bekennender Batmanfan sein? Weil er damals bei Forever so spielen wollte wie Keaton soll er sich mit Schuhmacher gekloppt haben.
    -Die Konzeptzeichnung von Gordon bei Bild 3 erinnert an Alexander Anderson aus Hellsing.

    • Geschrieben von Batcomputer am 29 Januar 12 um 17:07

      Es stimmt zwar, das Kilmer mit Schumacher aneinandergeraten ist, aber nicht wegen seiner Schauspielkunst. Es war Kilmers respektloses Benehmen gegenüber den Arbeitern am Set welches zu einem Streit zwischen den beiden führte.

    • Geschrieben von XXX am 29 Januar 12 um 19:20

      Dass er sich den Arbeitern respektlos zeigte ist mir neu. Nach den Fakten, die ich im laufe der letzten Jahre erfuhr, soll es doch so gewesen sein, dass Kilmer mit der Vision Schuhmachers nicht einverstanden gewesen war und als letzterer zu ihm sagte, er solle sich in eine Nervenanstalt einweisen lassen, eskalierte das ganze. Laut dem deutschen Wiki-Artikel (soweit man dem ganzen glauben kann) soll Kilmer sowieso ziemlich anstrengend sein.

      Und ist oder war Kilmer selber bekennender Batmanfan oder war das auch wieder nur Werbung?

      Oh man, was für Wahrheiten doch noch rauskommen. Und da dachte man, man wisse schon so vieles.

    • Geschrieben von Batcomputer am 29 Januar 12 um 22:45

      Dass Kilmer wie Keaton spielen wollte würde ich ins Reich der Legenden einsortieren. Das hat sich bestimmt jemand sich so ausgeschmückt um Joel Schumacher’s Batman-Filme noch mehr zu diskreditieren.

      Nachdem was ich gelesen habe soll Kilmer mit dem Regiestil und dem Konzept sehr unzufrieden gewesen sein und mehr Interpretations-Freiraum gefordert haben. Schumacher erwartete aber von ihm die Rolle so zu spielen, wie sie geschrieben stand. Als dann Kilmer sein übergroßes Ego auch noch an dem Rest der Crew raushängen lies kam es zur Eskalation in Kilmers Trailer. Schumacher wollte ihm klar machen, das er sich zusammenreissen soll. Kilmer schlug darauf Schumacher ins Gesicht und drängte ihn gegen die Wand, Schumacher schlug zurück. Danach herrschte eine eisige Stimmung zwischen den beiden und es wurde für den Rest der Dreharbeiten kaum noch miteinander geredet. Im übrigen etwas, was Kilmer mit O’Donnell generell nicht getan haben soll.

      Seinen Frust lies dann Schumacher in diversen Interviews raus und meinte, das manche Menschen professionelle Hilfe bräuchten. Damit meinte er auch Tommy Lee Jones, der sich Jim Carrey gegenüber sehr abwertend und grausam benommen haben soll. Jim Carrey wiederum, der während den Dreharbeiten seinen Vater verlor, benahm sich wie ein Gentleman.

      Und zum Thema “Batman-Fan”: Ist das nicht fast jeder irgendwie? Es ist sehr leicht zu sagen, das man die Figur schon immer cool fand und man seit Kindesbeinen an Fan ist. Will man dann mit diesen Menschen tiefer in die Materie einsteigen merkt man sehr schnell das das eigentliche Interesse oft nur sehr oberflächlich ist. Und das betrifft nicht nur die Schauspieler.

      Eigentlich wär das Thema schon fast wieder ein eigenes Special wert :D

    • Geschrieben von Sandro am 29 Januar 12 um 23:54

      Wow, was da alles schiefgegangen ist war mir auch nicht bewusst. Ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum dieser Film nicht gerade gut geworden ist.

    • Geschrieben von XXX am 30 Januar 12 um 06:43

      “Dass Kilmer wie Keaton spielen wollte würde ich ins Reich der Legenden einsortieren. Das hat sich bestimmt jemand sich so ausgeschmückt um Joel Schumacher’s Batman-Filme noch mehr zu diskreditieren.”
      So wie Keaton stimmt jetzt bei genauer Betrachtung doch nicht. Ich lass halt all die Jahre, dass er ähnlich wie Keaton die Figur des Batman ernsthafter anlegen wollte und dann so coole Sprüche sagen musste wie “Es ist das Auto, stimmts? Hühner lieben mein Auto!” Ok, er sagt in der Übersetzung Frauen statt Hühner, aber das wäre ja die richtige Übersetzung. Denn soweit ich mich noch erinnere, sagt er im Original-Ton “Its the car, right? Chicks love the car!” Boah, wie kann man Batman das nur antun?

      “Nachdem was ich gelesen habe soll Kilmer mit dem Regiestil und dem Konzept sehr unzufrieden gewesen sein und mehr Interpretations-Freiraum gefordert haben. Schumacher erwartete aber von ihm die Rolle so zu spielen, wie sie geschrieben stand. Als dann Kilmer sein übergroßes Ego auch noch an dem Rest der Crew raushängen lies kam es zur Eskalation in Kilmers Trailer. Schumacher wollte ihm klar machen, das er sich zusammenreissen soll. Kilmer schlug darauf Schumacher ins Gesicht und drängte ihn gegen die Wand, Schumacher schlug zurück. Danach herrschte eine eisige Stimmung zwischen den beiden und es wurde für den Rest der Dreharbeiten kaum noch miteinander geredet. Im übrigen etwas, was Kilmer mit O’Donnell generell nicht getan haben soll.”
      Hui, das ging ja gut ab. Weshalb hat man ihn nicht gefeuert? In anderen Berufen wäre er es nämlich. Dass er was gegen Donnel hatte, ist mir jetzt auch neu.

      “Seinen Frust lies dann Schumacher in diversen Interviews raus und meinte, das manche Menschen professionelle Hilfe bräuchten. Damit meinte er auch Tommy Lee Jones, der sich Jim Carrey gegenüber sehr abwertend und grausam benommen haben soll. Jim Carrey wiederum, der während den Dreharbeiten seinen Vater verlor, benahm sich wie ein Gentleman.”
      Jones soll ja mit Carreys zappeliger Art nicht klargekommen sein. Aber dann selber einen auf Kasper machen und die tragische Figur des Two Face der Lächerlichkeit preisgeben.

      “Und zum Thema “Batman-Fan”: Ist das nicht fast jeder irgendwie? Es ist sehr leicht zu sagen, das man die Figur schon immer cool fand und man seit Kindesbeinen an Fan ist. Will man dann mit diesen Menschen tiefer in die Materie einsteigen merkt man sehr schnell das das eigentliche Interesse oft nur sehr oberflächlich ist. Und das betrifft nicht nur die Schauspieler.”
      In Zusammenhang mit Keaton oder Clooney hab ich noch nie gelesen oder gehört, dass sie sagten, sie währen Batmanfans. Bei Kilmer schon, weshalb ich diesbezüglich auch nachfragte. Tja, das Thema hat sich ja jetzt auch erledigt.

      “Eigentlich wär das Thema schon fast wieder ein eigenes Special wert”
      In der Tat! Auf jedenfall besser als die Spielzeug-News! Du könntest vielleicht auch mal wieder die Fraktion der geschnittenen Szenen erweitern. Bei Forever gibts in dem Zusammenhang beim Trailer A, der 3:30 Minuten läuft noch eine ausführlichere Version des Satzes, als Bruce zu Nygma sagt, dass dessen Erfindung zuviele Fragen unbeantwortet lässt.

    • Geschrieben von Stefan Kraft am 30 Januar 12 um 09:46

      Ach, Spielzeugnews dürfen schon sein. :-) Ein Special über das, was während der Dreharbeiten so alles passiert ist, wäre tatsächlich interessant, so lange es nicht zu voyeuristisch gestaltet ist. ;-)
      Der Film selbst klingt nach einem nicht uninteressanten Elseworld. Aber ob es das passende Konzept gewesen wäre, das Batman-Franchise nach B&R wiederzubeleben? Zweifel sind angebracht. Generell sind solche Neuinterpretationen, so weit ich verstanden habe, sowieso schwer ins Kino zu bringen, weil der durchschnittliche Zuschauer sonst eher verwirrt wird: Als diskutiert wurde, ob es einen Justice-League-Film geben sollte, in dem Batman mitspielt, habe ich Vorschläge gelesen, wie verdeutlicht werden soll, dass der JL-Batman eben nicht der Nolan-Batman ist, sondern in einer anderen “Kontinuität” angesiedelt ist.

    • Geschrieben von Batcomputer am 30 Januar 12 um 15:49

      “Ok, er sagt in der Übersetzung Frauen statt Hühner, aber das wäre ja die richtige Übersetzung. Denn soweit ich mich noch erinnere, sagt er im Original-Ton “Its the car, right? Chicks love the car!” Boah, wie kann man Batman das nur antun?”

      Auch ein Amerikaner versteht darunter kein Huhn im wortwörtlichen Sinne. ‘Chick’ ist einfach ein umgangssprachliches Wort für “junges Mädchen”, “junge Frau”, wie z.B. Chick-Flick (Frauenfilm). Zwar für Batmans Verhältnisse ein sehr salopper Ausdruck, aber nichts verwerfliches. Es ist nicht damit zu vergleichen, als wenn wir Mädchen als Hühner bezeichnen würden.

      “Hui, das ging ja gut ab. Weshalb hat man ihn nicht gefeuert? In anderen Berufen wäre er es nämlich.”

      Schumacher ist ein Auftragsregisseur. Kilmer hatte einen Vertrag mit dem Studio (über mehre Filme hinweg). Selbst wenn Schumacher Kilmer gefeuert hätte, wäre man in immens zeitlichen Verzug gewesen. Und die Zeit den Film fertigzustellen war seinerzeit schon sehr knapp bemessen. Zudem macht es sich im Vorfeld nicht so gut wenn in der Presse zu lesen ist, das man sich vom Hauptdarsteller trennen musste. Und nicht vergessen: auch Bale wurde für seinen Ausraster am T4-Set nicht gefeuert. In kreativen Berufen lässt man den Leuten weitaus mehr durchgehen als in anderen, da dies meist nur ein temporärer Umstand ist.

      “Dass er was gegen Donnel hatte, ist mir jetzt auch neu.”

      O’Donnell beschrieb die Stimmung zwischen ihm und Kilmer als unterkühlt. In den Pausen redete Kilmer kein Wort mit ihm.

      “Jones soll ja mit Carreys zappeliger Art nicht klargekommen sein. Aber dann selber einen auf Kasper machen und die tragische Figur des Two Face der Lächerlichkeit preisgeben.”

      Als ernsthafter Schauspieler konnte Jones überhaupt nichts mit Carrey, der zu dem Zeitpunkt extrem gehypt wurde, anfangen. Für ihn war er schlichtweg “ein armseliger Clown aus dem Kabarett”. Als einmal Carrey in den Drehpausen mit den Make Up-Mädels rumalberte schrie ihn Jones an, “Was für ein beschissener Affe bist du eigentlich?”. Carrey meinte darauf nur: “Was stimmt mit dir nicht, Tom? Hälst du meine Anwesenheit am Set überhaupt nicht aus?”. Also auch eine sehr angespannte Beziehung.

      “In Zusammenhang mit Keaton oder Clooney hab ich noch nie gelesen oder gehört, dass sie sagten, sie währen Batmanfans. Bei Kilmer schon, weshalb ich diesbezüglich auch nachfragte. Tja, das Thema hat sich ja jetzt auch erledigt.”

      Es hat bestimmt schon jeder Batman-Darsteller davon gesprochen, wie fasziniert sie von der Figur sind und sie letztendlich auch von der alten Batman TV-Serie kennen, etc. Ich will Kilmer damit überhaupt nicht absprechen ein Batman-Fan zu sein. Aber letztendlich ist es völlig egal für die Darstellung. Heath Ledger hatte ja seinerzeit auch bekundet, das er mit Comics so gar nichts anfangen kann. Auch Bale hat sich erst zu ‘Batman Begins’ ernsthaft mit der Figur auseinandergesetzt.

      “In der Tat! Auf jedenfall besser als die Spielzeug-News!”

      Spielzeug gehört zu Batman wie Videospiele, Filme und sonstiger Firlefanz auch. Da hat jeder andere Prioritäten.

      “Du könntest vielleicht auch mal wieder die Fraktion der geschnittenen Szenen erweitern. Bei Forever gibts in dem Zusammenhang beim Trailer A, der 3:30 Minuten läuft noch eine ausführlichere Version des Satzes, als Bruce zu Nygma sagt, dass dessen Erfindung zuviele Fragen unbeantwortet lässt.”

      Mal schaun ob ich mal wieder Zeit dafür finde.

    • Geschrieben von XXX am 01 Februar 12 um 11:20

      Eine Frage bezüglich Kilmer vs. Schumacher: wie passt denn der Teil der Geschichte, wo Schumacher zu Kilmer meinte, sich in eine Nervenanstalt einweißen zu lassen, noch in das, was du beschriebst?

    • Geschrieben von Batcomputer am 01 Februar 12 um 13:17

      Ich weiß nicht, ob die Beleidigungen direkt vor Ort gefallen sind. Die kenne ich nur aus späteren Interviews mit Schumacher. Hier ein paar Auszüge aus dem Starlog-Magazin:

      “Man hatte mir erzählt, daß Val sehr schwierig sei, und das traf nicht zu, bis er eines Tages durchknallte und ich zu ihm ging und ihm sagte, er solle sich zusammenreißen. Er hat mich umgeschubst, und ich habe ihn umgeschubst, und dann lief es besser.” (über Val Kilmer)

      “Ich habe nicht ‘Idiot’ gesagt. Ich habe vielmehr gesagt, daß Jim Carrey sich wie ein Gentleman benahm, auch wenn Tommy sich durch ihn stark verunsichert fühlte und sehr herablassend und grausam war – ein Idiot (…) Tommy Lee Jones verhielt sich Jim Carrey gegenüber grausam, und ich habe keine Hemmungen, das zu sagen. Er benahm sich so. Das ging über Monate so, und er sollte die Verantwortung dafür übernehmen. Er war abweisend und herablassend.” (über Tommy Lee Jones)

      “Lassen Sie mich nur sagen, daß manche Menschen einen Schaden haben und in klinischer Behandlung sein sollten” (über Kilmer)

    • Geschrieben von XXX am 01 Februar 12 um 14:23

      Wirklich vielen dank nochmal! Langsam verdient das wirklich noch einen eigenen Artikel.

      Ich hoffe übrigens, dass man dir bezüglich der Infos über den Weg trauen kann. Bin schon genügend Seiten übern Weg gelaufen, die aus Schwätzern und Betrügern bestehen.

    • Geschrieben von Batcomputer am 01 Februar 12 um 15:15

      Naja, was heißt “mir trauen”. Ich war ja nicht mit vor Ort. So kann ich auch nur dass weitergeben, was sich in all den Jahren angesammelt hat. Aufgabe ist es dann alles zu sortieren, mit einem gesunden Menschenverstand und Filmverständnis abzuwägen und einzuordnen. That’s it. Aus den Fingern gesaugt ist davon nichts (zumindest nicht aus meinen). Und ich mach den “Job” hier schon ein paar Jahre, so dass ich schon von mir behaupte mir ein bestimmtes Standing in Sachen Vertrauen erarbeitet zu haben.

    • Geschrieben von XXX am 01 Februar 12 um 16:59

      Naja, über Seiten wie Bereitsgesehen kann man das nicht sagen.

  4. Geschrieben von Batman94 am 29 Januar 12 um 16:17

    Naja mir gefällts nicht so gut… Year One ist eine tolle Geschichte. Diese hier weicht viel zu stark von ab.

  5. Geschrieben von Kelthor am 29 Januar 12 um 21:41

    diese geschichte ist scheisse!

  6. Geschrieben von Aaron am 30 Januar 12 um 12:40

    Ich finde diese Variante eigentlich grandios, zumal ich die jüngste Verfilmung von Year One nur für begrenzt gelungen halte. Zu dicht am Original zu bleiben, hat sich hier nicht gerade als besonders kluge Entscheidung herausgestellt, zumindest bei mir ist der Funke jedenfalls nicht übergesprungen.
    Was mich an dem Drehbuchentwurf allerdings erstaunt, ist dieser Satz: “The Bat-Man rettet sich aus der Situation, in dem er Loeb ein Messer in’s Auge rammt.”
    Batman tötet jemanden? War das nicht immer genau die Linie, der er nie überschreiten wollte? Hat er überhaupt irgendwann einmal jemanden umgebracht? Ich bin hier jedenfalls gerade ernsthaft verblüfft, dass sowas überhaupt in Erwägung gezogen wurde. :-o

    • Geschrieben von Stefan Kraft am 30 Januar 12 um 14:56

      Nun, auch in den Burton-Verfilmungen tötet Batman letztendlich. Außerdem darf man nicht vergessen, dass er in seinem ersten Comicjahr ebenfalls davon nicht Abstand genommen hat (siehe der allererste Comic aus dem Jahr 1939: http://dc.wikia.com/wiki/Detective_Comics_Vol_1_27 ).
      Dass “the Bat-Man” auch in der dunkleren Aronofsky-Verfilmung an einer Stelle getötet hätte, wäre m.E. also nicht unbedingt so weit hergeholt gewesen. Mir als Batman-Fan hätte es aber wohl trotzdem Bauchgrimmen bereitet…

    • Geschrieben von Batcomputer am 30 Januar 12 um 15:25

      Hi Aaron, es wird nicht gesagt, das Loeb aufgrund des Stichs stirbt. Er überlebt die Attacke, allerdings ist er von da ab blind auf dem Auge. Im einer anderen Fassung des Scripts war es übrigens ein Kugelschreiber, kein Messer.

    • Geschrieben von Sandro am 30 Januar 12 um 19:12

      In “Batman Returns” hat Batman ziemlich viele umgebracht ;)

  7. Geschrieben von Batman94 am 30 Januar 12 um 18:43

    Dieses Stechen mit dem Messer oder Kugelschreiber passt meiner Meinung nach einfach nicht. Batman ist zwar Brutal… Aber er tötet nunmal nicht.

    Außerderm tötet er in dem Burton Film den Joker nicht mit einem Stich. SOndern auf einer ganz anderen Art. Ich habe nichts dagegen wenn einige User hier das Drehbuch/Script oder das Konzept gut finden. Aber für mich persönlich ist es nichts ;)

    Ich hoffe wirklich so sehr das wir in 5-10 Jahren The Dark Knight Returns als Film zu sehen bekommen. Das wäre ein TRAUM ! *_*

  8. Geschrieben von Knox am 30 Januar 12 um 22:13

    Auf dieses Projekt wartete ich mit der größten Vorfreude, leider wurde ja nix daraus. Aronofsky Film wäre sicher das Außergewöhnlichste Batman Werk aller Zeiten geworden. Insgesamt ist es aber glaube ich trotzdem besser dass daraus nix geworden ist. WB hätte wahrscheinlich für lange Zeit Batman einpacken können, weil die meisten sicher diesen Film nicht als Batman angenommen hätte.
    Mir wäre er vielleicht auch zu weit weg von allem bisherigen gewesen.

  9. Geschrieben von murdok am 19 Februar 12 um 19:08

    sehr geil das ihr das script habt,hammer! ich hab mir 1992 -batm:year one- und -t.d.k.returns- gekauft,leider hat ich die nem kollegen geliehen,und ich mir ein paar supermancomics von ihm. leider ist der kollege weggezogen und ich hab mich auch nicht mehr drum gekümmert die bat-comics zurückzunehmen. aber ich bin froh das nolan das zepter in die hand genommen hat. die konzepte sind interessant aber auch sehr verwirrende drehbücher.

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